Attacke auf Ex-Präsi

21. März 2016 22:30; Akt: 21.03.2016 22:30 Print

Streit in der Waadtländer SVP wird blutig

«Sie behandeln mich wie einen Verräter», so Daniel Krieger, ehemaliger Präsident der SVP Lausanne. Er sagt, SVP-Mitglieder hätten ihn verprügelt.

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Daniel Krieger, fotografiert am 20. März 2016 in Lausanne, eine Woche, nachdem der ehemalige Präsident der Lausanner SVP nach eigenen Angaben von Mitgliedern der eigenen Partei vor seinem Haus verprügelt wurde. Photos: Christian Bonzon / Le Matin (Bild: Christian Bonzon / Le Matin)

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«Daniel Krieger ist vermöbelt worden» – dieser Satz tauchte Ende letzter Woche laut «Le Matin» auf einer Facebook-Seite auf, auf der politische Themen diskutiert werden. Nun schreibt die Zeitung, der Politiker sei laut eigenen Aussagen von Mitgliedern seiner eigenen Partei, der SVP Waadt, verprügelt worden. Am 13. März sei es passiert – drei Tage nach dem Ausschluss von Claude-Alain Voiblet aus der Waadtländer Sektion der Partei wegen eines Streits, der die Kantonalpartei seit längerer Zeit entzweit.

Krieger, der ehemalige SVP-Präsident der SVP Lausanne, bestätigt am Montag in «Le Matin»: «Es geschah gegen 20 Uhr. Ich hatte gerade das Haus verlassen. Es kam aus heiterem Himmel, einfach so. Ich denke, es dauerte weniger als eine Minute.»

«Habe einen der Täter erkannt»

Kriegers Gesicht zeigt deutliche Spuren der Attacke, auch noch eine Woche nach dem Angriff. Drei Täter hätten ihn überfallen, ihre Gesichter waren, so Krieger, mit Strumpfmasken und Kapuzen vermummt. «Ich habe die Worte ‹Verräter› und ‹Du willst die Partei in den Dreck ziehen› gehört», so Krieger zu «Le Matin». Er habe Hämatome an der Schulter, sein ganzer Körper schmerze, er könne kaum gehen, an Schlaf sei nicht zu denken. Sein Gesicht ist geschwollen, ein Zahn abgebrochen.

Das SVP-Mitglied sagt, er habe einen seiner Peiniger erkannt – aufgrund dessen Augen und Stimme. «Es ist ein junger, gewählter SVP-Politiker, ein Kantonsrat aus der Region», sagt er. Der Zeitung wolle er dessen Identität nicht preisgeben. Er habe eine Woche gewartet, doch am Montag werde er Anzeige erstatten: «Ich habe gedacht, der Mann werde sich bei mir melden und mit mir darüber reden, dass er eine grosse Dummheit begangen hat. Ich wollte ihm noch eine Chance geben.»

Krieger befürchtet weitere Angriffe

Er hoffe nun, dass die Justiz die ganze Sache aufkläre, sagt das Opfer weiter. Er habe genug. Man verbreite Lügen über ihn und seinen Arbeitgeber, so Krieger – und weiter: «Manche wagen sogar zu behaupten, ich sei gestürzt und deshalb verletzt.» Er wolle nun nicht «in Paranoia verfallen», aber könne sich schon vorstellen, «dass die Sache nicht gegessen ist», so Krieger weiter. Er sei auf der Hut, sobald er das Haus verlasse.

«Falls er die Wahrheit sagt und tatsächlich Parteimitglieder direkt oder indirekt in diese Gewalttaten verwickelt sind, dann werden wir handeln und uns von diesen Personen trennen», sagt Kevin Grangier, Generalsekretär der SVP Waadt, zur Zeitung. «Solches Verhalten, aus welchen Gründen auch immer, ist in keinem Fall zulässig, da gibt es keine Gnade.»

(gbr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cheser am 22.03.2016 00:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Niveau?

    Ohne Worte!

  • Don Pollo am 22.03.2016 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja...

    Die verstehen den Ausdruck politische Gegner wohl falsch.

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  • lmmmm am 22.03.2016 00:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wahrheit

    das zeigt die svp mal von der wahren seite.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mario am 22.03.2016 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Wenn es so ist, sollten nicht nur die Täter, sondern auch die SVP bestraft werden.

    • Tatjana. am 22.03.2016 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mario

      Ja klar, alle in einen topf werfen. Ähm momentmal werfen die linken das nicht immer den rechten vor? Offenbar seit ihr auch kein bisschen besser ;)

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  • Markus am 22.03.2016 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Sag es ja immer

    Egal ob rechts oder links. Extreme sind immer eine Gefahr. Da ist mir die politische Gesinnung wurscht. Und den Opfern denke ich auch. Alles Extreme gehört bestraft. aber gesehen an den Zürcher-Chaoten: Es passiert ja nichts. Woher stammt dann wohl das Wort Kuscheljustiz, welches in der Schweiz kursiert?

  • Bonita_1966 am 22.03.2016 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlimmer als Kinder

    Sind wir hier im Mittelalter? Was für ein Vorbild für unsere Kinder

  • filcka am 22.03.2016 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    na klar

    behaupten kann man Alles, wenn man sich rächen möchte.

  • Anita am 22.03.2016 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blutige waatländer

    Es ist ja sehr interessant, andere Parteien raufen sich nicht an den Haaren immer nur die SVP. Dafür machen die anderen gemeine Päckli untereinander dass es einem Graust .