Schneckenplage

14. August 2014 15:08; Akt: 14.08.2014 15:08 Print

Nacktschnecken bringen Frau zu Fall

Weil der Boden mit Nacktschnecken übersät ist, weigert sich eine Zeitungsverträgerin, weiterhin auszuliefern. Auch der Rest der Schweiz kämpft mit der Schneckenplage.

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«So etwas habe ich noch nie erlebt.» Annemarie Bär, Gebietsleiterin Uri und Schwyz der Presto Pressevertriebs AG, sieht sich zunehmend mit Beschwerden ihrer Zeitungsverträger konfrontiert. Der Grund: zu viele Schnecken. «Die kriechen an Hauswänden hoch, über Briefkästen und fressen manchmal sogar die Kleber weg, die auf die zuzustellende Zeitung hinweisen», sagt Bär zur «Neuen Luzerner Zeitung». Sie habe die Touren selbst schon gemacht und Wege gesehen, bei denen es kaum noch ein Durchkommen gegeben habe.

Eine von Bärs Zeitungsverträgerinnen musste die Schneckenplage kürzlich am eigenen Leib erfahren. Als sie vergangenen Freitag in einem Quartier in Schwyz die Zeitung verteilen sollte, rutschte sie auf einem Gartenweg auf den Schnecken aus. Seither weigert sie sich, im Quartier weiterhin die Zeitungen zu verteilen. Den Hauseigentümern schien das Problem nicht bewusst gewesen zu sein. Das liegt daran, dass die Nacktschnecke, die im Quartier ihr Unwesen treibt, nachtaktiv ist. Trotzdem müssen sie jetzt auf die gewöhnliche Postzustellung warten, um die Nachrichten lesen zu können.

«Im Moment sind wir gegen die Schnecken machtlos»

Doch nicht nur den Schwyzer Schnecken geht es momentan besonders gut. «In den letzten Wochen waren die Bedingungen für die rund 200 Schneckenarten in der Schweiz sehr gut», sagt Schneckenexperte Jörg Rüetschi vom WWF zu 20 Minuten. Auch der milde Winter habe dazu beigetragen, dass die Schneckendichte bereits im Frühling ziemlich hoch war. Ausserdem habe es kaum Hitzeperioden gegeben, die den Schneckenbestand reduziert hätten. «Im Moment hat es tonnenweise Spanische Wegschnecken, das höre ich von allen Seiten.»

Gegen die derzeitige Plage könne man nur wenig machen. «Mit Schneckenzäunen kann die Zuwanderung in die Gemüsegärten zumindest gestoppt werden, im Grossen und Ganzen sind wir momentan allerdings machtlos», sagt Rüetschi. Besonders die Spanische Wegschnecke lebe bei den aktuellen Bedingungen besonders gut.

Laut Rüetschi sind wir an der Invasion dieser braunen Nacktschnecke auch selbst schuld. «Sie wurde vor rund 60 Jahren in die Schweiz eingeschleppt und breitet sich noch immer aus. Den Höhepunkt haben wir leider noch nicht erreicht.» Die Spanische Wegschnecke wütet nachts aber nicht nur in Gemüsegärten, sondern tut auch Positives: Sie beseitigt tote Artgenossen und Hundekot.

Alternative: «Rent en Ent» oder Schneckenweitwurf

Wer trotzdem nicht ganz kampflos aufgeben will, kann auch zu etwas ungewöhnlicheren Mitteln greifen. Unter dem Namen «Rent en Ent» bietet Pia Öchslin aus Lauerz etwa Mietenten an, die den Garten von den Weichtieren befreien sollen. Für die quakenden Schädlingsvernichter sind die Schnecken eine Delikatesse. Ausserdem gilt die Devise, dass die Weichtiere bei einem Schneckenweitwurf kaum mehr in den Garten zurückkehren.

Nicht jeder sieht Schnecken als eklige, schleimige Weichtiere an. Haben Sie in Ihrem Garten besonders herzige Exemplare? Machen Sie ein Foto davon und schicken Sie es uns mit dem Formular!

(vro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Winzer am 14.08.2014 18:19 Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Igel

    Wir haben eine Igel Fämeli und die geniiiiesen diesen Leckerbissen. Kein Schnecken Problem. Es LEBE DER IGEL. Überfahrt sie nicht und nimmt die Igel nicht zwischen die Räder, der Sog vom Auto nimmt Ihnen das Leben. ( Kein Witz ). und Pflegt sie wie Hund und Katzen. Hast du Igel ! Hast du keine Schnecken.

  • experte am 14.08.2014 15:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    garten effektiv schützen

    geht ganz eifach in dem rund um den wachsenden salat kiloweise gekaufter salat verteilt wird. dann konzentrieren sich die schnecken auf den gekauften und man kann de eigenen in ruhe wachsen lassen. versuchts doch mal!

    einklappen einklappen
  • schliimli am 14.08.2014 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    Leider...

    fallen auch immer wieder die selten gewordenen Weinbergschnecken den Schneckenhassern zum Opfer. Dabei fressen diese nur abgestorbene Pflanzenteile. Dabei sind die Riesenbrummer wirklich schön anzusehen mit dem riesen Häuschen. Meine Oma schwört drauf, dass die Weinbergschnecken die anderen "verjagen" und setzt die Grossen immer zwischen ihre Pflanzen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dominik am 14.08.2014 22:46 Report Diesen Beitrag melden

    1st world problem

    Oh mein Gott, es gibt Tiere auf der Welt die ich nicht mag. So kann ich meinen Job nicht mehr machen.

  • Peter Slug am 14.08.2014 22:28 Report Diesen Beitrag melden

    Die Tourismusbüros sollen werben

    Französische Feriengäste werden der kulinarischen Delikatessen wegen in Scharen kommen.

  • Rami am 14.08.2014 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ente

    Oder man hat eigene Enten zu Hause als Haustier auch immer super

  • LMT am 14.08.2014 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lösung

    Gummischaber mitnehmen und den Weg freiräumen xD

  • I. Bühler am 14.08.2014 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    Kaffeesatz ist super

    ich verwende Kaffeesatz. Nicht nur Schnecken, auch die Ameisen mögen es nicht, zudem vertreibt man auch die Katzen aus dem Gartenbeet, weiterhin ist Kaffeesatz ein Superdünger...