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Schweizer Muslime wehren sich
05. November 2009 09:41; Akt: 05.11.2009 11:47 Print
«Wir sind nicht Kanonenfutter für die SVP»
von Katharina Bracher - Die Muslime in der Schweiz haben genug: Zum ersten Mal seit der Debatte um das Minarettverbot melden sie sich aktiv und offiziell an einer Pressekonferenz zu Wort. 20 Minuten Online sprach mit Wortführer Hisham Maizar: Fürchten sich Schweizer Muslime nun doch vor einem Ja zur Initiative?
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20 Minuten Online: Die Schweizer Muslime waren bislang wenig präsent im Abstimmungskampf der Anti-Minarett-Initiative. Nun kündigen Sie trotzdem gemeinsame Aktivitäten an. Warum der Gesinnungswandel?
Hisham Maizar: Ich habe mich immer zur Verfügung gestellt für eine konstruktive Diskussion. Aber das war eher punktuell, wir verhielten uns reaktiv. Nun haben wir unsere Strategie leicht verändert.
Hisham Maizar: Der Präsidenten der Föderation der Islamischen Dachorganisationen in der Schweiz fühlt sich als Vermittler zwischen den Kulturen.
«Die Schweiz ist die politische Hoffnung vieler Moslems»
In ihrer Erklärung vor den Medien vom Donnerstag äusserten die islamischen Nationalverbände der Schweiz ihre Befürchtungen, dass die Minarett-Initiative eine Diskriminierung der Muslime als religiöse Minderheit in der Schweiz vorantreibe. Die Initiative löse kein Problem, schüre Angst auch bei Muslimen und polarisiere die Gesellschaft, sagten Vertreter.
«Die Moslems der Schweiz identifizieren sich mit der Schweiz als ihre Heimat, deren Verfassung und Gesetze ihnen Schutz, Freiheit und Sicherheit gewähren», argumentierte Farhad Afshar im Namen der KIOS, der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz. Die Minarett-Initiative wende sich scheinbar gegen ein sakrales Bauelement, das Minarett, und meine den Islam und die Freiheit der Religionsausübung. Sakralbauten, inklusive ihrer baulichen Ausdrucksformen wie Kuppel, Minarette, Rundfenster, Arkaden, Säulen und Symbole seien ein Teil der religiösen Identität, so Afhsar.
Die Schweiz geniesse in der islamischen Welt ein hohes Ansehen und es gebe auch das erhöhte Image der Schweiz, als «Traumland der Hoffnung». Die politisch unkorrekte und sinnlose Minarettverbotskampagne verletze nicht nur die Moslems und ihre Familien, sondern sie schade der politischen Hoffnung, die von der Schweiz ausgehe.
Was heisst das konkret?
Nach der Lancierung der umstrittenen Plakate und der anschliessenden Diskussion kam ich zur Ansicht, dass die Schweizer Öffentlichkeit ein Recht darauf hat, unsere Haltung zum Thema zu erfahren. Ich bin im Verlaufe der Kampagne auf so viel Unwissenheit gestossen. Und wir wollten nicht einfach passiv als Kanonenfutter für die Populisten der SVP herhalten.
Womit erklären Sie sich die späte Einmischung der Schweizer Muslime in die Debatte? Waren sie beleidigt über das Anliegen der Initiative?
Wenn überhaupt etwas als beleidigend empfunden wurde von den hier lebenden Moslems, dann war es die Plakatkampagne der vergangenen Monate. Vorher dachten sich viele, dass die Anti-Minarett-Initiative eine Angelegenheit des Schweizer Staates sei, und nicht der Muslime selbst. Daher die anfängliche Zurückhaltung.
Haben Sie Angst bekommen, dass die Initiative doch ankommen könnte bei den Schweizern?
Ich habe einfach eingesehen, dass die Bevölkerung ein Anrecht darauf hat, unsere Meinung dazu zu hören. Im Gespräch mit den Initianten habe ich gemerkt, mit wie viel Unwissen argumentiert wird. Bei einem gemeinsamen Auftritt mit Ulrich Schlüer (einer der Mitinitianten der Anti-Minarett-Initiative Anm. d. Red.) ist mir aufgefallen, dass seine Argumentation gegen den Bau von Minaretten auf zwei Schlagwörtern basierte: Speerspitze des Islams und Scharia. Ich habe ihn gefragt, was das eine mit dem anderen zu tun habe. Er konnte es mir nicht beantworten.
Wie ist Ihr Verhältnis zu den Urhebern der Anti-Minarett-Initiative?
Wir haben von Anfang an den Dialog mit ihnen gesucht. Das erste Mal im November 2007. Bei den Gesprächen damals sickerte durch, dass es den Initianten gar nicht um die Minarette geht. Man machte mir deutlich, dass man das Minarett als Aufhänger aufgegriffen habe, um auf gewisse Probleme hinzuweisen.
Welche Probleme?
Die angebliche Islamisierung der Schweiz.
Sie treten in der Angelegenheit zusammen mit dem Soziologen Farhard Afshar als Sprachrohr der Muslime in der Schweiz auf ...
Das stimmt so nicht. Ich verstehe mich nicht als Sprachrohr der Muslime. Ich bin lediglich Vermittler der Meinung und der Gefühle zwischen Einheimischen und Schweizer Muslimen.
Die muslimische Gemeinschaft der Schweiz ist stark heterogen. Sie stammen aus unterschiedlichen Kulturen und Ländern. Wie können Sie da Vertreter für alle sein?
