Stalking-Affäre

04. Dezember 2017 11:19; Akt: 04.12.2017 15:19 Print

Buttet macht Alkohol-Entziehungskur

Der CVP-Nationalrat zieht aus der Stalking-Affäre Konsequenzen: Er tritt als Partei-Vizepräsident zurück.

Im Zentrum einer Stalking-Affäre: Yannick Buttet, hier während der Wintersession im Nationalrat. (Video: Tamedia)
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Der Walliser CVP-Nationalrat Yannick Buttet tritt nach den Stalking-Vorwürfen als Vizepräsident der CVP Schweiz zurück, bleibt aber vorerst im Nationalrat. Zudem lässt er sich seines Alkoholkonsums wegen ärztlich behandeln.

«Als Vizepräsident der CVP Schweiz trete ich per sofort zurück», wird Buttet in einer durch seinen Anwalt Andreas Meili versandten Medienmitteilung zitiert. Das Präsidium der CVP Schweiz hatte Buttet bereits am Donnerstag als Vizepräsident suspendiert. «Ferner werde ich mich in eine ärztliche Kur begeben, um meinen Alkoholkonsum in den Griff zu bekommen», wurde Buttet in der Mitteilung weiter zitiert.

Buttet entschuldigt sich

Nach seiner Genesung werde er sich mit der kantonalen Partei absprechen, ob er sein Mandat als Nationalrat weiterführe, hiess es in der Mitteilung. «Bis auf weiteres ziehe ich mich aus meinen gewählten Funktionen zurück.» «Er ist ab sofort krankgeschrieben und wird sich in die Kur begeben», sagte Buttets Anwalt Meili der Nachrichtenagentur SDA auf Anfrage. «Solange er nicht gesund ist, wird er seine Ämter als Nationalrat und Gemeindepräsident von Collombey-Muraz nicht ausüben.»

Buttet gab zudem eine Entschuldigung ab: «Ich möchte mich zutiefst bei meiner Frau und meiner Familie und bei den Menschen entschuldigen, die durch mein unangemessenes Verhalten verletzt wurden, auch bei meinen Parteikollegen.»

Geklingelt, bis die Polizei kam

Die Westschweizer Zeitung «Le Temps» hatte am Donnerstag enthüllt, dass gegen den Walliser CVP-Nationalrat Buttet eine Klage wegen Stalkings eingereicht wurde. Die Klage geht auf einen Polizeieinsatz in der Nacht auf den 19. November in Siders VS zurück.

In dieser Nacht soll der Nationalrat und Präsident der Gemeinde Collombey-Muraz so lange beim Haus seiner ehemaligen Geliebten geklingelt haben, bis die Frau die Polizei rief.

Nach den Enthüllungen wurden erste Rücktrittsforderungen laut. Gegenüber dem Westschweizer Radio RTS lehnte Buttet einen Rücktritt jedoch ab. Nach dem Fall wurde zudem eine Anlaufstelle für Opfer von Belästigungen im Bundeshaus gefordert.

(woz/sda)