Sekschüler Nicola

02. März 2017 14:04; Akt: 06.03.2017 21:26 Print

«Zu 70 Prozent bestehe ich die Gymiprüfung»

von Bettina Zanni - Bald stehen die Aufnahmeprüfungen für die Mittelschule an. 20 Minuten hat Schüler während des letzten Schliffs besucht.

Sind die Schüler nervös? Und wie blicken die Eltern auf die wichtige Prüfung? Dies und mehr sehen Sie im Video. (Video: Bettina Zanni)
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Ein Schuljahr in der Tagesschule des Lernstudios kostet rund 30'000 Franken. Eine Investition, die es vielen Eltern wert ist, damit ihr Nachwuchs in der Mittelschule landet. Ihre Tochter sei in der öffentlichen Sek schlecht gestartet, weil sie sich sehr unwohl gefühlt habe, sagt N.S., Mutter von Janina. Nach einem Jahr Sek habe es keine Zeit mehr zu verlieren gegeben. Sie hätten sich für einen sofortigen Wechsel in die Privatschule entschieden. «Denn jetzt geht es schliesslich um die Wurst.»

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Zwei Lektionen Gymivorbereitung standen seit Anfang Schuljahr jeden Montag auf dem Stundenplan. Dazu kamen Gymi-Coachings sowie individuelle Vorbereitungen in den Hausaufgabenstunden mit den Fachlehrpersonen. Gerade besuchen die Tagesschüler den letzten Vorbereitungskurs vor den Aufnahmeprüfungen für das Kurzzeitgymnasium. Womit sie sich bis zur Prüfung nochmals intensiv beschäftigen müssen, wissen sie genau: «Textgleichungen», «französische Possessivpronomen», «Aktiv- und Passivformen» oder «Textverständnis», antworten die Mädchen und Jungen auf die Frage der Schul- und Kursleiterin Sofije Lutiq wie aus der Pistole geschossen. Wenige Minuten später beugen sie sich über die Übungsprüfungen.

«Ich will Anlageberater werden»

Nicola T. macht am sechsten März die Aufnahmeprüfung für das Wirtschaftsgymnasium. «Ich will Anlageberater werden. Das Gymi ist der Grundstein dafür», sagt der 15-Jährige. Ein Kollege seines Bruders übe diesen Beruf aus. «Es begeisterte mich, als er von seinem Job erzählte.» In Deutsch glänzt der Drittsekschüler mit einer Fünfeinhalb, in Englisch und Mathematik hat er eine Fünf und in Französisch eine Vier. «Ich bestehe die Gymiprüfung zu 70 Prozent», ist er überzeugt.

Als er noch die öffentliche Sekundarschule besuchte, waren seine Noten miserabel. «Ich hatte nur Fussball im Kopf.» Mit knappen Noten in Mathematik und Französisch drohte der Abstieg von der Sek A in die Sek B. Um dies zu verhindern, versetzten ihn die Eltern vor knapp zwei Jahren ins Lernstudio. «In den kleinen Klassen können die Lehrer besser auf mich eingehen. Ich merkte, dass ich gar nicht so schlecht bin, und bekam immer mehr Freude am Lernen.»

«Ich bestehe die Gymi-prüfung zu 70 Prozent»

«So habe ich zwei Chancen»

Nicolas Tischnachbarin Janina S. hat jeden Abend Aufgaben repetiert – «bis ich sie im Schlaf konnte». Zwei Tage nach der Gymiprüfung tritt sie auch noch zur Prüfung für die Berufsmittelschule BMS an. «So habe ich zwei Chancen. Ich will meine Lehre unbedingt mit BMS machen», sagt die 15-Jährige, die im Sommer eine Mediamatiker-Lehrstelle beginnt.

Ins Gymnasium wolle sie selbst dann nicht, wenn sie die Prüfung bestehe. «Nach neun Jahren habe ich genug von der Schule.» Ihre Lehrer seien jedoch anderer Meinung. «Sie finden, ich solle das Gymi machen, weil ich eine gute Schülerin bin.» Die Matur wolle sie später nachholen und dann auch studieren. «Dann mache ich halt noch die Passerelle. Dafür habe ich schon Berufserfahrung.»

«Lass dich nicht stressen»

Insgesamt befinden sich rund 350 Schüler aus den Gymikursen des Lernstudios, die auch für externe Schüler angeboten werden, in der Endphase der Vorbereitungen. Lerncoach Christina Merz gibt Leonard, Tagesschüler in der sechsten Klasse, in einem Coaching den letzten Schliff für die Aufnahmeprüfung des Langzeitgymnasiums. «Achte darauf, dass dein Aufsatz aus Einleitung, Hauptteil und Schluss besteht», instruiert Merz den Jungen. «Korrigiere am Schluss, ob du alle Nomen gross geschrieben und die Kommas richtig gesetzt hast.»

Und er solle sich nicht stressen lassen, wenn andere Kandidaten die Prüfung schon abgäben. Leonards will sich für die Prüfung einen Fensterplatz suchen.

«Kein TV und Facebook vor der Prüfung»

Vor der Prüfung gibt Sofije Lutiq den Sekschülern noch die letzten Anweisungen. Es sei wichtig, vor der Prüfung, genügend zu schlafen, sich zu bewegen und gut zu ernähren. Fernsehen sollten sie am Abend zuvor besser nicht. «Wer am Abend vor Prüfungen fernsieht, riskiert am nächsten Tag schlechte Noten.» Auch Games und die Benutzung von Facebook seien nicht empfehlenswert. Am Ende legt Lutiq eine Folie mit lauter Schweinchen auf, denn für die Prüfung brauche es auch: «Viel Schwein!».

Dennoch sind viele nervös oder haben Prüfungsangst. Aber auch dafür hat man im Lernstudio eine Lösung parat: einen Besuch bei einem spezialisierten Lerncoach.