Hanf-Initiative

20. April 2016 16:06; Akt: 20.04.2016 16:34 Print

«Es gibt keinen Grund, Kiffer zu kriminalisieren»

Der Verein Legalize it! plant eine Volksinitiative zur Legalisierung von Cannabis. Co-Initiant Nino Forrer nennt das Kiffer-Paradies Colorado als Vorbild für die Schweiz.

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Herr Forrer, der Verein Legalize it! will die Cannabis-Legalisierung erneut vors Volk bringen. Warum?
Weltweit geht der Trend in Richtung Legalisierung. Cannabis hat in unserer Gesellschaft eine so grosse Akzeptanz, dass es keinen Grund mehr gibt, Kiffer zu kriminalisieren. Wir stellen fest, dass einige Kantone immer noch eine sehr repressive Politik fahren. Bestes Beispiel ist, dass mehrere Kantone letzten Sommer einen regelrechten Feldzug gegen Personen geführt haben, die wenige Hanfsamen im Internet bestellten. Sogar Wohnungen wurden durchsucht. Das ist doch nicht mehr verhältnismässig.

Umfrage
Sind Sie für die Legalisierung von Cannabis?
81 %
16 %
3 %
Insgesamt 16042 Teilnehmer

Sie stellen Cannabis auf dieselbe Stufe wie Tabak und Alkohol?
Man kann die Genussmittel nicht vergleichen. Es ist aber so, dass der Konsum nur für sehr wenige Kiffer problematisch ist. Es geht um unbescholtene Bürger, die am Wochenende einmal einen Joint rauchen. Beim Alkohol sind mehr Leute von einem problematischen Konsum betroffen.

Es gibt Studien, die besagen, dass regelmässiger Cannabis-Konsum dumm macht.
Über diese Frage wird in der Wissenschaft eifrig gestritten. Wie der Alkoholkonsum fördert das Kiffen sicherlich nicht gerade die Hirnleistung. Aber eine Verdummung durch den Cannabis-Konsum halte ich für ausgeschlossen. Ein intelligenter Mensch bleibt auch nach einem Joint noch intelligent, da muss sich niemand Sorgen machen.

Kiffen wird in der Schweiz nur noch mit einer Ordnungsbusse bestraft. Und mehrere Städte diskutieren Testprojekte zur straffreien Abgabe von Cannabis. Reicht das nicht?
Es stimmt, dass Bewegung in die Diskussion gekommen ist. Es handelt sich aber lediglich um Vorprojekte. Letztlich braucht es einen Volksentscheid in dieser Frage.

Wenn überall gekifft werden darf, wie wollen Sie Jugendliche schützen?
Die Abgabe wäre streng reglementiert. Heute kaufen Minderjährige ihr Gras auf dem Schwarzmarkt – teilweise ist es gestreckt und von schlechter Qualität. Wenn es diesen nicht mehr gibt, geraten Junge nicht in ein kriminelles Umfeld. So würde der Jugendschutz verbessert und es könnte gezielt Prävention betrieben werden.

2008 ist der Versuch der Cannabis-Legalisierung an der Urne kläglich gescheitert. Warum sollte das Volk nun anders entscheiden?
Mittlerweile hat man international Erfahrungen mit verschiedenen Modellen der Legalisierung sammeln können – von Kiffer-Clubs bis zu staatlichen Abgabestellen. Nehmen wir das Beispiel Colorado: Es ist unglaublich, wie dieser US-Bundesstaat profitiert. Der Staat verdient dank Steuern kräftig mit und es entstehen neue Arbeitsplätze. So etwas wäre auch in der Schweiz möglich. Wir haben zudem das Abstimmungsresultat von 2008 analysiert und daraus gelernt.

Was wurde denn falsch gemacht?
Die Stimmbürger nahmen die Initiative als linkes Begehren wahr – dabei haben wir Unterstützung aus allen politischen Lagern. Dieses Mal sollen deshalb weniger die Parteien im Vordergrund stehen als vielmehr Einzelpersonen von links bis rechts.

Mit diesem Video werben die Kiffer-Freunde für ihr Projekt:

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Geschäftsführer am 20.04.2016 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    Genau meine Meinung!

    Genau meine Meinung! Ich bin froh, dass Sie betonen, dass kiffen nichts mit links oder rechts zu tun hat. Ich bin überhaupt nicht links eingestellt aber geniesse trotzdem ab und zu mal etwas Cannabis zur Entspannung. Als Geschäftsführer steht man immer mehr unter Druck und bevor ich wegen eines Burnouts eingeliefert werden muss oder Schlaftabletten einwerfen muss geniesse ich lieber etwas Cannabis. Das ist gesünder als Tabletten und günstiger als ein Kuraufenthalt. Bitte legalisieren!

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  • Doni am 20.04.2016 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich im 21 JH ankommen

    Es ist absolut widersprüchlich Cannabis zu verbieten, währenddessen Alkohol bereits ab 16 erhältlich ist.

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  • lug thien am 20.04.2016 16:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Natur

    Es ist eine Pflanze und mir muss niemand sagen das eine Pflanze ilegal ist. Übrigens ich kiffe nicht

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Grabby am 21.04.2016 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    18 Jähriger

    Diese Kommentare das im strassenverkehr dann alle nur noch bekifft sind ist einfach nur schwachsinn. Wenn man sich betrinkt fährt man auch nicht auto genau das selbe mit dem kiffen. Wenn ich z.B einen rauche dann bin ich nach 2-3 Stunden wieder normal drauf. Ich glaube so manche Leute haben das gefühl das ein joint wie zigaretten im stunden takt geraucht wird. Ich meine wem schade ich den wenn ich einen rauche? Absolut niemandem.

