Geringer Anstieg

03. April 2012 11:00; Akt: 03.04.2012 11:55 Print

Gesundheitskosten wachsen weniger schnell

Im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren sind die Gesundheitskosten 2010 mit 2,5 Prozent nur leicht gestiegen. Ein Grund sind die geringeren Präventionsausgaben des Staates.

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Die Gesundheitskosten sind 2010 um 2,5 Prozent auf 62,5 Milliarden Franken gestiegen - im Vergleich zu früheren Jahren ein moderates Wachstum. Ihr Anteil am Bruttoinlandprodukt (BIP) verharrte bei 11,4 Prozent.

Wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte, lag das Kosten-Wachstum gemäss provisorischen Zahlen deutlich unter dem Mittel der letzten fünf Jahre von 3,7 Prozent. Die Gesundheitskosten hatten 2004 die 50-Milliarden-Grenze überschritten und lagen 2009 bei 61 Milliarden Franken.

In Verbindung mit einer Zunahme der Wirtschaftsleistung um 2,9 Prozent stabilisierte sich 2010 das Verhältnis der Gesundheitsausgaben zum Bruttoinlandprodukt (BIP). Wie 2009 lag es bei 11,4 Prozent. 2009 hatten wachsende Gesundheitskosten und eine schrumpfende Wirtschaft die Quote in die Höhe getrieben. Seit zehn Jahren liegt der BIP-Anteil der Gesundheitsausgaben bei rund 11 Prozent.

Die Gesundheitsausgaben stiegen gegenüber dem Vorjahr in nahezu allen Leistungskategorien. Am bedeutendsten waren die Steigerungen der Ausgaben bei der ambulanten Behandlung durch Krankenhäuser (plus 9,5 Prozent). Um je rund 2 bis 3 Prozent stiegen die Kosten für ambulante Behandlung durch Ärzte, für Langzeitpflege in Heimen sowie für stationäre Akutbehandlung in Spitälern. Diese vier Kategorien verursachten über 60 Prozent der Gesundheitsausgaben.

Weniger Kosten als im Vorjahr fielen unter anderem bei den Präventionsausgaben des Staates an. So musste er 2010 weniger Impfstoffe einkaufen als im Vorjahr.

Löwenanteil von Sozialversicherungen

Der Grossteil der Gesundheitskosten, 42 Prozent, wurde durch die Sozialversicherungen gedeckt. Die privaten Haushalte steuerten einen Viertel, der Staat knapp einen Fünftel bei. Der Rest wurde von anderen Sozialwerken wie AHV und IV und Privatversicherungen bezahlt.

Für jeden in der Schweiz wohnhaften Einwohner wurden im Gesundheitswesen 2010 monatlich 661 Franken ausgegeben (2009: 653 Franken pro Monat). Davon konnten 233 Franken pro Person mit Leistungen der obligatorischen Krankenversicherung gedeckt werden. Der Staat trug 125 Franken durch Prävention und Verwaltung und weitere 30 Franken durch bedarfsabhängige Sozialleistungen bei.

166 Franken zahlten die Haushalte - zusätzlich zu den Versicherungsprämien - aus eigener Tasche (vor allem für Pflegeheime, Zahnarztleistungen sowie für KVG-Kostenbeteiligungen). Der Rest kam von Zusatzversicherungen und anderen Versicherungen.

Ob das relativ moderate Wachstum der Gesundheitskosten 2010 auf die verschiedenen Kostendämpfungs-Massnahmen der Politik zurückzuführen ist, konnte man beim BFS nicht sagen.

Relativ teures Gesundheitswesen

Die Schweiz zählt zu den Ländern mit hohen Gesundheitskosten. Laut OECD-Angaben von 2009 lagen die USA mit 17,4 Prozent BIP-Anteil der Gesundheitskosten an der Spitze. Vor der Schweiz mit rund 12 Prozent lagen die Niederlande, Frankreich und Deutschland, Kanada hatte den gleichen Anteil wie die Schweiz.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Guschti am 03.04.2012 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    Und die Prämien wachsen weiter....

    ach ja? Und wer macht den KK endlich klar dass die Milchkühe Prämienzahler am Ende sind? Der Staat wird wohl nichts tun - er hat es ja so verbockt unter der Leitung von Frau Dreifuss. Wie die super fualen Ausreden von wegen unbekannten Kosten mit den Fallpauschalen - um Prämien zu erhöhen haben die KK genug Zalen. Die sind noch schlimmer als Grossbanken.

  • Fritz Im BL am 03.04.2012 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die steigen und steigen die Beiträge

    Eben darum brauchen WIR eine einzige Krankenkasse gleich wie die AHV, lohnabhängige Beiträge, Schluss mit dem Hintenherum, da werden gewisse Leistungen dem Patienten in Rechnung gestellt aber auch der Krankenkasse Teilrechnungen belastet, Übersicht hat kein Patient!

  • manu am 03.04.2012 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    2,5% sind sehr viel....

    Wenn man die 2,5% Wachstum mit dem Reallohn-Anstieg von ca. 0%, dem Wirtschaftswachstum und der Teuerung vergleicht, so sind 2,5% leider sehr viel...

  • jaja am 03.04.2012 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    na und?

    Die Krankenkassenkosten steigen so oder so, die machen doch was sie wollen!

  • Ursus Oertli am 03.04.2012 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Ist doch Interessant, die Gesundheitskosten sinken und im Gegenzug steigen die Krankenkassenprämien und die Boni der Manager konstant. Das nennt man Ausgleich, oder?

    • empty()set am 03.04.2012 14:04 Report Diesen Beitrag melden

      Wer lesen kann...

      Die Gesundheitskosten sinken nicht, sie steigen nur weniger als auch schon. Wer lesen kann...

    • Kr. Kasser am 03.04.2012 16:38 Report Diesen Beitrag melden

      Komisch? Nein, klar

      Einheitskasse ohne Boni oder Gewinne

    • Felix am 03.04.2012 19:35 Report Diesen Beitrag melden

      nicht komisch, geschützte Organe

      dass die KK und das BA für Gesundheit NICHT rechnen könne ist ja schon lange bekannt....

    einklappen einklappen
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