Land unter in Thailand

29. März 2011 13:36; Akt: 30.03.2011 11:06 Print

«So etwas habe ich noch nie erlebt»

Die ungewöhnlich heftigen Regenfälle im Süden Thailands haben bereits elf Menschenleben gefordert. Tausende Touristen sind betroffen. «Wir sitzen hier fest», schreibt ein Leser-Reporter.

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Seit Tagen regnet es im Süden Thailands. Und die Situation wird immer prekärer. Die Opferzahl in den südlichen Provinzen ist mittlerweile auf elf gestiegen. Darunter war ein Einheimischer, der einen beim Schwimmen vor dem Chaweng-Strand auf Koh Samui abgetriebenen Touristen rettete. Er selber schaffte es nicht mehr zurück ans Land und ertrank.

Die Niederschläge sind für die Jahreszeit ungewöhnlich. Der März ist auf Koh Samui normalerweise völlig trocken. «Ich bin fast 50 Jahre alt, so etwas habe ich noch nie erlebt», sagte die Chefin der Tourismusbehörde. Gemäss Bangkokpost.com sind 265 000 Haushalte von den Überschwemmungen betroffen. Die Provinz Narathiwat sei zu 90 Prozent unter Wasser. Tausende Touristen sind im Ferienparadies gestrandet.

«Das Wasser reicht uns bis an die Hüften», meldet Leser-Reporter Pascal S. aus Ko Samui. «Wir kommen nicht mal bis zum Flughafen. Wir sitzen hier fest.» So wie dem Schweizer Pascal S. geht es Tausenden Touristen auf Koh Samui. In Chaweng und Bophut auf Ko Samui stehen die Strassen bis zu einem Meter unter Wasser. Das Ferienparadies ist vom Festland völlig abgeschnitten. Der Flughafen ist geschlossen, Start- und Landebahn sind nach tagelangem Regen überflutet. Der Fährbetrieb musste wegen hohem Wellengang eingestellt werden. Bootstouren-Anbieter und Fischereibetriebe melden im Golf von Thailand Wellen von bis zu fünf Metern.

Mehrere Hundert Touristen stecken zudem im Similan Nationalpark in der Andamanensee fest. Ein Ende ist nicht in Sicht. Die Regengüsse sollen gemäss Wetterprognosen mindestens bis am Mittwoch anhalten.

Meteorologen machten das Wetterphänomen «La Niña» mit hohen Luftdruck- und Wassertemperaturunterschieden im und über dem Pazifik für die ungewöhnlichen Stürme verantwortlich. Dadurch ändern sich die Passatwinde.

Auch in Bangkok war es ungewöhnlich kalt: 22 statt der zu dieser Jahreszeit üblichen 28 Grad. In Nordthailand fielen die Temperaturen auf 16 Grad.

(meg)