Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Statuten erarbeitet
07. Februar 2012 18:55; Akt: 08.02.2012 10:51 Print
Muslime gründen in der Schweiz ein «Parlament»
Zwei muslimische Dachorganisationen bereiten die Wahl einer «Umma Schweiz» vor, die alle in der Schweiz lebenden Muslime repräsentieren soll. Eine erste Wahl soll im Herbst durchgeführt werden.

Im Oktober 2011 demonstrierten Muslime auf dem Bundesplatz in Bern gegen Islamophobie und Rassismus. (Bild: Keystone)
Zwei grosse muslimische Dachorganisationen in der Schweiz nehmen ihr Schicksal in die eigene Hand: Sie bereiten die Wahl einer Art Parlament vor, das alle in der Schweiz lebenden Muslime repräsentieren soll.
Infografik Religionen in der SchweizDas Parlament, genannt «Umma Schweiz», könnte ab 2013 gebildet sein, sagte Farhad Afshar, Präsident der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz (KIOS), am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Mit von der Partie ist neben der KIOS die Föderation islamischer Dachorganisationen der Schweiz. «Umma» ist arabisch und bedeutet «Gemeinschaft aller Muslime».
Eine Testwahl solle im Herbst in Basel-Stadt durchgeführt werden. Falls dort alles gut laufe, könnten im Winter schweizweit Wahlen durchgeführt werden, sagte Afshar. Jeder in der Schweiz wohnhafte Muslim könne dafür kandidieren, sofern er die Statuten akzeptiere.
Momentan arbeite eine Kommission zusammengesetzt aus Experten des öffentlichen Rechts und des islamischen Rechts daran, die Statuten der neuen Gemeinschaft zu erarbeiten, sagte Afshar. Die Gemeinschaft solle im Einklang stehen mit eidgenössischem und kantonalem Recht.
Keine staatliche Mithilfe erwartet
«Umma Schweiz» soll es den rund
Afshar erwartet aber nicht, dass der Staat sich in die Bildung einer muslimischen Dachorganisation einmischt. Er respektiere die klare Trennung zwischen Staat und Kirche in der Schweiz.
Sache der Kantone
Dies plant der Bund laut Michele Galizia, Leiter der Fachstelle für Rassismusbekämpfung, auch nicht. Er teilt die Empfehlung der OSZE denn auch nicht, nach der die Schweiz die Bildung einer muslimischen Dachorganisation fördern solle.
Der Dialog mit den religiösen Gemeinschaften sei keine Angelegenheit des Bundes, sondern der Kantone. Der Bund übe auf keinen Fall Druck auf die Muslime aus, damit diese sich zusammenschliessen würden. Dies werde von Christen auch nicht verlangt.
IZRS nicht dabei
Eine der muslimischen Organisationen, mit denen die OSZE-Beaufragten gesprochen hatten, war der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS). Dieser hat nach eigenen Angaben seit 2009 Kenntnis von der Idee, ein Parlament zu bilden, steht dem Anliegen aber kritisch gegenüber.
«Wir wurden nicht über die Details des Projekts informiert und wir sehen nicht, wie dieses umgesetzt werden könnte», sagte IZRS-Präsident Nicolas Blancho. Die Organisationen hätten weder die finanziellen Mittel noch die notwendigen Strukturen für ein solches Projekt, urteilt er.
(sda)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 245 Kommentare






























Unnötig
ch als eine muslimin bin dankbar das ich überhaupt meine religion in der schweiz ausleben kann. Habe ein kopftuch und kann damit herumlaufe,n (ok mit der arbeit ist es zwar nicht so aber ich kann die Mitmenschen auch verstehen). Ich bin dankbar, dass wir als Muslimen einen Moschee haben dürfen (Minarett muss nicht unbedingt sein, es geht auch ohne). Ich finde aber das man es übertreibt mit diesem Parlament. Für was ein Parlament. Seid doch bitte an das dankbar was ihr habt. Wir sind hier Gast, und dürfen als Gast unser Religion ausüben dass reicht ja schon. Wenn man noch diese parlament gründet, kommt nur ein Hass gegen uns von den nicht muslimische Menschen. Bitte nicht übertreiben und mit dem leben lernen was uns erlaubt ist.
Etwas komische Geschichte
Also soll ein religiöser Dachverband entstehen, der die wohl meist religös motivierten Anliegen der Muslime in der CH unserem Parlament vorlegt und gleichzeitig soll die Trennung von Religion & Staat respektiert werden? Irgendwie kommt mir das etwas widersprüchlich vor, bin ich da der einzige?
BV
Ich habe bei einigen Kommentaren gelesen dass sich die Rechten darüber aufregen, das wegen der Migranten im ''Chindsgi'' Hochdeutsch gesprochen wird..das ist sowas von Falsch und daneben..denn in der BV steht nichts von einer Schweizer Sprache geschrieben, sondern DEUTSCH!