«Bahnhof der Zukunft»

08. Juli 2017 09:10; Akt: 08.07.2017 15:19 Print

Taxis und Randständige stören die SBB

Die SBB will den Gastronomie-Bereich in den Bahnhöfen aufwerten. Dafür müssen alkoholisierte Personen und Taxis das Feld räumen.

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Sollen rund um den Bahnhof verteilt werden: Taxis vor dem Zürcher Hauptbahnhof. (Archiv) (Bild: Keystone)

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Jürg Stöckli, Chef der SBB-Sparte Immobilien, strebt eine Aufwertung der Plätze vor den Bahnhöfen an. Bereits heute erwirtschaften die Bahnhöfe der SBB mit ihren teils unterirdischen Einkaufszentren einen grossen Teil ihres Umsatzes mit dem Shoppingangebot. Doch Stöckli sieht in den grossen Stationen noch ein grösseres Potenzial. Die SBB habe deshalb einen Masterplan erarbeitet, wie die «Schweiz am Wochenende» heute berichtet.

Dieser Plan sieht vor, die Plätze vor den SBB-Gebäuden aufzupolieren und grosszügiger zu gestalten. Die Aussenräume sollen etwa mit Cafés und Restaurants belebt werden. Die SBB strebt in diesem Bereich in den nächsten 10 bis 15 Jahren ein Wachstum von bis zu 20 Prozent an.

Doch um Plätze zu schaffen, müssen Felder geräumt werden. Hauptbetroffene dieser Aufwertungsplanung sind alkoholisierte Randständige und Jugendliche. Zum Beispiel in Bern: Oftmals stünden und sässen sie tagelang trinkend und rauchend vor den Haupteingängen, was sich negativ auf die Aufenthaltsqualität der Restaurant-Gäste auswirke, so Stöckli.

Trotzdem sollen in den Bahnhöfen alle Gesellschaftsschichten willkommen sein. Die SBB werde deshalb versuchen, die teils unerwünschten Aufenthalter in den Bahnhöfen an andere Plätze zu lotsen, damit die Gäste im Restaurant ihr Essen ungestört geniessen können.

À la Uber

Ein weiterer Dorn in Stöcklis Auge sind die Taxis «auf einem Haufen», wie vor dem Zürcher Hauptbahnhof. Diese würden teils stundenlang vor dem Haupteingang stehen und damit eine Wohlfühlzone verhindern, die zum Betreten des Bahnhofs einlade, klagt Stöckli.

Der SBB schwebt ein Alternative vor: So sollen die Taxis in kleinerer Anzahl an verschiedenen Orten rund um den Bahnhof stationiert werden, mit einer App wie jener von Uber abrufbar sein und damit weniger lange an einem Ort warten müssen. Laut Stöckli seien für die grössten Bahnhöfen mit den Städten und Kantonen bereits Gespräche mit Politikern im Gange.

(nag)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • RegnumBohemiae 1182 am 08.07.2017 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    etwas Sarkasmus ;)

    Besserer Vorschlag; was mich in Bahnhöfen am meissten stört, wenn ich mal richtig gut essen und dinieren will, sind diese rücksichtslosen Reisenden, welche die Züge benutzen, kann man die nicht auch wo anders aus- und einsteigen lassen, ein Bahnhof ist nun wirklich nicht der richtige Ort dafür?!

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  • Leser am 08.07.2017 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wohlfühlzone

    Seit wann sind lärmige Orte, wo Stahlräder auf Stahlschienen kreischen, Wohlfühlzonen?

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  • mike am 08.07.2017 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Kein wohlfühlen

    Das ganze gebiet inkl ZH Hauptbahnhof ist mit den ganzen Menschenmassen ganz bestimmt keine wohlfühl Oase und wird es auch nie sein. Ausser wir schliessen den Hauptbahnhof eines Tages. Es wird nie ein Ort sein an dem man sein möchte, sondern ein Punkt an dem man so schnell wie möglich weg will.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Butch am 08.07.2017 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    "Randständige"

    Die Randständigen müssen nicht bloss vom Bahnhof verschwinden, sondern sollten aus der Gesellschaft verschwinden bzw. es sollte ihnen geholfen werden. Weshalb sind die wohl dort? Man kann Alk kaufen, es hat Toiletten und es ist etwas los. Traurig, dass es solche Leute in unserer "ach so sozialen" Gesellschaft immer noch gibt! Vielleicht könnte man das Geld, welches man für Eritreer rausschmeisst, für randständige Schweizer einsetzen?

  • Erwin B am 08.07.2017 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für wen sind Bahnhöfe da

    Man müsste dieser SBB-Leitung wieder einmal erklären, für was Bahnhöfe eigentlich da sind: für Bahnreisende. Diese müssen Gepäck aufgeben, Tickets lösen und allenfalls etwas Reiseproviant einkaufen. Ankommende benötigen zudem einen einfachen Zugang zum ÖV oder einem Taxi. Punkt.

    • Spaniel am 08.07.2017 19:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Erwin B

      Richtig so sehe ich das auch. Zeitweise werden Bahnhöfe zu einem Eventlokal gemacht. Dafür darf man dankbar sein wenn man einen Billetschalter überhaupt vorfindet. Geld scheffeln bis zum umfallen.

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  • Bähnler am 08.07.2017 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    Basar

    Die SBB macht es nur der Post nach: Ist eher ein Basar als eine Aufgabestelle für Pakete und Briefe.

    • Spaniel am 08.07.2017 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bähnler

      Aber in der Regel ein teurer Basar. Eine Einkaufsmöglichkeit für das notwendigste finde ich ja gut. Aber eine Zwischenverpflegung erreicht ein Preisniveau bald einer Hauptmahlzeit. Bei schlechter Qualität zudem.

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  • PROLLTRASH am 08.07.2017 16:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lol

    die aschenbecher sind bei den ein und ausgängen. raten sie mal wo geraucht wird? sbb probleme sind in der regel hausgemacht.

  • A. R. am 08.07.2017 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Shoppingzone und Gleise abgetrennt

    In sehr viele Länder haben sie seit längst zwei verschiedene Zonen eingeführt: Shoppingzone und Bahnhof. Wer Zug fahren muss geht zum Bahnhof, wer saufen will geht zur Shoppingzone. Von spezielle Tore abgetrennt. Siehe Paris oder Mailand.