Widerstand gegen IS

25. August 2014 07:51; Akt: 25.08.2014 12:09 Print

«Der Kampf ist eine christliche Pflicht»

von Pascal Michel - Schweizer Christen kämpfen mit Glaubensbrüdern in Syrien und im Irak gegen den IS-Terror. Nun müsse man sie militärisch unterstützen, sagt der Berner EDU-Politiker Daniel Zingg.

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Fordert Unterstützung der Christen im Kampf gegen die IS: EDU-Politiker Daniel Zingg. (Bild: zVg)

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Herr Zingg, in Syrien und im Irak werden Christen vom IS terrorisiert. Wie schlimm ist es?
Die Lage ist absolut prekär. Ich mache mir grosse Sorgen um die christliche Minderheit in Syrien und im Irak. Die islamische Front ist eine riesige Bedrohung für die Christen in der Region. Durch meine Tätigkeit in der Flüchtlingshilfe habe ich Kontakt zu christlichen Flüchtlingen aus Syrien. Um ihr Leben zu retten, bleiben ihnen nur zwei Möglichkeiten: konvertieren oder flüchten.

Umfrage
Befürworten Sie die militärische Unterstützung der christlichen Brigaden im Irak und in Syrien?
61 %
39 %
Insgesamt 7062 Teilnehmer

Nun kämpfen zehn Schweizer Christen gegen den islamistischen Terror. Befürworten Sie das?
Es braucht die militärische Verteidigung und damit auch die Bewaffnung der Christen im Irak und in Syrien. Beten und humanitäre Hilfe für die Verfolgten allein reicht nicht. Wir dürfen das Problem nicht auslagern und müssen den Christen unsere Solidarität zeigen – notfalls auch durch Waffenlieferungen und logistische Unterstützung, sofern sie das wünschen.

Kennen Sie Schweizer Christen, die planen, in den Irak oder nach Syrien zu ziehen?

Nein, aber wenn ich christliche Verwandte oder Familie in Syrien oder Irak hätte und diese vom IS bedroht würden, wüsste ich, was zu tun wäre: Ich würde in den Kampf ziehen und das sogar als meine christliche Pflicht ansehen.

Gewalt als christliche Pflicht?
Wenn es um die Verteidigung der Familie gegen den Terror geht, dient militärische Unterstützung ja dem Schutz von Angehörigen. Der Islamische Staat will mit Gewalt einen Gottesstaat errichten, da zeigt der Islam, was er unter Nächstenliebe versteht. Nur weil wir uns weit weg vom Geschehen befinden, dürfen wir uns nicht von der Solidarität mit Christen in Syrien und im Irak verabschieden. Von der Schweiz aus die Gewaltlosigkeit zu predigen, ist einfach.

Was erwarten Sie von der christlichen Gemeinschaft in der Schweiz?
Ich erwarte mehr Solidarität von allen christlichen Gemeinschaften, um humanitäre Hilfe und eben auch militärische Unterstützung zu leisten. Die Christen im Konfliktgebiet müssen geschützt werden. Es kann nicht sein, dass wir diesen militärischen Kampf gegen die IS den Amerikanern überlassen.

Wie sehen Sie die Zukunft der Christen in Syrien und im Irak?
Leider sehe ich wenig Hoffnung für die Christen im Gebiet, die Lage scheint fast aussichtslos. Zum Glück intervenieren noch die Amerikaner und versuchen den IS zurückzudrängen. Doch wenn nicht bald eine grössere militärische Intervention eintritt, sehe ich schwarz für die Christen in Syrien und im Irak.