Hoher Besuch

16. Januar 2016 06:52; Akt: 18.01.2016 10:22 Print

«Die Black Hawks sind wohl trotzdem bewaffnet»

Laut Armee sind die fünf US-Black-Hawks in der Schweiz ohne Waffen unterwegs. Ein Aviatikexperte bezweifelt, dass sie im Ernstfall nicht kämpfen könnten.

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Herr Ungricht, die Fünf Black Hawks des US-Militärs sind laut Armee unbewaffnet. Können Sie sich das vorstellen?
Black Hawks gehören ja zu den besten Kampfhelikoptern der Welt. Ausserdem sind sie wohl da, um den amerikanischen Vize oder eben Präsidenten zu beschützen. Da kann man kaum glauben, dass die Helikopter unbewaffnet sind.

Sie glauben, da sind trotzdem Waffen an Bord?
Ich kann nur spekulieren. Aber für mich würde es keinen Sinn ergeben, mit so einem Aufgebot an Helikoptern aufzuwarten, wenn man sie im Ernstfall nicht einsetzen könnte.

Können Sie denn nicht auf die Superpumas der Schweizer Armee vertrauen?
Die Superpumas sind im Gegensatz zu den Black Hawks nicht bewaffnet. Sie dienen nur dem Transport und der Rettung. Man könnte zwar ein Maschinengewehr einbauen. Aber diese Waffe ist für den Personenschutz in der Luft nicht geeignet.

Kommt bei so vielen Helikoptern nicht eher Obama?
Auch der Vizepräsident ist eine sehr wichtige Person und ein potenzielles Ziel für Anschläge. So viel in Sicherheit investiert man bestimmt auch für Joe Biden. Ausserdem ist die Lage derzeit sehr angespannt. Vor zwei Jahren hätte man wohl weniger Aufwand betrieben.

Aber dass gleich ein solches Luftwaffenaufgebot kommt, ist aussergewöhnlich?
Die Amerikaner haben nicht sehr viel Vertrauen in die Sicherheitskräfte anderer Länder. Sie wollen alles selbst kontrollieren. Sie sind wohl eines der wenigen Länder, bei denen unsere Regierung das auch mitmacht, so aufzutreten ist natürlich auch eine Machtdemonstration gegenüber allfälligen Gegnern.

Sie glauben, für den pakistanischen Premier würde die Schweiz dies nicht erlauben?
Da bin ich mir ziemlich sicher, dass der pakistanische Premier keine solche Extrawurst bekäme. Das hängt aber auch damit zusammen, dass Klaus Schwab am liebsten einen Vertreter der amerikanischen Regierung begrüsst. Der hat halt viel mehr Renommee als jedes andere Regierungsmitglied.

Wieso glauben Sie, sind die Black Hawks schon heute gelandet, fünf Tage vor Beginn des Weltwirtschaftsforums?
Es ist so üblich, dass Sicherheitskräfte deutlich früher kommen, sich installieren und Aufklärung betreiben. Ich nehme an, die Piloten müssen auch den Anflug auf die temporäre Helibasis in Davos üben und die Gegend rekognoszieren. Das machen sie wohl in den nächsten Tagen, allerdings kaum mit den eigenen Helikoptern.

* Max Ungricht ist Aviatik-Experte und war viele Jahr Chefredaktor des Aviatik-Magazins «Cockpit».

(ann)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • karin. am 16.01.2016 07:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso?

    Hey Obama, wieso der ganze Aufwand? Bei Gefahr einfach eine Armlänge Abstand halten...!

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  • Karl Klotz am 16.01.2016 07:28 Report Diesen Beitrag melden

    Relativierung.

    Die Black Hawks sind "unbewaffnet", solange kein Zwischenfall eintritt. So siehts aus. Das VBS stellt keine Fragen, damit die USA keine Antworten liefern müssen.

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  • Der Realist am 16.01.2016 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klatschen & Bücken

    Die USA klatschen und die CH bückt sich. So einfach sollte ich es auch haben :D

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rocks am 18.01.2016 00:00 Report Diesen Beitrag melden

    Kampfhelikopter ?

    Super Experte, wo habt ihr den den ausgegraben ? Blackhawks sind im Prinzip genau das selbe wie Super Pumas, nur von nem anderen Hersteller.... Kampfhelikopter ??? Der Kerl hat ja keine Ahnung. Man kann die Blackhawks zwar bewaffnen aber dann wären Flügel dran, an denen die Waffen hängen !

  • Edi Schuldner am 17.01.2016 22:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vasall Schweiz

    Unbewaffnet? Wers glaubt ist naiv! Die Amis als Römer der Neuzeit machen, was sie wollen. Immer und überall. Wer das übertrieben findet, ist der Hollywood-Propaganda verfallen: Wie viel taglten die Banken an USA? Wen demütigt GE momentan? Dur Schweizer geschäften bücklings weiter; Eidgenossen haben den Gesslerhut nicht gegrüsst. - Die Sxgweiz ist feige!

  • R.Kaufmann am 17.01.2016 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Die Demokratie kommt in die Schweiz!

    Lachen ist erlaubt, weinen auch, wenn man die Folgen ansieht.

  • Johnatan Müller am 17.01.2016 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Black Hawks sind keine Kampfhelikopter

    Black Hawks sind eigentlich keine Kampfhelikopter. Wie die 'U' in UH-60 zeigt (U wie Utility) sind diese maschinen Mehrzweckhelikopter, sie dienen vor allem für bewaffneter transport von materialien und personen, spezialkräfte-einsätze und evtl. im notfall auch kampfeinsäzte zur panzerabwehr oder bodentruppenunterstützung. Sie können deswegen mit AGM-114 antitank lenkwaffen benützen und M134 gatling-typ maschinengewehre. Wenn die US armee richtige kampfhelikopter einsetzen wollte hätte sie die AH-64E Apache Guardian oder die AH-1Z Viper gesendet.

  • schweize am 16.01.2016 23:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorschlag

    wir könnten sie beschlagnahmen und für die armee behalten, neue helis und dann erst noch kostenlos, was will man mehr?