Generationengraben

16. November 2012 09:08; Akt: 16.11.2012 10:13 Print

Junge waren knapp gegen Passivrauch-Initiative

Wuchtig wurde die Initiative «Schutz vor Passivrauchen» vor zwei Monaten verworfen: Zwei von drei Stimmbürgern lehnte das Anliegen ab. Hätten nur die Jungen gestimmt, wäre es knapper geworden.

Die Initiative «Schutz vor Passivrauchen» ist am 23. September deutlich verworfen worden.

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Bei der Abstimmung über die Volksinitiative «Schutz vor Passivrauchen» sind die Fronten klar zwischen Rauchern und Nichtrauchern verlaufen. 92 Prozent der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, die selbst rauchen, lehnten ein strikteres Rauchverbot ab.

Zwar lehnte auch die Mehrheit der Nichtraucher die Initiative ab. Mit 59 Prozent lag der Nein-Anteil in dieser Gruppe aber tiefer als in der Gesamtbevölkerung, wie aus der am Freitag veröffentlichten VOX-Analyse des Forschungsinstituts gfs.bern zur eidgenössischen Abstimmung hervorgeht. Die Passivrauch-Initiative war am 23. September 2012 von 66 Prozent der Stimmbürger verworfen worden.

Auch bei der Abstimmung über die Initiative «Sicheres Wohnen im Alter» war die persönliche Situation ausschlaggebend für das Abstimmungsverhalten: 55 Prozent der Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer stimmten dem Anliegen zu, während 63 Prozent der Mieterinnen und Mieter es ablehnten. In der Volksabstimmung wurde die Initiative mit 53 Prozent abgelehnt.

Kaum eine Rolle spielte gemäss den Erkenntnissen der Meinungsforscher hingegen das Alter der Stimmenden: Die Zustimmung zur Initiative war unter älteren Bürgern nicht signifikant höher als unter jüngeren.

Individuelle Freiheit

Im Gegensatz dazu war das Stimmverhalten bei der Passivrauch- Initiative stark vom Alter beeinflusst: Bei den unter 40-Jährigen war die Zustimmung mit rund 43 Prozent am höchsten. Dagegen lehnten mehr als drei Viertel der über 70-Jährigen die Initiative ab. Ausserdem erhielt die Vorlage in der Romandie und im Tessin, wo mehrheitlich strengere Vorschriften gelten, mehr Zustimmung als in der Deutschschweiz.

Entscheidend für die Ablehnung der Initiative war die Wertschätzung der individuellen Freiheit unter den Stimmbürgern. Eine grosse Mehrheit der Personen, welche ein Nein einlegten, nannte die Furcht vor einer Einschränkung der individuellen Freiheit als Grund für ihren Entscheid. Auch die Ablehnung exzessiver Verbote war ein Motiv. Bei den Befürwortern wurde der Schutz der Gesundheit am häufigsten als Argument für die Initiative genannt.

Schwache Mobilisierung

Generell stuften die Befragten die drei Vorlagen als relativ unwichtig ein. Dies dürfte die vergleichsweise tiefe Stimmbeteiligung von rund 42 Prozent erklären. Offenbar konnten die Parteien ihre Wähler schlecht mobilisieren. Dagegen war die Beteiligung unter den Bürgern, die sich mit keiner Partei verbunden fühlen, höher als sonst.

Als wichtigste der drei Vorlagen erachteten die Stimmbürger den Verfassungsartikel zur Musikförderung, der in der Abstimmung mit einem Ja-Anteil von 73 Prozent am wenigsten umstritten war.

Unter jenen Bürgern, die eine bestimmte Partei bevorzugen, wichen auffallend viele von der Parole dieser Partei ab. So stellte sich sowohl bei der Initiative «Sicheres Wohnen im Alter» als auch beim Verfassungsartikel zur Musikförderung eine Mehrheit der befragten FDP-Sympathisanten gegen die Parteiparole. Die Passivrauch-Initiative wiederum wurde von einer Mehrheit der SP-Wähler abgelehnt, obwohl die Partei sie offiziell unterstützte.

Die Analyse basiert auf einer Umfrage im Nachgang zur Abstimmung. Insgesamt befragte gfs.bern 1501 Personen aus allen drei Sprachregionen. Die Daten wurden durch die Abteilung für Politikwissenschaft der Universität Genf ausgewertet.

(sda)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Die Jungen sind halt auch mehr vom Passiv-Rauchen betroffen, weil sie nicht so oft zu Hause sitzen. – Passivraucher

Solange Raucher ihre Zigarettenstummel sorglos auf dem Boden entsorgen, bin ich vehement gegen jegliche Raucher. Ich schmeisse meinen Abfall schliesslich auch nicht einfach so auf den Boden, egal wie klein er ist! – Ein Jugendlicher

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nichtraucher am 17.11.2012 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    -Freiheit

    Solange man Freiheiten einschränken kann hat der Staat freude an der Sache. Wenn es so weitergeht muss man noch einen Antrag stellen ob man ÖV benützen darf oder ob man sich an öffentlichen Plätzen aufhalten darf.

  • a.w. am 17.11.2012 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gülle

    noch schlimmer finde ich den gestank der gülle ,mit denen die bauern ganze täler verpesten.ich bin zwar nichtraucher,aber mich stört der tabakrauch nicht.

  • PM am 16.11.2012 23:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Raucher Teil 2

    Was sich ein Raucher selber antut ist das Eine, das Passivrauchen verursachen das Andere! Von einer Alkoholfahne (welche notabene nicht so weit reicht, wie die Rauchfahne) kann ich oder meine Kinder im Kinderwagen nicht beeinträchtigt werden, vom Rauch aber schon. Übrigens stinke ich wegen einer Alkoholfahne bzw. wegen einem schweisselnden Sitznachbar nicht - werde ich Rauch von einem Raucher ausgesetzt, dann stinke ich nachhaltig! Bei allem Respekt den Personen welche rauchen gegenüber: versetzt euch für ein einziges Mal in meine Lage, bevor ihr euch wieder gemobbt fühlt!!!

  • PM am 16.11.2012 23:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Raucher Teil 1

    Liebe Raucher (egal welchen Alters), fakt ist: rauchen schädigt die Gesundheit; soweit so gut! Im Vergleich zum Alkohol bzw. zum Schweisseln kann man durch Passivrauchen eben gefährdet werden; also könnt ihr dies nicht als Vergleich hinziehen! Die Argumente wie 'irgendwo anders warten' bzw. den Raucher bitten rücksicht zu nehmen funktionieren selten, denn wenn ich mit einem Kinderwagen auf den Niederflurteil will warte ich da, denn sonst reicht mir das Einsteigen nicht. Und leider sind Raucher zu einem grossen Teil nicht kompromissbereit, egal, wie nett man fragt!

  • Mike Nussbaumer am 16.11.2012 22:14 Report Diesen Beitrag melden

    Zigaretten / Alkohol

    Man sieht was Alkohol und Zigaretten aus den Babyboomern, welche dies über Dekaden konsumiert hat, gemacht hat. Ich sehe einen direkten Zusammenhang mit dem Alkohol Dauerkonsum über Jahrzehnte und diversen Demenzerkrankungen. Diese Gruppe fällt auch leichter aus dem Arbeitsprozess, ist auf Dauer weniger belastbar, mehr krank, weniger aufnahmefähig u. öfters arbeitslos, IV und Sozialhilfeempfänger.

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