Zofingen AG

21. September 2017 14:20; Akt: 21.09.2017 17:02 Print

SVP-Politikerin sitzt in U-Haft – und steht zur Wahl

Nach einem Hausbrand in Zofingen sitzt eine SVP-Politikerin in U-Haft. Sie wird verdächtigt, das Feuer selbst gelegt zu haben. Gleichzeitig möchte sie in den Einwohnerrat gewählt werden.

Der Ehemann entdeckte den Brand im ersten Stock des Hauses.
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Bei einem Brand in einem Einfamilienhaus ist am 30. August ein 36-jähriger Mann verletzt worden. Er musste mit dem Rettungshelikopter ins Spital geflogen werden. Seine Frau und die beiden Kinder blieben unverletzt. Doch kurz darauf wurde die Mutter in U-Haft genommen.

Sie wird verdächtigt, den Brand in ihrem Haus selbst gelegt zu haben. «Wir müssen, gestützt auf die Brandermittlung, davon ausgehen, dass der Brand absichtlich gelegt worden ist», sagte Fiona Strebel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, vergangene Woche zu Tele M1.

Wie der Regionalsender weiter herausfand, handelt es sich bei der Verhafteten um eine SVP-Politikerin. Die 30-Jährige kandidiert am Sonntag für einen Sitz im Einwohnerrat. Das ist auch jetzt noch der Fall: Ohne ein Urteil bestehe kein Grund, sie von der Wahl auszuschliessen, sagt Vize-Stadtschreiberin Catrin Friedli zum Sender.

Beschuldigte bestreitet Vorwürfe

Anwesend sein wird die 30-Jährige wohl eher nicht. Gemäss «Blick» will die Staatsanwaltschaft, dass sie noch drei Monate in U-Haft bleibt. Sie wird beschuldigt, den Tod von Dritten beabsichtigt oder in Kauf genommen zu haben, sagt Strebel zur Zeitung. Die Verdächtige bestreitet die Vorwürfe.

Die Nachbarn können sich nicht vorstellen, dass die Frau den Brand selbst gelegt hat, wie sie zu Tele M1 und «Blick» sagen. Laut dem Regionalsender soll es im Quartier in den vergangenen Jahren bereits zweimal zu einer Brandstiftung gekommen sein. Noch heute ist unklar, wer damals einen Holzstapel angezündet hat. Ob ein Zusammenhang zum aktuellen Fall besteht, darüber macht die Staatsanwaltschaft keine Angaben.

(vro)