Städte-Serie – Teil 6

22. November 2014 21:42; Akt: 22.11.2014 21:42 Print

«Der Pilatus soll in Luzern sichtbar bleiben»

von J. Büchi - Wirtschaftsstandort und Touristenmagnet: Für Luzern ist das Wachstum ein besonderer Balanceakt. Private wollen nun das Verkehrsproblem lösen – mit einer Metro.

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Die Ecopop-Initianten werben in ihrer Abstimmungszeitung mit einem Bild der Kapellbrücke im Jahr 2050: Das Luzerner Wahrzeichen thront genauso stolz über der Reuss, wie es das heute tut. Im Hintergrund ragt aber nicht der Pilatus in die Höhe, sondern eine Skyline nach dem Vorbild von Manhattan. Wie realistisch ist das Schreckensbild der Initianten?

Die revidierte Bau- und Zonenordnung von Luzern sieht in der Stadt mehrere Areale vor, auf denen künftig Hochhäuser entstehen sollen. Mit dem Bundesplatz und dem Pilatusplatz auch solche an zentralster Lage. Trotzdem betont Deborah Arnold, Projektleiterin Raumentwicklung in Luzern: «Eine Skyline im Stil von Manhattan wird in Luzern nicht entstehen. Es ist ein erklärtes Ziel der Stadt, die grünen Kuppen rund um Luzern zu erhalten und den Blick auf den Pilatus freizuhalten.» Für die Hochhäuser sei eine maximale Höhe von 35 Metern festgelegt. Sie seien damit auch bei Weitem nicht so hoch wie die Wolkenkratzer in Manhattan.

Luzern Nord als urbanes Zentrum

Luzern, das heute knapp 81‘000 Einwohner zählt, soll in den nächsten 10 bis 15 Jahren um rund 10 Prozent wachsen. Einzelne Gebiete sollen durchaus ein sehr urbanes Gesicht bekommen, so Arnold. In Luzern-Nord etwa sollen «ungenutzte und teilweise sanierungsbedürftige Liegenschaften einem lebendigen, urbanen Stadtzentrum mit einem gut durchmischten Angebot aus Wohnen, Arbeiten, Einkauf, Freizeit, Erholungsraum sowie Bildung und Kultur» weichen. Rund um den Bahnhof, im Bereich Rösslimatt an zentralster Lage, sollen bis 2018 im grossen Stil «attraktive Dienstleistungs- und Arbeitsflächen» entstehen, die in einer weiteren Etappe durch Wohnraum ergänzt werden.

Eine Herausforderung für die Stadt wird es sein, dass der Autoverkehr in der Innenstadt – die nicht nur ein Wirtschaftszentrum, sondern auch ein starkes Touristenmagnet ist – nicht weiter zunimmt. Platzsparende Verkehrsmittel wie der öffentliche, Fuss- und Veloverkehr sollen die zusätzliche Mobilität bewältigen. «Überlagert werden die Verkehrsprobleme durch die Reisecars, die täglich Touristen aus aller Welt in die Stadt schleusen und die bereits ausgelasteten Strassenräume zusätzlich belasten», sagt Roland Koch, Bereichsleiter Verkehr und Infrastrukturprojekte in Luzern. Derzeit sucht die Stadt nach Ideen, wie sie das Problem in den Griff bekommen könnte.

Umstrittene Metro-Idee

Eine besonders revolutionäre Idee stammt von einem privaten Komitee, das die Verkehrsprobleme mit einer Metro lösen will, die den Schwanenplatz mit einem Parkhaus im Gebiet des Autobahnanschlusses Emmen-Süd verbindet. Der Stadtrat begegnet der Strategie mit Skepsis – die Initianten wollen allerdings noch nicht aufgeben und führen nach eigenen Angaben bereits Gespräche mit einflussreichen Investoren. Auch in der Lokalpolitik gibt es Sympathien für die Idee.

Mit diesen Baustellen im Zeithorizont der nächsten 15 Jahre habe Luzern genug zu tun. Die Frage, für wie viele Leute Luzern einst Platz bieten könnte, kann Stadtentwicklerin Arnold nicht beantworten: «Wenn die Stadt danach noch grösser werden soll, ist das in erster Linie eine Frage des politischen Willens. Es wäre eine neue Revision der Bau- und Zonenordnung nötig.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Kehrli am 22.11.2014 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seetalplatz

    Der Seetalplatz sieht schon lange nicht mehr so aus wie auf Bild 3, liebes 20 Minuten!