  • a_yo am 21.04.2016 01:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leben&leben lassen

    Letztendlich ist es sowiesl egal ob es legalisiert wird oder nicht. Wer kiffen will, kifft sowieso und der Rest lässt es eben bleiben. Ich Kiffe selber nicht. Aber es ist mir 100 mal lieber wenn mir einer entgegenläuft mit einem Joint in der Hand, als einer mit Bierdose der schon eine Fahne hat die man auf 10 Meter riechen kann..

  • Bonifatz am 20.04.2016 23:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte Idee!

    Nicht legalisieren! Die Mär vom "harmlosen kiffen" ..Ich habe genügend Leute gesehen die wegen dem grünen Dunst ihr Leben nicht mehr im Griff haben und beim Soz landen, dazu kommen Psychosen, verschuldung, und progressiver kognitiver Rückgang. Es gibt Leute denen setzt kiffen fast nicht zu, oder so mag es den Anschein haben, gerade kürzlich habe ich mitbekommen wie ein alter bekannter von mir , der Jahrelang dauerbekifft war jetzt mit einem Tumor zu kämpfen hat, Diagnose: agressiver Krebs im Rachenraum..Kiffen ist nicht harmlos Leute. Ich spreche hier nicht vom gelegentlichen Joint, sondern vom regelmässigen kiffen. Belassen wir es wie es heute ist. Eine Legalisierung sendet ein falsches Signal aus!

    • Dr. Gabber am 21.04.2016 18:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bonifatz

      tja, die meisten Ihrer Argumente lassen sich definitiv auch auf Alkohol anwenden. Bis auf den Krebs im Rachenraum. Bei regelmäßigem Alkoholkonsum entsteht der in der Leber. Nebenbei erwähnt, Krebs hat in den meisten Fällen auch genetische Ursachen. Aber erst wenn genügend Faktoren zusammen kommen, entsteht er. Bei einer Leberzirrhose hingegen ist er die natürliche Folge.

    • apollocombat am 21.04.2016 20:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bonifatz

      die die kiffen wollen sollen es auch legal können !! was wollen sie hier verbieten ?

    • Bonifatz am 21.04.2016 22:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dr. Gabber

      Es geht hier nicht um Alkohol, sonder darum das Kiffen zu legalisieren. Sollen wir jetzt, weil das eine Übel legalisiert ist , das andere auch legalisieren? Was soll diese Argumentation? Kiffen ist für die Psyche ein vielfaches gefährlicher als Alkohol, wissenschaftlich erwiesen.Ein Mensch der Psychische Probleme hat ist auch viel schneller vom Staat abhängig als einer der sein Feierabendbier trinkt und am morgen bei der Arbeit eine Fahne hat, aber dafür da ist und keine IV braucht wegen Psychosen und Angstzuständen. Schauen sie sich mal Statistiken an..wake up.

    • apollocombat am 21.04.2016 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bonifatz

      es soll legal werden damit die konsumenten nicht kriminalisiert werden... wer sind sie dass sie das verbieten wollen ?

    • Bonifatz am 21.04.2016 23:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @apollocombat

      Ich bin einer der an einer funktionierenden Gesellschaft interessiert ist wo nicht jede Droge erlaubt ist und alle bekifft durch die Welt taumeln, für gewisse Drogen soll es einen Abschreckungseffekt geben dadurch dass sie eben verboten sind, das ist ok so. Festen und Spass haben soll sein, absolut! Der gelegentliche Joint geht allemal in Ordnung, aber vor gewissen Dingen muss man einen gewissen Respekt wahren, und mmn gehört kiffen in diese Kategorie. Ihnen ist es sowieso völlig egal ob kiffen legal ist oder nicht, sie kiffen ja trotzdem, warum also legalisieren und ein falsches Signal senden an die Jungen? Nicht nur Sie existieren auf dieser Welt.

    • apollocombat am 21.04.2016 23:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bonifatz

      das können alles auch zu anderen drogen sagen die sie ständig legal konsumieren... diese negative einstelung kommt ganz aleine davon dass sie keine ahnung von cannabis haben!!!

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  • Name Vorname am 20.04.2016 22:31 Report Diesen Beitrag melden

    Solidarisch mit nicht Raucher

    Man sollte Canabis nur für schwer kranke legalisieren. Aber nicht für Alle und ja nicht für gesunde Jugendliche. ES ist eine total falscher Sygnal. Drogen schaden. Wenn man Canabis für alle legalisiert werden, dann will ich für Canabisraucher keine KK Prämien bezahlen. Trennt die KK! Ich will nicht von ihren Canabis Konsum verursachte Krankheiten bezahlen. Bitte trennt die KK Prämien.

    • apollocombat am 21.04.2016 20:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Name Vorname

      ok aber dann muss alkohol, fett , zucker, kaffee... auch ilegal sein...!!

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  • dampfender Grizzly am 20.04.2016 22:20 Report Diesen Beitrag melden

    THC Gehalt!

    Das Problem ist, den THC Gehalt in den Griff zu bekommen und das kriegt man nur, wenn man den Wert des Gehalt festlegt und legalisiert!Man kann dann nur noch hoffen, das der Markt von hoch-gezüchtetem zusammen bricht und nicht mehr lukrativ ist! Wird aber sicher ein Wunschdenken bleiben!By the way, zuerst sollte natürlich die Jugend aufgeklärt werden, was "hoch-gezüchtetes" speziell auf die Psyche eines Jugendlichen auslösen kann und bei exzessiven Gebrauch auch tut!