Bildung und Forschung

11. Oktober 2011 12:34; Akt: 11.10.2011 12:35 Print

Wissenschaftsrat fordert mehr Geld

Die Schweiz muss mehr Geld in Bildung und Forschung stecken, sonst drohe sie längerfristig ins Hintertreffen zu geraten. Das sagt der Schweizerische Wissenschafts- und Technologierat.

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Studenten in der Bibliothek des Rolex Learning Centers der Eidgenössichen Hochule in Lausanne (EPFL).

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Mehr und bessere Koordination, eine bessere Ausschöpfung des vorhandenen Potenzials und vor allem mehr Geld: Dies sind die Rezepte, mit denen der Schweizerische Wissenschafts- und Technologierat (SWTR) dafür sorgen will, dass der Forschungsstandort Schweiz auch in Zukunft brilliert.

Die Herausforderung für die Schweiz ist nach Ansicht des Rates gross: Da viele Industrie- und Schwellenländer ihre Bildungs-, Forschungs- und Innovationspolitik (BFI) reformieren und viel Geld in ihre Hochschul- und Forschungsinstitutionen stecken, droht die Schweiz ins Hintertreffen zu geraten. Eine Schwächung des traditionell hohen Wissenschafts- und Technologieniveaus würde die Wettbewerbsfähigkeit schwächen und damit die Wohlfahrt gefährden.

Der Wissenschafts- und Technologierat gab deshalb am Dienstag seine Empfehlungen bekannt, welche Akzente der Bundesrat in der Bildung und Forschung in den nächsten Jahren setzen sollte.

Deutlich mehr Geld gefordert

Neben einer besseren Koordination zwischen Bund und Kantonen sowie zwischen Bildung- und Forschungseinrichtungen sollen auch bestehende Potenziale besser ausgeschöpft werden - etwa dank einer höheren Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Hochschultypen oder dank eines verbesserten Wissens- und Technologietransfers.

Vor allem aber sei eine deutliche Aufstockung der Mittel unabdingbar, schreibt der SWTR in seinen Empfehlungen an den Bundesrat. Der Rat wünscht dabei, dass die BFI-Ausgaben von etwa 5 Milliarden Franken in den nächsten Jahren um jährlich 10 Prozent steigen.

Wichtig ist für das Beratungsorgan des Bundesrats zudem, dass die Wissenschafts- und Forschungsinstitutionen auf die einmal gemachten Versprechen der Politik zählen können.

Planungssicherheit sei in einer langfristigen Perspektive für die Wissenschaft von zentraler Bedeutung: Nachträgliche Budgetkürzungen sollten unbedingt verhindert werden. Eine «Stop-and-go»-Politik in Bildung und Forschung habe schwerwiegende Folgen für den Wissenschafts- und Innovationsplatz Schweiz, schreibt der Rat weiter.

Signal ans Parlament nach Armeeentscheid

Der Wissenschafts- und Technolgierat richtet sich mit seinen Empfehlungen indirekt auch ans Parlament, das in der nächsten Legislatur die vom Bundesrat gemachten Vorschläge zum BFI-Kredit für die Jahre 2013-2016 absegnen muss.

Das Signal bedeutet insbesondere, dass die Wissenschafts- und Forschungsgemeinde in der Schweiz nicht auf Geld verzichten will, das vielleicht wegen den vom Parlament gefällten Entscheide zur Armeegrösse und zum Kauf von Kampfjets in anderen Bereichen eingespart werden muss.


(sda)

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