Nach Besuch in Frankreich

09. Dezember 2012 10:06; Akt: 09.12.2012 10:06 Print

Widmer-Schlumpf wehrt sich gegen Steuerfahnder

Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf duldet keine französischen Steuerfahnder in der Schweiz. Das habe sie Frankreichs Präsident beim Treffen in Paris deutlich gemacht.

Bildstrecke im Grossformat » test

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf verwehrt sich nach dem Besuch bei Frankreichs Präsident François Hollande klar gegen verdeckte Ermittlungen von Steuerfahndern in der Schweiz. «Wenn es zutreffen würde, dass die Steuerfahnder in offizieller Mission in der Schweiz tätig waren, würden wir das vehement beanstanden», sagt sie im Interview mit der SonntagsZeitung. Das habe sie in Paris deutlich gemacht.

«Die französische Seite sagte, es gebe für Steuerfahnder keine Ermächtigung, in der Schweiz tätig zu werden», so Widmer-Schlumpf. Präsident Hollande habe zudem gesagt, er gehe davon aus, dass diese ihre Ferien in der Schweiz verbracht hätten.

Widmer-Schlumpf beharrt auf Steuerabkommen

Zur Regelung der Altlasten von Steuersündern beharrt Widmer-Schlumpf auch gegenüber Frankreich auf einem Steuerabkommen: «Für die Regularisierung der Vergangenheit haben wir über das Abgeltungssteuersystem gesprochen.»

An einer Medienkonferenz mit Hollande betonte Widmer-Schlumpf, die Abgeltungssteuer sei keinesfalls mit einer «Amnestie» gleichzusetzen. Hollande dagegen erneuerte seinen Widerstand und bezeichnete die Abgeltungssteuer als Amnestie für Steuersünder.

Amtshilfeverfahren sollen beschleunigt werden

Frankreich fordert seinerseits, dass es bei den Amtshilfegesuchen schneller gehen soll. Widmer-Schlumpf gesteht dazu ein: «Wir haben eine grössere Anzahl von Amtshilfegesuchen, die wir noch nicht erledigt haben, weil gewisse Details noch zu klären sind.» Man habe die Situation analysiert und geprüft, wie man die Amtshilfeverfahren beschleunigen könnte.

«Gute Grundlage» geschaffen

Hollande und Widmer-Schlumpf haben ihr Treffen positiv bewertet: Es sei eine «gute Grundlage, die bilateralen Beziehungen auf politischer Ebene zu intensivieren», schrieb das Finanzdepartement.

Hollande witzelte vor den Medien, sollte man in der Schweiz Franzosen antreffen, seien dies keine Steuerfahnder, sondern französische Touristen, welche die Schweiz liebten.

(pre)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Steuerzahler am 09.12.2012 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kriminell

    Steuertheater an allen Ecken und Enden. Vielleicht sollte die Schweiz ihre kriminellen Bankenmachenschaften doch mal überdenken. Diese sind laut den Gesetzen in den betreffenden illegal und somit umgehend abzustellen. Welch Freude herrscht, wenn mal wieder eine Bank Tausende stellen abbaut ;-)

    einklappen einklappen
  • René am 09.12.2012 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut gemacht EWS

    Diese Frau macht mir immer mehr Freude.

  • Ulk Nudel am 09.12.2012 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Pfff...

    "er gehe davon aus, dass diese ihre Ferien in der Schweiz verbracht hätten" muahahaha... ein Schwerzkeks dieser Hollande...

Die neusten Leser-Kommentare

  • beat wenger am 09.12.2012 21:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wetten dass....

    es bei Vertragsabluss Steuerfahnder erlaubt sein wird in die Schweiz zu kommen, aber dann halt nicht mehr verdeckt sondern hoch offiziell.

  • Pierre am 09.12.2012 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    grosskotzige Forderungen

    mich nimmt Wunder wie sich die Franzosen und Deutschen gegen solche Ansinnen wehren würden - diese ach so grossen Nationen die es fertig bringen ihre Bürger zur Steuerflucht anzuregen weil sie nicht in der Lage sind anständige Steuergesetzte zu defineiren- die von den 'Herren' wie Steinbrück etc. eh umgangen werden. Schämen sollten sich diese und sich ncht in anderer Staaten Dinge einmischen.

  • Hans Hagel am 09.12.2012 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    GRENZEN SETZEN!

    Weiter so! Endlich mal im Ausland den Tarif durchgeben! Diese Länder haben derart krasse finanzielle Probleme, dass ihnen jedes Mittel recht ist! Grenzen setzen ist angesagt!

    • Urs Harlacher am 09.12.2012 19:12 Report Diesen Beitrag melden

      Sorry

      Du weisst schon das die CH eines der Höchsten Pro Kopf verschuldesten Länder Europas ist.

    • Brigitte K. am 09.12.2012 19:32 Report Diesen Beitrag melden

      genau

      so ist es, kurz und schmerzlos für uns, so muss es sein.

    • hans muster am 12.12.2012 18:49 Report Diesen Beitrag melden

      @urs

      mit zahlen kann man alles belegen. fakt ist, den schweizern geht es so gut, wie sonst niemandem in europa... schulden pro kopf: 25000.- bip pro kopf: 45000.-

    einklappen einklappen
  • Steuerzahler am 09.12.2012 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kriminell

    Steuertheater an allen Ecken und Enden. Vielleicht sollte die Schweiz ihre kriminellen Bankenmachenschaften doch mal überdenken. Diese sind laut den Gesetzen in den betreffenden illegal und somit umgehend abzustellen. Welch Freude herrscht, wenn mal wieder eine Bank Tausende stellen abbaut ;-)

    • goetz elli am 09.12.2012 19:44 Report Diesen Beitrag melden

      Steuerabkommen

      Nur, wenn man solch schmutzigen Gelder annimmt, ist das auch nicht besser, ganz im Gegenteil. Die ach so saubere Schweiz, wirkt ziemlich schmutzig.

    • Dani am 09.12.2012 23:54 Report Diesen Beitrag melden

      Nichts vestanden...

      Schon mal was von Landesautonomie in gesetzlicher hinsicht gehört? Schon mal etwas gehört vom Grundsatz beidseitiger Strafbarkeit? Offensichtlich nicht... Undeklariert und Schmutzig sind zwei verschiedene Sachen - nur weil sie nicht wieder versteuert wurden, sind sie noch lang nicht krimineller Herkunft...

    einklappen einklappen
  • Ulk Nudel am 09.12.2012 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Pfff...

    "er gehe davon aus, dass diese ihre Ferien in der Schweiz verbracht hätten" muahahaha... ein Schwerzkeks dieser Hollande...

Immobilien

powered by

Immobilien finden

PLZ
Preis bis
Zimmer bis

Nachmieter finden? Jetzt bei homegate.ch inserieren