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Pläne vorgestellt
20. Januar 2012 11:33; Akt: 20.01.2012 13:13 Print
So sieht das Atom-Endlager oben aus
Die Nagra bastelt weiter an ihren Plänen für den Bau eines atomaren Tiefenlagers in der Schweiz. Jetzt ist klar, wo die dafür notwendigen Bauten an der Oberfläche stehen und wie sie ausehen könnten.

So etwa könnten die Bauten an der Oberfläche für Tiefenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle aussehen. (Bild: Maars/Nagra)
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Umstrittene Atomenergie
Für jedes der sechs noch möglichen Atommüll-Tiefenlager hat die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) Vorschläge gemacht, wo die oberirdischen Gebäude zu stehen kommen könnten. 20 Standorte gelten laut Nagra als geeignet.
Bildstrecken AKW in der Schweiz und der Widerstand dagegenDie 5 Schweizer AKW: Ihre Zeit ist abgelaufen Infografik Tiefenlager für AtommüllEndlager für radioaktive Abfälle So nicht - findet die Aargauer RegierungDer Aargauer Regierungsrat hat die Standortvorschläge der Nagra für mögliche Oberflächenanlagen eines Atomendlagers ungewohnt scharf kritisiert. Das Vorgehen der Nagra und des Bundes sei «unverständlich». Die Kantone seien nicht miteinbezogen worden. Die Vorschläge der Standorte seien «nicht nachvollziehbar», wird Regierungsrat Peter C. Beyeler (FDP) in einer Medienmitteilung der Staatskanzlei zitiert. «Wir sind sehr überrascht über die Standortvorschläge.» Die kantonalen Entwicklungsgebiete seien nicht berücksichtigt worden.
Der Regierungsrat erneuerte am Freitag seine bisherige Haltung. Der Aargau wolle «grundsätzlich» kein geologisches Tiefenlager. Der Kanton trage bereits heute grosse Lasten für die gesamte Schweiz im Verkehrs- und Energiebereich, hält der Regierungsrat fest.
Die Standortvorschläge für die Gebäude sind Teil der zweiten Etappe bei der Auswahl für die künftigen Tiefenlager. Im Dezember reichte die Nagra die Vorschläge beim Bund ein. Am Freitag präsentierten die Nagra und das Bundesamt für Energie (BFE) die Vorschläge in Bern.
Die Vorschläge für die Tiefenlagerportale teilen sich auf die Gebiete Jura-Ost (ehemals Bözberg AG, 4 Vorschläge), Jura-Südfuss (AG, 4 Vorschläge), Nördliche Lägern (AG/ZH, 4 Vorschläge), Zürich Nordost (ZH, 4 Vorschläge), Südranden (SH, 3 Vorschläge) und Wellenberg (NW, 1 Vorschlag) auf. Direkt betroffen sind 21 Gemeinden, da die Anlagen teilweise auf dem Territorium zweier Gemeinden zu stehen kämen.
Als nächster Schritt sollen sich die betroffene Regionen nun äussern können und allenfalls auch eigene Vorschläge einreichen. 15 Informationsveranstaltungen sind geplant. Schon ungefähr Ende 2012 will die Nagra danach für jedes mögliche Lager einen Standort für die Oberflächenanlagen festlegen. Dieser Zeitplan sei «ambitiös», aber machbar, sagte Michael Aebersold vom BFE.
Atommüll neu verpacken
Umstritten sind an den Oberflächenanlagen vor allem die Anlagen zur Neu-Verpackung der Atomabfälle. Brennelemente und anderer radioaktive Müll wird dort ausgepackt und in Lagerbehälter umgepackt, damit der Müll im 200 bis 900 Meter tieferen Tiefenlager sicher eingeschlossen werden kann. Das Gebäude müsse daher die höchsten Sicherheitsanforderungen erfüllen, sagte Aebersold.
Als Alternative gilt eine Verpackung an einem anderen Ort, beispielsweise im bestehenden Zwischenlager in Würenlingen im Kanton Aargau. Das sei zwar möglich, sagte Nagra-Chef Thomas Ernst, aber «nicht vernünftig». Auch dort wäre laut Ernst ein Neubau nötig, und zudem würde die Zahl der Transporte fünf- bis zehnmal höher ausfallen, als wenn der Abfall beim Tiefenlager verpackt wird.
Zu den Oberflächenanlagen gehören ausserdem weitere Betriebs- und Administrationsgebäude, ein Besucherzentrum sowie Zufahrten und Schienenanschlüsse. Von der Anlage aus lässt sich das Tiefenlager, das in mehreren Kilometern Entfernung liegen kann, über ein Tunnelsystem erreichen.
Unabhängig von den Gebäuden sind die Lüftungs- und Bauschächte, die zwingend über dem Tiefenlager liegen müssen. Ihr Standort wird in einem späteren Schritt definiert.
Kiesgruben und Industriezonen
Die Bauten besetzen eine Fläche von acht Hektaren für das Tiefenlager für hochaktiven Abfall und von fünf Hektaren für das Tiefenlager für schwachen und mittelaktiven Abfall. Im Fall des grösseren Gebietes entspricht dies einer Fläche von rund elf Fussballfeldern. Das höchste Gebäude - die Verpackungsanlage - wird mit rund 25 Metern so hoch wie ein ungefähr 11-stöckiges Haus.
Im Gegensatz zu den Tiefenlagern gebe es für die Gebäude eine «gewisse Flexibilität» im Bau, solange die Sicherheit und die technische Machbarkeit gewährleistet seien, sagte Ernst. Bei den Vorschlägen wählte die Nagra stillgelegte Kiesgruben, Industrie- und Gewerbezonen oder Waldparzellen. Kommt es nicht zu einer Einigung, könnten die jeweiligen Grundeigentümer enteignet werden.
Entscheid in zehn Jahren
In der laufenden zweiten Etappe für die Tiefenlagerauswahl wird in den kommenden vier Jahren auch die Sicherheit der möglichen Standorte geprüft. Am Ende muss die Nagra mindestens zwei Standorte für schwach- und mittelradioaktive Abfälle und mindestens zwei Standorte für hochradioaktive Abfälle auswählen.
Ein definitiver Entscheid des Bundesrats - vor der Zustimmung des Parlaments und absehbarer Referendumsabstimmung - soll spätestens in zehn Jahren fallen.
Hier finden Sie die möglichen Standorte für die sichtbaren Bauten der Tiefenlager
(sda)
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Alle 35 Kommentare





























Schöne neue Welt
Es ist schön zu sehen, wie sich die oberirdischen Gebäude der Endlager harmonisch in die Landschaft einfügen, wie Flora und Fauna in ihren Lebensräumen belassen werden können. Nur unten im Keller tickt die A-Zeitbombe.
Sieht doch gut aus...
Also, mir gefällt's... Wo kann ich zustimmen?
Wow, so schön...
Das ist ja die reinste Idylle. Das will sicher jeder haben....