Umstrittene Idee

20. März 2016 08:23; Akt: 20.03.2016 08:29 Print

Linke Politiker wollen arabische SRF-Tagesschau

von R. Landolt - Eine arabische Tagesschau im Schweizer Fernsehen? Linken Politikern gefällt die Idee, die in Deutschland Schule macht.

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Tagesschau auf Arabisch: Was in Deutschland Realität ist, findet bei linken Politikern Anklang. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

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Deutsche Politiker wollen Flüchtlinge übers Fernsehen integrieren: Einen TV-Kanal, in dem die «deutsche Leitkultur» vermittelt wird, wünscht sich CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer. Bereits heute strahlt die ARD eine arabische Tagesschau in 100 Sekunden aus. Das ZDF hat Kindersendungen mit arabischen Untertiteln im Programm. Die Programmchefin der «Deutschen Welle» weibelt dafür, die Kultserie «Lindenstrasse» mit arabischen Untertiteln zu versehen, wie die «Neue Zürcher Zeitung» berichtet.

Umfrage
Welche Sendung sollte zwecks Integration mit arabischen Untertiteln versehen werden?
15 %
2 %
18 %
5 %
26 %
8 %
10 %
16 %
Insgesamt 10552 Teilnehmer

SP-Nationalrat Cédric Wermuth wünschte sich auch beim Schweizer Fernsehen entsprechende Sendungen. «Der Service public soll alle Bevölkerungsgruppen ansprechen. Dazu gehören auch Asylsuchende.» Umso mehr, als «SRF im Moment auf dieser komischen Heidi-Swissness-Schiene fährt». Wermuth will weniger von der «Schweiz, wie sie nie war» und mehr «multikulturelle Realität».

«Eine Leitkultur zeigen, wirkt überheblich»

Parteikollegin Mattea Meyer unterstützte eine Tagesschau mit beispielsweise arabischen Untertiteln. Sie lehnt aber die Vorstellung ab, im Fernsehen «eine ‹Leitkultur› zeigen zu müssen.» Das wirke überheblich. Sie ist überzeugt, dass die beste Integration über den direkten Kontakt mit Menschen stattfindet. «In erster Linie müssen Asylsuchende in den Arbeitsmarkt integriert werden und Kinder schnell in die Schule kommen.»

Christian Wasserfallen (FDP) widerspricht Wermuth insbesondere darin, dass Integrationsprogramme zum Service public gehörten. Seine Erfahrung zeige, dass sich die «Flüchtlinge selber und viel besser organisieren als wir uns das vorstellen können». Das Internet biete Dutzende Informationskanäle, über die Flüchtlinge zu «Details über Fluchtrouten und die Rechte und Gepflogenheiten im jeweiligen Land kommen».

«Cervelat trifft Baklava»

SRF teilt auf Anfrage mit, Integration werde in der Berichterstattung bereits jetzt auf ganz unterschiedliche Arten thematisiert. Etwa in der Sendereihe «Cervelat trifft Baklava» oder der Dok-Serie «Grüezi Schweiz». Sendungen in anderen als den vier Landessprachen oder entsprechende Untertitel seien momentan aber nicht geplant.

Geht es nach dem Basler Stadtentwickler und Migrationsexperten Thomas Kessler, soll es dabei bleiben: «Wir stellen die öffentliche Welt nicht um für einzelne Gruppen. Stattdessen erwarten wir, dass sie die bestehenden Integrationsangebote nutzen.» TV-Sendungen für Flüchtlinge wichen von der «erfolgreichen Schweizer Integrationspolitik» ab. Auch weil TV-Schauen unverbindlich sei. «Man kann ja nicht erzwingen, dass eine Person diese oder jene Sendung schaut.» Im Gegensatz dazu seien Informationsveranstaltungen oder der Besuch von Sprachkursen wirkungsvoll.

Kessler lehnt Integrationsfernsehen in der Schweiz aus einem weiteren Grund ab: «Die Verhältnisse in Deutschland und der Schweiz lassen sich nicht vergleichen.» In der Schweiz könnten die bestehenden Strukturen ziemlich flexibel an die Anzahl Zuzüger angepasst werden. «Deutschland ist überrumpelt, eine riesige Anzahl Menschen aus dem arabischen Sprachraum muss aus dem Stand integriert werden.» Übers TV könne eine grosse Zielgruppe angesprochen werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tobi am 20.03.2016 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Weg

    Nicht WIR müssen die Leute integrieren sondern DIE LEUTE müssen sich integrieren... Hört doch endlich auf allen die Sache vorzukauen.

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  • Jakob Schweizer am 20.03.2016 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Es wird immer besser. Würden denn die Arabischen Regierungen auch für Deutschsprechende so etwas tun.

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  • Damian Zehnder am 20.03.2016 08:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Nacht

    Ich entsorge noch heute den Fernseher.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas Giger am 20.03.2016 23:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein danke!

    Wenn das kommt lösche ich alle Schweizer Sender und weigere mich billag zu zahlen!!

  • Melina am 20.03.2016 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum arabisch?

    Englisch ist eine Weltsprache, die meisten Flüchtling verstehen ein wenig englisch aber nicht alle können arabisch! von da her würden englische Untertitel viel mehr Sinn machen, dann würden sogar keine grosseltern die 2-3x im Jahr in der Schweiz sind was verstehen! Oder übersetzt ihr es dann extra auf Schwedisch da meine grosseltern von da kommen? Bei den Flüchtlingen wird es vielleicht auch gemacht

  • Thomas am 20.03.2016 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    krankhafte Anpassung

    Immer diese duckmäuserische Haltung. Die Immigranten lernen eine Landessprache der Schweiz oder sie können wieder gehen. In England wird auch nur das Angelsächsisch gesprochen und kein arabisch

  • E schwyzer Papi am 20.03.2016 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist Zeit Vorsorge zu treffen

    Jetzt also soll schon unsere Tagesschau arabisch ausgestrahlt werden. Momoll, das gaat aber schnell fürschi mit dä Islamisierig!Ich will das meine Kinder und Enkelkinder sich weder verhüllen noch beschneiden lassen müssen und in einem freien Land ohne religiöse Spinnereien leben und sich frei entfalten können. Ich und meine Generation konnten das noch. Ich werde vorsorglich darauf drängen, dass sie später wenn sie älter sind alle Voraussetzungen erfüllen um nach Australien, Neuseeland, Kanada oder Südamerika auszuwandern. Sicher ist sicher. Schade nur um unsere einst schöne Schweiz.

  • Herbert Müller am 20.03.2016 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ob der auch online geht?

    Geil!!! Der Artikel ist von einer Praktikantin verfasst. Damit hat Sie sich schon einen Namen gemacht und Tamedia ist rechtlich vermutlich geschützt sowas rauszulassen. Clever. Unmoralisch und zum erbrechen, aber clever.