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  • Reto Nussbaumer am 23.11.2014 00:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seetalplatz

    Da muss man ja gar kein Foto verändern. Man nehme Bild 3 und geht jetzt den Seetalplatz anschauen! Nix mehr mit grün!

  • Maximax am 22.11.2014 22:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wachsen bis alles den Bach runter geht..

    Wie auf Bild 3 klar zu erkennen ist, gibt es noch genügend Grünflächen, welche man verbauen kann. Kombiniert man das noch mit Hochhäusern, muss sich unsere Generation keine grossen Gedanken mehr über fehlenden Platz machen. Verstopfte Strassen sind auch nur halb so schlimm, die verlorene Zeit ist ja keine Arbeitszeit und kostet die Wirtschaft damit nichts. Eine Idee wäre es allenfalls, den Touristencars höhere Priorität einzuräumen um die Attraktivität der Stadt für Touristen zu erhöhen und so die Wirtschaft noch ein wenig anzukurbeln.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniela am 23.11.2014 18:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja,ja

    Uns wurde von unseren unfähigen Politikern schon soooo viel versprochen. Warum soll man genau DAS glauben?!

  • Urs am 23.11.2014 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt oder nie

    Liebe Luzerner Baut die Tunnels und Stationen der Metro bevor es zu spät ist. Gruss aus dem überfüllten Zürich mit vielen gescheiterten Metro-Projekten :)

  • Nationless am 23.11.2014 13:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luzern urbaner als Zürich

    Mir kommt Luzern, Zug, Lugano und Genf einiges urbaner vor als Zürich. In Luzern scheint es mir wenn ich die Baselstrasse, Hirschengraben, Hirschmattstrasse, Pilatusstrasse oder die Gegend Alpen, Löwenstrasse ansehe einiges dichter und urbaner als alle urbansten Räume in Zürich. Der Unterschied merke ich dass es da 7-8stöckige Blockrandbauten mit Balkonen mit Erdgeschossnutzung gibt. Es gibt mehr Verkehrsfläche wo der Verkehr fließt. In Zürich sind die Straßen verengt. Es wirkt mit zu viel Grün, Verkehrsberuhigung und den 3-5 stöckigen Häuschen zu dörflich.

    • Paul am 23.11.2014 13:39 Report Diesen Beitrag melden

      Folge deinem Verlangen

      ...und gehe da hin, wo's so schön urban ist. Ich für meinen Teil hasse Grossstädte.

    • Highrise am 23.11.2014 14:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      jo

      Ich wohne in Zürich und es stimmt wirklich dass Blockrandbauten in anderen Städten höher sind... Aber das wird sich wohl noch ändern in den nächsten Jahren.

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  • Robin Hood am 23.11.2014 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Offensichtliche nicht sehen

    Mir geht die Diskussion übe die Metro sowie das Museggparkplatz langsam auf den Geist! Dies sind doch alles Profilierungsneurotiker die sich ein Denkmal setzen wollen. Wieso redet niemand von der Variante Allmend??? Dort hat es Platz, einen Bahnanschluss, ein stillgelegtes Trassee. Shutle-Züge könnten die Kapazität erhöhen.. Dir Kosten wären ein Bruchteil der Metro und die Realisierungszeit ebenso. Also lässt doch endlich die Vernunft wallten!!!!

  • Anton, 23,11,2014 am 23.11.2014 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Hoch Hinaus in Luzern,

    Hallo Luzerner warum Baut man nicht auf der Allmend Hochhäuser bis 25 Etagen wie daneben ein neues Gerichts Gebäude so wie die Stadt Verwaltung hätten auch Platz, Erreichbar mit Bus 20 oder S, Bahn Allmend, Pläne mit kleinem See Liegen vor,, auch der Mattenhof Kriens wären Ideal, so könnten bis 2000 Leute Platz haben hinzu die ideale Verbindung der SEE, in Horw, die Grandiose Aussicht und Naherholung ,,,