Münzkundler warnt

21. September 2017 20:47; Akt: 21.09.2017 20:47 Print

Falsche Fünfliber in der Romandie aufgetaucht

Im Raum Neuenburgersee waren gefälschte Fünfliber im Umlauf. Gefälschte Schweizer Münzen werden sogar im Internet angeboten.

Gefälschte Fünfliber sind manchmal offensichtlich gefälscht, manchmal kaum erkennbar.
Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein Numismatiker ist in der Region Broye am Neuenburgersee auf mehrere gefälschte Fünfliber gestossen. Und das innert kurzer Zeit, wie der Münzkundler der Zeitung «La Liberté» sagt. «Normalerweise finde ich eine oder zwei Fälschungen im Jahr.» Der Kantonspolizei Freiburg sind zwar keine Fälle bekannt, für Laien ist es aber teilweise auch nicht leicht, Nachahmungen zu erkennen. Hinzu kommt, dass nur wenige Leute das Münz überprüfen, bevor sie es einstecken.

Umfrage
Hast du auch schon gefälschte Münzen erhalten?

Trotzdem sind in der Schweiz im vergangenen Jahr über 6000 falsche Fünfliber aus dem Verkehr gezogen worden, wie aus einer Statistik hervor geht. Ausserdem wurden etwas mehr als 2000 gefälschte Noten eingezogen. Trotz des deutlichen Unterschiedes ist Papiergeld einfacher zu fälschen, wie das Bundesamt für Polizei (Fedpol) der Zeitung mitteilte. Für Münz brauche man etwa das entsprechende Material, heisst es bei der Bundeskriminalpolizei. Fünfliber bestünden beispielsweise aus Kupfernickel, Kupferlegierung und Nickel.

Wer mit falschen Münzen zahlt, macht sich strafbar

Dass dreimal mehr Fünfliber eingezogen worden sind als Banknoten, liegt schlicht am Münzbestand: In der Schweiz sind laut Swissmint über fünf Milliarden Münzen aller Werte im Umlauf. Gemäss der Schweizerischen Nationalbank zirkulierten im Jahr 2016 hingegen lediglich knapp 426 Millionen Noten.

Meist würden Fälschungen aus dem Ausland stammen, teilt das Fedpol der Zeitung mit. Sie können sogar legal erworben werden. Der chinesische Onlineshop Aliexpress beispielsweise hatte bereits verschiedene Varianten im Angebot. Kein Etikettenschwindel, denn in der Anzeige ist deklariert, dass es sich um Kopien handelt. Würde der Zoll jedoch auf die Sendung stossen, würde die Münze eingezogen, falls nicht ersichtlich ist, dass es eine Kopie ist. Wer damit bezahlen will, macht sich strafbar.

Zöllner fanden tausend falsche Fünfliber

Gefälschte Münzen sollten deshalb immer in der nächsten Polizeistelle oder Bank abgegeben werden oder direkt ans Fedpol geschickt werden. Ersetzt werden sie allerdings nicht.

Erst im März 2016 waren im Raum Zofingen AG mehrere gefälschte Fünfliber im Umlauf. Im Mai 2015 fanden Walliser Zöllner bei zwei Männern tausend falsche Fünf-Franken-Stücke. Und im Juli 2014 ging die Polizei einer Häufung von gefälschten Fünflibern in der Romandie nach.

(vro)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mikee am 21.09.2017 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Mal ganz ehrlich: Hättet ihr nicht ständig immer darauf hingewiesen dass man auf Alibaba (etc.) gefälschte Münzen für die Schweiz bestellen kann hätte ich nie davon erfahren. Ich habe eher das Gefühl ihr macht mehr Werbung dafür als dass man gutes damit tut und Leute "warnt". Jeder Affe weiss mittlerweile wo man sich gefälschte Münzen bestellen kann.., weil es halt überall niedergeschrieben wird,.... in den Zeitungen :D

    einklappen einklappen
  • Hugo am 21.09.2017 22:29 Report Diesen Beitrag melden

    Wer mit falschen Münzen bezahtl....

    macht sich also strafbar? Was für ein Gesetz ist das? Wie soll ich als Otto Normalbürger erkennen wenn eine Münze falsch ist wenn sie nicht gerade anstelle des Schweizerkreuzes einen Totenkopf aufgedruckt hat? Muss ich also jede Münze von einem Profi überprüfen lassen bevor ich sie einstecke? Wieder eines von 100 Gesetzen wo man normale unschuldige Bürger kriminalisiert, im Gegenzug man allzugerne die grossen und wirklich kriminellen Fische frei und straflos umherwandeln lässt. Das nennt die Schweiz also Gerechtigkeit. Bravo! Da kann ich nur den Kopf schütteln.

    einklappen einklappen
  • Cogito ergo sum am 22.09.2017 05:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erkennungsmerkmale

    Interessant wäre noch zu erfahren wie man diese erkennt.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Heinz am 23.09.2017 10:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachahmer

    'Kupfernickel' - eine Info, die hier eben auch nicht sein müsste. Nachahmer danken. Ich jedenfalls hatte das nicht gewusst.

  • marko 32 am 22.09.2017 15:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Schrecklich

    • Hosche am 23.09.2017 18:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @marko 32

      Dumm

    einklappen einklappen
  • Dein Meister am 22.09.2017 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibt es überall

    In Bern sind falsche Fünziger aufgetaucht. Sieben Stück.

  • Kurt Hug am 22.09.2017 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Die falschen Fünfliber

    auf der anderen Seite des Röstigrabens stören mich wenig. Die falschen Fünfziger in Bern gehen mir aber schon lange auf die Nerven.

  • Lima Xray am 22.09.2017 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt weiss ich auch woher diese

    "Raritäten" stammen, die auf Richard, dem Italiener angeboten werden. Da fragt man sich, wieviele andere Münzen dort "Made in China" sind. Ich wette jede Menge. So wird der Sammlermarkt nachhaltig zerstört.