Bundesratsfoto 2015

01. Januar 2015 01:01; Akt: 01.01.2015 05:24 Print

Der Bundesrat beim Abendmahl?

Statt schwere Bundesordner, Espresso-Tässchen und Früchte. Pünktlich zu Neujahr wurde das offizielle Bundesratsfoto 2015 veröffentlicht. Es soll die «gelebte Konkordanz» in Szene setzen.

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Entspannt, gutgelaunt und einträchtig: So zeigt sich die Schweizer Regierung auf dem offiziellen Bundesratsfoto 2015. Das von Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga arrangierte Gruppenbild mit Früchteschale wurde im Vorzimmer des Bundesratssitzungszimmers aufgenommen.

Die Mitglieder der Landesregierung sitzen an einem länglichen Holztisch, diskutieren, lachen oder blicken freundlich in die Kamera. Auf dem Tisch befinden sich keine dicken Bundesordner, sondern zwei Karaffen gefüllt mit Wasser, mehrere Espresso-Tässchen und eine Schale mit Äpfeln, Birnen und anderen Früchten.

Sommaruga und Schneider-Ammann im Vordergrund

Dem Betrachter am nächsten sitzen Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und Vizepräsident Johann Schneider-Ammann. Sie lächeln in die Kamera, während ihre Kollegen und Kolleginnen in Gespräche vertieft sind.

Ueli Maurer unterhält sich in der Bildmitte mit einer lachenden Doris Leuthard, Alain Berset bespricht sich mit Bundeskanzlerin Corina Casanova, und am linken Bildrand lachen Eveline Widmer-Schlumpf und Didier Burkhalter - worüber, bleibt dem Betrachter verborgen.

Fast wie ein Schnappschuss

Das Foto zeige den Bundesrat in einem informellen Moment am Rande einer Bundesratssitzung, teilte die Bundeskanzlei am Donnerstag mit. Es soll die «gelebte Konkordanz» in Szene setzen. Diese sei die Grundlage dafür, dass ein parteiübergreifend zusammengesetztes Gremium mehrheitsfähige Lösungen finde, schreibt die Bundeskanzlei.

Auf den Bundesratsfotos der letzten Jahren präsentierte sich die Regierung stets stehend, zudem blickten alle in die Kamera. Auf diese Komposition wurde dieses Jahr verzichtet. Das Foto wirkt dadurch natürlich, fast wie ein Schnappschuss an einer Familienfeier oder bei einem Kaffeekränzchen. Es erinnert entfernt auch an das Gemälde «Das Abendmahl» von Leonardo da Vinci.

Heimelig, aber freundlich

Die Mitglieder des Bundesrats sind dezent, aber elegant gekleidet; die Herren mit Krawatte, die Damen mit Halskette. Gedeckte Farben dominieren, einzig Bersets bordeauxfarbene Krawatte sorgt neben den Äpfeln für einen Farbtupfer.

Der Raum wirkt mit seinem dunklen Holz heimelig, dank hellen Wänden und dem Blick durchs Fenster ins Freie aber auch hell und freundlich, wenn auch etwas nüchtern. Wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten steht in einer Ecke des Zimmers ein Telefon mit Wählscheibe.

Die Komposition geht auf den Wunsch von Bundespräsidentin Sommaruga zurück. Realisiert wurde das Bundesratsfoto 2015 von den Fotografen Christian Grund und Maurice Haas.

Das Bundesratsfoto mit dem Gruppenbild auf der Vorder- und den Einzelporträts auf der Rückseite wurde in einer Auflage von 60'000 Stück gedruckt. Es liegt in allen Logen des Bundeshauses und im Polit-Forum Käfigturm in Bern auf. Das Bild kann über www.admin.ch auch gratis bestellt oder heruntergeladen werden.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andreas Koch am 01.01.2015 04:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Er nahm das Brot.....

    wie wärs mal mit 'dem letzten Abendmahl' für gewisse? Würde das Bild auflockern.

  • Frau Rottenmeier am 01.01.2015 07:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fade

    Sieht aus wie in einem Bahnhofbuffet- fehlt nur noch der Kellner.

    einklappen einklappen
  • Oli Schafer am 01.01.2015 03:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Let

    Ich finde das Bild zu konservativ - total old school statt jung und dynamisch. Wie soll diese Truppe die Schweiz erfolgreich und proaktiv in die Zukunft navigieren? Mit "Wählscheibentelefon"? Bravo...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Louis Funes am 02.01.2015 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    An alle:

    50 % Männer, 50 % Frauen ... Einfach toll, diese Ausgeglichenheit. Leider nicht natürlich gewachsen, sondern durch irgendwelche Richtlinien ("politisch korrekt") geschaffen. Solche unnatürliche Strukturen sind zum Scheitern verurteilt, wetten das?

  • Paul Müller am 02.01.2015 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    @ Eidgenossen

    Bitte seid mir nicht böse, aber unsere Regierung nimmt leider seit geraumer Zeit nicht mehr die Interessen der Eidgenossen wahr. Warum das so ist? Gute Frage! Vielleicht zahlen wir ihnen zu wenig (bzw. andere zahlen ihnen mehr). Ich weiss es nicht, aber es macht mich extrem unglücklich ...

  • The Man who am 02.01.2015 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Titelscrolling

    Scrollt herunter und lest nur die Titel, die Texte die sich so ergeben - großartig.

  • Jemima am 02.01.2015 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber sicher.

    Konkordanz? Und drehen einander den Rücken zu?

  • Alfred E. Neumann am 02.01.2015 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    Gemütlichkeit pur:

    Diese Truppe wird uns in den nächsten Jahren entweder ganz an die EU oder an die USA verkaufen! Im Moment geht es nur noch darum, wer mehr bezahlt, und um die Postenverteilung in den neuen Strukturen ...