Rentenreform

31. Juli 2017 10:35; Akt: 31.07.2017 11:48 Print

Kiffen legalisieren, um die AHV zu finanzieren

von Nikolai Thelitz - Wäre Cannabis legal, könnte man durch Besteuerung locker die AHV sanieren, findet die Junge GLP. Bald könnte die Schweiz darüber abstimmen.

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Am 24. September stimmt die Schweiz über die Reform Altersvorsorge 2020 ab, welche die Renten bis ins Jahr 2030 sichern soll. Wie es danach weitergeht, ist noch unklar. Weil die Lebenserwartung steigt und mehr Menschen pensioniert werden, droht ein Loch in der Renten-Kasse. Um dieses zu stopfen, wollen die Jungen Grünliberalen nun eine neue Finanzierungsquelle anzapfen: Marihuana.

Umfrage
Kiffen für die AHV – eine gute Idee?
80 %
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11 %
Insgesamt 8577 Teilnehmer

«Die Legalisierung und Besteuerung von Cannabis wäre eine hervorragende Möglichkeit, zusätzliche Einnahmequellen für die AHV zu generieren», sagt Co-Parteichef Pascal Vuichard. Jedes Jahr würden in der Schweiz 60 Tonnen Gras verraucht, der unversteuerte Gewinn lande bei den Dealern. «Es wäre sinnvoller, diesen Markt zu legalisieren und zu besteuern, quasi kiffen für die AHV.»

«Legales Gras bringt 450 Millionen pro Jahr»

Besteuere man Gras wie Tabak mit 25 Prozent, komme man auf 150 Millionen Franken Einnahmen pro Jahr. Davon sollten 80 Prozent in die AHV und je 10 Prozent in Prävention und Forschung investiert werden. Zudem spare man jährlich 300 Millionen Franken bei der Strafverfolgung ein. «Insgesamt würde legales Gras der Staatskasse 450 Millionen pro Jahr bringen», so Vuichard. Allein die Steuereinnahmen würden reichen, um die Kosten der Altersreform von 2020 bis 2030 komplett zu decken. «So wird die AHV auf ein gesundes Fundament gestellt und es bleibt mehr Zeit für eine strukturelle Reform.»

Die Zeit für eine Cannabis-Legalisierung ist laut Vuichard unabhängig von der Altersreform reif. «In Umfragen zeichnet sich eine klare Mehrheit für eine Legalisierung ab, und US-Staaten wie Colorado zeigen, dass legales Gras nicht zu Chaos führt.» Zwar habe das Stimmvolk erst 2008 eine Legalisierung abgelehnt, doch mittlerweile habe der Wind gedreht. «Legales Marihuana ist heute mehrheitsfähig, vor allem wenn man den Nutzen einer Besteuerung aufzeigt.» Dies auch, weil Cannabis im Vergleich zu Alkohol sicherlich nicht gefährlicher sei. «Ein Joint am Abend sollte gleich wie ein Feierabendbier behandelt werden.»

«Cannabis ist eine gefährliche Droge»

Nichts von der Idee Vuichards hält SVP-Nationalrat Erich Hess: «Das ist fertiger Blödsinn! Cannabis ist eine gefährliche Droge, immer wieder beweisen Studien, dass ein erhebliches Risiko von Psychosen besteht.» Der Staat würde durch eine Legalisierung das falsche Signal aussenden, dass Kiffen unbedenklich sei.

Eine Legalisierung würde zudem nicht zu mehr Einnahmen, sondern zu höheren Kosten führen. «Wenn Gras legal ist, fangen mehr Menschen an zu kiffen. Das führt zu höheren Kosten im Gesundheitsbereich, weil die Leute ihre psychischen Probleme behandeln müssen.» Ein weiteres Problem sei, dass man anders als beim Alkohol nicht genau nachweisen könne, ob und wie stark man unter Einfluss von Cannabis stehe. «Bei Verkehrskontrollen kann man nur feststellen, ob in der Vergangenheit gekifft wurde.»

Bald könnten wir über die Legalisierung abstimmen

Ob in der Schweiz tatsächlich bald legal gekifft und so die Staatskasse aufgebessert wird, könnte sich schon bald an der Urne entscheiden. Mitte April reichte der Verein «Legalize It!» eine entsprechende Volksinitiative ein. Diese will Besitz, Konsum und gemeinschaftlichen Anbau legalisieren.

Sie sieht zudem eine Besteuerung vor – dies war bei der 2008 vom Stimmvolk versenkten Hanfinitiative nicht der Fall. Wie der Bund das Geld verwenden soll, definiert die Initiative allerdings nicht. Das Anliegen wird momentan von der Bundeskanzlei vorgeprüft, die Unterschriftensammlung steht also noch aus.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Escobar am 31.07.2017 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rettet die AHV und den Verstand

    Jährlich x tote durch Alkohol, keinen durch Cannabis, enorme Steuereinnahmen und sauberes Gras für die Konsumenten. Nur warum wird es nicht legalisiert? Da kommen mir nur Pharamavertreter in der Politik in den Sinn, traurig.

    einklappen einklappen
  • cmäch am 31.07.2017 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich!!!

    endlich!! Auf diese Lösung sollte eigentlich jeder Parlamentarier kommen!! Mit Cannabis-Legalisierung würden viele finanzielle Probleme geregelt werden!

    einklappen einklappen
  • mary jane am 31.07.2017 10:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    chrütlischwur

    muss sagen, finde die idee nicht schlecht, wenn dad wirklich so umgesetzt werden könnte - überragend!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Berseker am 16.08.2017 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kiff kiff

    ich finde das gut es wird ohnehin gekifft ich bin noch nie zugedrönt Auto gefahren und ich kiffe seit 15 Jahren mehr oder weniger regelmässig aber auch oft Pausen von ein paar Monaten gemacht.Das Problem ist das man THC auch nach 48 std nachweisen kann,wie soll das geregelt werden??

  • stinksauer am 16.08.2017 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    niemals legalisieren!!!!

    Ist ja logisch!!!! Das Gesetz ist machtlos und kann sich nicht durchsetzen, da es heisst Eigengebrauch usw. also legalisieren wir es. Sauerei!!!! Kiffen ist eine Einstiegsdroge fuer haertes. Viele Personen aus meiner Jugend haben den Drogentod erfahren. Die meisten haben mit Kiffen angefangen. Beispiele gibt es zu genuege. Tolles Beispiel fuer unsere Jugend. Legalisiert doch Heroin und Meph auch gibt noch mehr Geld. Fahren wir doch alle bekifft Auto und gehen vernebelt durchs Leben. Sieht so die Zukunft fuer die naechste Generation aus?

  • PG am 16.08.2017 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    KMUler

    Als Unternehmer habe ich in 30 jähriger Tätigkeit viele MA eingestellt und teilweise auch wieder raus gestellt. Dabei habe ich auch einige Kiffer wieder entlassen müssen.Kiffen mach antriebslos, vermindert das Interesse und die Zuverlässigkeit.Kiffer die zu lange konsumieren werden schlichtweg dumm. Die Einnahmen von Steuern werden bei weitem nicht reichen um die sozial abgestiegenen Kiffer auf Staatskosten zu therapieren.

  • RF am 16.08.2017 11:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sie wollen nur die Rosinen pflücken

    Die Frauen sind gegen eine faire Gleichberechtigung von Mann und Frau.

  • RF am 16.08.2017 11:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Von 64 auf 65 erhöhen

    Wenn man das AHV- Alter der Frauen von 64 auf 65 erhöht können jährlich 1,3 Milliarden Franken eingespart werden.