UNO-Generalversammlung

19. September 2017 05:41; Akt: 19.09.2017 11:20 Print

Leuthard steht im Schatten von Trump

Der erste Auftritt von US-Präsident Donald Trump bei der UNO überblendet die Auftritte anderer Staatsoberhäupter. Die Schweiz bleibt bei den Vereinten Nationen aber gut aufgestellt.

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Als vierte Rednerin: Doris Leuthard spricht am Dienstag bei der UNO-Generalversammlung. (Archivbild) (Bild: Keystone/Anthony Anex)

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Nur selten hat die Schweiz in ihrer 15-jährigen UNO-Mitgliedschaft so prominent auftreten dürfen wie Bundespräsidentin Doris Leuthard als vierte Rednerin an der Generaldebatte am heutigen Dienstag. Doch kurz vor der Schweizerin spricht US-Präsident Donald Trump zum ersten Mal zur UNO-Generalversammlung. Seine mit Spannung erwartete Rede wird jene der Schweizer Bundespräsidentin überschatten.

Für die Schweiz geht es bei der UNO aber nicht um Prominenz, sondern darum, sich als glaubhafte, neutrale und respektierte Mediatorin anzubieten. Die erklärte Priorität des Bundesrates für die nun eröffnete 72. UNO-Generalversammlung ist es, die Guten Dienste der Schweiz als Brückenbauerin im Hintergrund anzubieten.

Donald Trump bei der UNO

Schweiz unterstützt Reformen

Leuthard kündigt in ihrer Rede zudem die Unterstützung der Schweiz für die vom neuen UNO-Generalsekretär Antonio Guterres geplanten Reformen der oft trägen Organisation an. Sie betont die Wichtigkeit, die nachhaltige Entwicklungsagenda 2030 auf eine solide finanzielle Basis zu stellen, die sich der öffentliche und der private Sektor teilen.

Nach 15 Jahren in der UNO sei die Schweiz gut aufgestellt, sagte Aussenminister Didier Burkhalter am Montag während seines eintägigen Abschiedsbesuchs in New York. In Sachen Mediation und Prävention sei die Schweiz wenn nicht die Nummer eins doch in der obersten Liga, sagte Burkhalter vor Medienvertretern.

Wachsende Bedeutung von Genf

Der scheidende Aussenminister sieht dem UNO-Sitz in Genf wachsende Bedeutung zukommen. «Wir haben mit dem internationalen Genf viele Chancen, aber auch grosse Verantwortung. Es kommt eine Zeit vieler Schwierigkeiten auf die gespaltene Welt zu, wo Grossmächte oft kaum zueinander finden», prophezeite Burkhalter.

Die Schweiz verhält sich an der UNO deshalb vorsichtig. So unterzeichnet sie vorläufig nicht einmal das Abkommen zum Verbot von Atomwaffen, obwohl sich das Land seit Jahren gegen Nuklearwaffen einsetzt. «Wir haben mit dem Vertrag Schwierigkeiten, weil die Hauptakteure im Atomdossier zu diesem Abkommen nichts beigetragen haben und den Verhandlungen fern blieben. Darin sehen wir einige Gefahren», sagte Burkhalter. Die Schweiz wolle nicht «fast naiv» ihre Unterschrift geben, ohne zu wissen, ob andere, bedeutende Anti-Nuklearverträge wie der Nichtverbreitungs-Pakt durch das neue Abkommen behindert würden.

Den USA den Puls fühlen

Die diesjährige Generalversammlung dient den Bundesräten auch dazu, um den Puls der USA unter Trump bei der UNO zu fühlen. Burkhalter sagte, er hoffe, dass Trump seine Ideen für die Arbeit in der UNO in einer konstruktiven Weise einbringe und mehr als Twittersprüche zu bieten habe.

Auch ergeben sich im Rahmen der UNO-Generalversammlung jeweils viele Möglichkeiten zu bilateralen Treffen auf höchster Ebene für die Schweizer Vertreter in New York. Burkhalter traf auf seiner kurzen Abschiedstour an der UNO ein halbes Dutzend Amtskollegen, so auch den iranischen Aussenminister Mohammad Zarif. Leuthard wird in einem bilateralen Treffen ebenfalls heute Dienstag erstmals mit der britischen Premierministerin Theresa May zusammenkommen.

(roy/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • carmen diaz am 19.09.2017 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    niemanden bei der UNO...

