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PISA
11. Dezember 2010 23:34; Akt: 12.12.2010 10:05 Print
«Man muss die Nachhilfe verstaatlichen»
Weil bereits viele Eltern ihren Kindern Nachhilfeunterricht bezahlen, werde der Bildungserfolg käuflich, sagen Experten und fordern den Staat.
Wenn die Volksschule gratis sei, müsse auch die Nachhilfe gratis sein, findet der Präsident des Aargauer Lehrerverbandes, Niklaus Stöckli. «Man muss die Nachhilfe verstaatlichen», sagt er gegenüber der Zeitung «Der Sonntag». Er kritisiert, dass finanzstarke Eltern ihre Sprösslinge mit Nachhilfeunterricht durch die Prüfungen hieven: «Das widerspricht der Chancengleichheit». Das verlangen auch führende Bildungsforscher. «Es braucht ein Angebot für alle», sagt Stefan Wolter, Direktor der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung.
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«Wir haben in allem deutlich zugelegt»
Migrantenkinder holen auf
Den Sprung nach vorn beim Pisa-Test in der Kategorie «Lesen» verdankt die Schweiz praktisch nur den Fortschritten von fremdsprachigen Schülerinnen und Schülern. Das zeigen Detailauswertungen der «SonntagsZeitung».
So erhöhte sich der Durchschnitt bei Migranten-Schülern von 425 auf 460 Punkte. Der Durchschnitt bei einheimischen Jugendlichen, nahm nur um zwei Punkte zu. Insgesamt steigerten sich die Schweizer Schüler von 494 auf 501 Punkte.
Sie überholten so mehrere skandinavische Staaten und übertrafen erstmals den OECD-Durchschnitt deutlich. Für den Bildungsexperten und Mitverfasser der Pisa-Studie Urs Moser sind die Resultate ein deutlicher Wink, dass die Schweizer Schulen sehr gut mit dem hohen Anteil an fremdsprachigen Schülern umgehen können.
«Das Noten-Doping lässt sich nicht abstellen. Man kann niemandem verbieten, seinen Kindern Nachhilfe zu zahlen», so Wolters: «Darum muss man dafür sorgen, dass alle gleich lange Spiesse haben.» Ob es dazu eine staatliche Nachhilfe brauche, sei noch zu diskutieren. «Man kann den Schülern Gutscheine abgeben, die sie bei einem Anbieter ihrer Wahl einlösen dürfen.»
Bei einer landesweiten Umfrage bei Eltern, durchgeführt von Bildungsforscher Wolter 2008, haben 63 Prozent der Eltern angegeben, ihren Nachwuchs in die Nachhilfe zu schicken. Und: Vor allem Gutverdienende spendieren ihren Sprösslingen einen Privatunterricht. «Ein Teil des Bildungserfolgs ist käuflich», sagt Wolter.
(aeg)
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Alle 19 Kommentare






























ohne mich
Die SP und die Grünen sollen diese Nachhilfen bezahlen. Die wollen ja immer mehr Imigranten ins Land holen. Ich zahle da keinen Rappen dazu.
2 Klassengesellschaft, na und?
Ich gehöre zu denjenigen, die Nachhilfe brauchten. Dass alle Nachhilfe vom Staat bekommen, wär nicht schlecht. Hauptsache verbietet man die privazbezahlten Nachhilfestunden nicht. Denn es hört sich fast an, als dürften bald alle nur begrenzt Hilfe bekommen, damit alle "gleiche Chancen" erhalten. Dann kann man gleich wieder den Kommunismus einführen. Die Schweiz bietet genügend Möglichkeiten. Der Staat ermöglicht und bezahlt allen ein Studium. Hört auf zu meckern
Wissens- und Leistungsdefizite
Ich frage mich, ob die Lehrerleistungen ungenügend sind, dass viele Schüler Nachhilfeunterricht benötigen? Wenn ich die Lehrlingsbewerbungen ansehe, auch ev. Tests für Lehrlinge mit ihren Ergebnissen studiere, dann sieht man das Wissens- und Leistungsdefizit klar und unmissverständlich.Das spricht Bände....