Ich nehme für mich in Anspruch, dass ich mich in beiden Kulturen und Mentalitäten sehr gut bewegen kann. Als Schweizer und Moslem bin ich im ständigen Gespräch mit anderen Muslimen in der Schweiz, ich kenne deren Meinung und Gefühle gegenüber ihrer Religion. Gleichzeitig pflege ich einen regen Kontakt mit Schweizern. Ich war von Anfang an exponiert, als ich vor 42 Jahren in die Schweiz kam. Meine verstorbene Frau war streng-katholisch und ich bin Moslem. Ich musste zwangsläufig Stellung beziehen. Das qualifiziert mich zum Vermittler.
Zurück zu Ihrer Zusammenarbeit mit Farhad Afshar. Der Soziologe gilt als ein eher konservativer Repräsentant Schweizer Muslime, während Sie für einen progressiven Islam einstehen. Sie haben das Heu nicht überall auf derselben Bühne.
Natürlich haben wir nicht überall dieselbe Ansicht, das soll ja auch kein Hindernis sein. Namentlich was die öffentlich-rechtliche Anerkennung des Islams angeht, sind wir nicht einer Meinung. Diese Idee geht mir selbst zu weit. So lange wir Moslems nicht auf das Vertrauen und den Rückhalt der Schweizer Bevölkerung zählen können, bin ich gegen die öffentlich-rechtliche Anerkennung als Landeskirche.
Gehört zu Ihrer neuen Strategie auch der Tag der offenen Moschee am nächsten Sonntag?
Nein, das ist ein Anlass, der sich unabhängig von der aktuellen Diskussion in den letzten Jahren etabliert hat. Dieses Jahr hat sich der überwiegende Teil bereit erklärt, mitzumachen. Das ist ein Akt der Solidarität. Wir sehen den Tag der offenen Moschee als konstruktiven Beitrag zum Abbau der Ängste.
Die Schweizer Landeskirchen sind gegen die Anti-Minarett-Initiative. Womit ist diese Solidarität zu erklären? Gilt nicht gerade die katholische Kirche als eher islamkritisch?
Die Landeskirchen – die evangelischen wie die katholischen – sind am interreligiösen Dialog interessiert. Sie sind selbst auf den Erhalt der religiösen Freiheit angewiesen. Ausserdem haben die Schweizer Landeskirchen inzwischen den Islam besser kennengelernt und wissen, dass der Islam nicht mit dem Islamismus gleichzusetzen ist.
In vielen evangelischen Kirchengemeinden sitzen Vertreter der EDU, die sich für das Minarett-Verbot ausgesprochen haben.
Wir haben ihre Haltung zur Kenntnis genommen, obwohl wir über gewisse Äusserungen von EDU-Exponenten sehr befremdet waren. Christian Waber etwa, der im Initiativkomitee sitzt. Er hat während einer TV-Sendung gesagt, die Muslimen müssten «angebunden» werden. Ich dachte zunächst, er habe «eingebunden» gemeint. Aber es war ihm ernst. Ich schliesse daraus, dass er uns Moslems für Tiere hält.
«Das Minarett-Verbot ist nur der Anfang»: SVP-Nationalrat und Mitinitiant Walter Wobmann im Streitgespräch mit SP-Nationalrat Daniel Jositsch.
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Alle 467 Kommentare





























was soll das
Was soll das?... Wenn es der Schweiz nicht passt, wieso gibt es hier in der Schweiz Religionsfreiheit? Angst vor Islamisierung? Kein Kopftuch? Wenn ihr richtige Christen seid, dann solltet ihr eigentlich schon lange merken, dass wir Muslime die Kleidung von Maria haben? Wieso sind bei euch die Nonnen auch so bedeckt? Was wisst ihr schon über den Islam? Fragt euch mal habt ihr schon mal den Islam kennen gelernt?
Gehts noch?
Warum fühlen sich Christen angegriffen, wenn sie als Ungläubige bezeichnet werden? Sie selber wissen ja, was sie glauben und sind davon überzeugt, oder etwa nicht??? Spielt es dann eine Rolle, was jemand anderes über eine Person sagt? Ausserdem steht im Quran, dass es uns Menschen nicht zusteht über andere Menschen zu urteilen (ob sie Gläubige sind oder nicht). Ich denke auch, dass die Christen überrollt werden. Aber nicht nur durch Zuwanderung, sondern auch zum Grossteil durch Konvertiten. Aber habt keine Angst. Islam ist Frieden. In diesem Sinn: Salam alaykum :)
Islam ist Friede
geschätzte Lena, der Islam hat eine provokative Linie im Grundsatz, also bitte keine Aussagen, wonach Islam Friede sein soll !!
Islam/Minarette
liebe Kommentatorinnen, liebe Kommentatoren diese Minarett - Initiative zeigt, dass wir in der Tat Schweizweit , keine grösseren Probleme zu haben scheinen, hört mit diesem Mist auf, indem ihr an der Absimmung teilnehmt klar für das Minarett-Verbot Stellung bezieht, lasst künftig nicht jeden Menschen, der Christen als Ungläubige beschimpft, in das Land einreisen, geschweige in der Schweiz Asyl oder Wohnung nehmen zu lassen....! So kriegt ihr die Angelegenheit in den Griff, nur so !!