    ...hat es jemals interessiert was ein vertreter der schweiz gesagt hat. niemals! wozu auch, die schweiz hat keinerlei macht. die macht bei der UNO wird durch die grössten amtommächte bestimmt. die schweiz hat nichts zu fordern und niemand hat der schweiz zu folgen. das war schon immer so, ist so und wird immer so sein...

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  • Flitzpiepe am 19.09.2017 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    UNO zahnloser Tiger

    solange z.B. die USA ohne UNO Mandat irgendwo auf der Welt einfallen und keinerlei Sanktionen seitens der UNO und deren Mitgliedstaaten zu fürchten haben ist das ne reine Zirkusnummer. Gut Nacht

  • Karl am 19.09.2017 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Kasperletheater

    1. ist die UNO nichts wert. 2. putzt Trump mit Doris seine Nase, wenn er will.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marius M. am 21.09.2017 05:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geldverschwenung

    Die Bundesrat Zu- und Hilfsarbeiter, auch Bundesangestellte genannt, kosten 5.8Milliarden im Jahr. Die Hälfte der Leute wissen gar nicht wie sie den langen Arbeitstag rumbringen sollen.

  • Bartli am 20.09.2017 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    War dies auch ein Thema bei der UNO

    Das mit dem Säbelrasseln ist ein Problem, die Seuchen von eingeschleppten Krankheiten wie Masern, MERS und Candida auris, Thypus, wie auch Aids und vieles mehr eine andere Gefahr, neben Terroristen. Ich verlange das die Bevölkerung in Europa restlos aufgeklärt wird. Aber klar sind es wieder wir, die eine Gefahr unserer neuen Gäste sind. Nein, es wird uns noch lange nicht alles gesagt. Daher bin auch ich eher dem Nationalismus angetan. Es ist eh schon reichlich spät mit zweitem Anliegen. ich bitte sehr dies einzustellen. Panik? Keineswegs. Wir sollten wissen was da alles auf uns zukommt.

  • Claudia am 20.09.2017 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    UNO ist unützlich

    Trump hat recht.Die UNO ist unütze.Wenn Amerika nicht mehr mitmacht,kann die UNO ihre Tore sowiso schliessen.

  • Kate am 20.09.2017 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versteh ich nicht

    Was habt Ihr alle eigentlich gegen D. Leuthard? Sie ist sicher um einiges besser als so 2, 3 Herren im BR.

    • Katya am 20.09.2017 08:37 Report Diesen Beitrag melden

      Verstehe das gut

      Ja, sie ist um einiges besser als Sommaruga,doch sie vertretet auch nicht die Meinung unserer Bevölkerung.Ihre Saläre sind viel zu hoch.Sie sind zu verwöhnt,darum sind sie auch abgehoben.Hochmut kommt vor dem Fall.

    • Rigozzi am 22.09.2017 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kate

      Stimmt Sie geht gerne mit dem Jet und Mutter auf Reisen mit unserem Geld Sie sieht gut aus aber leistet nichts

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  • D.N. am 20.09.2017 01:14 Report Diesen Beitrag melden

    Tatsache

    Bei Trump steht sie im Schatten, aber bei uns im Abseits! Leider hat sie es aber noch nicht gemerkt.

    • E.N. S am 20.09.2017 03:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @D.N.

      das ist so und doch bleibt sie stur im Sattel, obwohl 95% des Volkes sie verabscheut! Warum nur kommt sie immer durch und dann noch an höchster Stelle eines Landes, welches glaubt es gäbe die Demokratie, die längst zur Farse geworden ist bei uns in der CH ! Das stinkt doch zum Himmel !

    • Bartli am 20.09.2017 09:37 Report Diesen Beitrag melden

      Klar, wir schaffen das alle gemeinsam

      Die reden doch alle über Asyl aber im Grunde geht es um eine Völkerwanderung und Migration. Frau Leuthard ist gewichtiger als viele denken, sie wird doch wissen wie die neue Ordnung auf dieser Welt vorgeplant ist. Alles wurde auf den Kopf gestellt und dies in einem Höllentempo. Wie wir seit ca. 20 Jahren merklich spüren bleibt kein Stein auf dem Anderen. Neben lauter Kleinkriegen seit Jahrzehnten, bei denen sich Politiker die Folgen ausmalen konnten, gesellen sich nun auch noch Naturkatastrophen hinzu. Eingeschleppte Krankheiten, löchrige Kassen sind neben Terror ein weiteres Problem.

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