Maurer weist Kritik zurück

14. Februar 2012 12:17; Akt: 14.02.2012 16:42 Print

«Der Gripen wird den F/A-18 übertreffen»«Der Gripen wird den F/A-18 übertreffen»

von Lukas Mäder - Verteidigungsminister Maurer hat sich vor den Medien hinter den Kampfjet-Entscheid gestellt. Die publizierten Berichte seien irrelevant, da sie keine Gesamtbeurteilung seien.

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«Welches Flugzeug besser ist, muss für den ganzen Lebensweg beurteilt werden»: Verteidigungsminister Ueli Maurer begründet den Kauf des Gripen. (Bild: Keystone)

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Die Armeeführung steht geschlossen hinter dem Gripen-Kauf, sollte das Aufgebot für die Medienkonferenz zeigen. Nachdem Zweifel an der Leistungsfähigkeit des schwedischen Jets Gripen aufgetaucht waren, nahm Verteidigungsminister Ueli Maurer am Dienstag vor den Medien in Bern Stellung - zusammen mit dem Chef der Armee, dem Rüstungschef und den Chefs von Luftwaffe und Heer. Sie kamen von einer ordentlichen Sitzung, die zuvor stattgefunden hatte.

Der Gripen erfülle das militärische Pflichtenheft, das im Voraus definiert worden sei, sagte Maurer. Der schwedische Kampfjet habe in der Gesamtbewertung die Note zufriedenstellend erhalten, noch bevor finanzielle Aspekte berücksichtigt wurden. Die zwei in Auszügen veröffentlichen Berichte seien nur Teilberichte gewesen, sagte Maurer. «Sie sind irrelevant.» Aus den Abklärungen der Luftwaffe und der Rüstungsbeschafferin Armasuisse sei ein Synthesebericht erstellt worden. Die Vorwürfe vom Sonntag seien zudem nicht neu, wie Maurer sagte. Mitte November - kurz vor dem Typenentscheid des Bundesrats - hatte bereits die «Basler Zeitung» aus diesen Evaluationsberichten zitiert. Seine erste Stellungnahme, er hätte diese Ergebnisse nicht gekannt, sei falsch gewesen, sagte Maurer. «Ich habe mich aufs Glatteis führen lassen.»

Nicht nur fliegerische Leistung

Die zwei Evaluationsberichte der Luftwaffe beziehen sich nur auf Teilbereiche der technischen Beurteilung. Als einmotoriger Jet sei der Gripen gegenüber seinen zweimotorigen Konkurrenten Rafale und Eurofighter unterlegen, was völlig normal sei, wie Luftwaffenchef Markus Gygax sagte. Sowieso sei dank verbesserten Waffensystemen die fliegerische Leistung heute weniger wichtig als früher. Entscheidend für die Beurteilung sei das Gesamtsystem, zu dem insbesondere auch die Sensoren gehören. Bezüglich dieser Weiterentwicklung sei der Gripen zukunftsweisend. «Welches Flugzeug besser ist, muss für den ganzen Lebensweg beurteilt werden», sagte Maurer. Unter diesem Gesichtspunkt werde der Gripen den F/A-18 übertreffen.

Die Flugtests für den Bericht von 2008 sind mit dem Gripen CD durchgeführt worden. Die Schweiz plant aber den Kauf des weiterentwickelten Typs EF. Die geplanten Verbesserungen seien in die Bewertung eingeflossen, sagte Rüstungschef Ulrich Appenzeller. Dieses Vorgehen sei aber nicht nur beim Gripen gewählt worden. Laut Appenzeller seien die Testflüge bei allen Herstellern mit Jet-Versionen durchgeführt worden, welche nicht dem offerierten Typ entsprechen. Beim Gripen seien die geplanten Weiterentwicklungen am grössten. Das Evaluationsverfahren sei von den Herstellern immer wieder gelobt worden.

Kosten für Betrieb und Unterhalt berücksichtigen

Für seinen Typenentscheid Ende November seien dem Gesamtbundesrat alle Zahlen vorgelegen, insbesondere auch die Informationen über den Preis, betonte Maurer. Diese Frage hatte in den letzten Wochen für Diskussionen gesorgt, da nach dem bundesrätlichen Entscheid zugunsten des Gripen vom Rafale-Hersteller Dassault eine inoffizielle Offerte aufgetaucht war, die angeblich billiger sein soll. Maurer wies deshalb nochmals darauf hin, dass auch die Kosten für Betrieb und Unterhalt zu berücksichtigen seien. Der Gripen sei bei Beschaffung und Lebenswegkosten klar der billigste Kampfjet gewesen.

Zusätzlich tauchte der Vorwurf auf, dass während der Evaluation die Anforderungen geändert worden seien. Dies wies Maurer scharf zurück; es sei nichts manipuliert worden. Der Entscheid zugunsten des Gripen habe der Bundesrat nach einem jahrelangen sorgfältigen Auswahlverfahren gefällt. «Anonyme Komitees haben ihr Unwesen getrieben», sagte Maurer. Es gehe bei einer solchen Beschaffung nicht nur um viel Geld, sondern auch um das Prestige, der Schweiz ein Flugzeug verkaufen zu können. Laut Maurer hat die Bundesanwaltschaft nach der Publikation von Teilen der klassifizierten Berichte selbständig eine Untersuchung eingeleitet wegen Verletzung militärischer Geheimnisse.

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  • der Mechaniker am 14.02.2012 20:43 Report Diesen Beitrag melden

    Lauter Gegensätze

    In einer Begründung für den Kauf der Gripen war zu lesen. Man hat den Gripen NG ausgewählt, da dieses Muster über das gleiche Triebwerk wie die Schweizer F/A-18 verfügt. Wartungstechnisch und punkto Ausbildungskosten sicherlich logisch. Komisch ist jedoch. Das General- Electric F 414G Triebwerk welches in der Gripen eingebaut ist, ist tatsächlich in der Hornet verbaut. Aber nicht in der Schweizer Version (FA-18 C/D) sondern in der Super Hornet (F/A-18 E/F) welches die Schweiz nicht verfügt. Des weiteren hat die Anzahl der Triebwerke über die Leistungsfähigkeit keine Bedeutung. Massgebend ist das Schub Gewichtsverhältnis. Und mit einer Endgeschwindigkeit von Mach 2+ ist die Gripen wesentlich schneller als die Rafale, F-35 oder die F/A-18.

  • Hornet_zh am 14.02.2012 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    *studier*

    Eben eben... Warum nur ein einstrahliger Jet?! .... Alternativ wäre da noch die F/A-18C/D oder die F/A-18E/F Super Hornet gewesen?!

  • Roné St. am 14.02.2012 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    SU-35

    Hauptsache die Flieger sehen bei der Patrouille Suisse gut aus !! Das ist ja fast das einzige mal wo sie (auch im Ausland) eingesetzt werden. Sollte wirklich der beste und günstigste Flieger beschafft werden, müsste die SU-35 den Vorzug kriegen! Aber eben ... Russland ist gut genug um Gas und Uran zu beschaffen, aber doch nicht High Tech .... !! Wer hats erfunden? Lächerlich!