Wahlparty

15. August 2011 00:00; Akt: 15.08.2011 00:49 Print

Nervosität vor SVP-Fest auf dem Bundesplatz

Der letzte Aufmarsch der SVP auf dem Bundesplatz endete in einem Fiasko. Jetzt legt sie das «Familien-Fest» neu auf. Militante Linksextreme drohen wieder mit Randalen. Die Partei will Chaoten notfalls selbst festnehmen.

Bildstrecke im Grossformat »

Chaos statt SVP-Fest: Am 6. Oktober 2007 wüteten Chaoten in Bern.

Zum Thema
Fehler gesehen?

250 Treichler, mindestens so viele Schweizerfahnen und Jodel: Am 10. September lädt die SVP zum «Familien-Fest» auf dem Bundesplatz, um sich auf die Wahlen einzustimmen. Das Fest birgt Zündstoff: Im Internet rufen Linksautonome bereits dazu auf, die SVP in Bern anzugreifen. Sie werde sich eine «blutige Nase» holen, heisst es etwa.

Vor vier Jahren wurde die Kundgebung der SVP von ­zerstörungswütigen Links-
extremen angegriffen. Diese lieferten sich wüste Strassenschlachten mit einer
völlig überforderten Polizei. Der 6. Oktober 2007 wurde zur «Schande von Bern».

SVP engagiert Broncos

Die SVP will um jeden Preis verhindern, dass sich eine solche wiederholt: «Wir fordern ein rigoroses Vorgehen. In der Vergangenheit hat oft der politische Wille gefehlt, ernsthaft gegen diese Chaoten vorzugehen», sagt Andrea Geissbühler, die Sicherheitschefin des Fests. Auf dem Platz ist die SVP selbst für die Ordnung verantwortlich.

Sie hat neben «eigenen Leuten» die private Sicherheitsfirma Broncos engagiert. «Es gilt zu verhindern, dass sich Gruppen von Linksextremen einschleichen.» Falls Krawallmacher bis zum Bundesplatz vordringen sollten, werde man sie «festnehmen und der Polizei übergeben», so die Polizistin und SVP-Nationalrätin.

Gewalt vorprogrammiert?

Laut Samuel Althof von
der Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention kann man davon ausgehen, dass es erneut zu gewalttätigen ­Auseinandersetzungen kommen wird: «Wir befinden
uns in einer Spirale der Gewalt. SVP-Politiker werden in den Augen der Linksextremen nicht als Menschen, sondern als Zielobjekte eines feindlichen Systems gesehen.»

(daw/20 Minuten)