Schweiz unter Beschuss

21. März 2016 15:30; Akt: 21.03.2016 15:55 Print

DDoS-Attacken gehen unvermindert weiter

Für die Cyber-Attacken auf Schweizer Firmen haben Hacker die Verantwortung übernommen. Doch warum hören die Angriffe nicht auf?

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Ein Blick in das Cyber Defense Center von Hewlett Packard in Deutschland. Hier werden Attacken abgewehrt. (Bild: Keystone/Daniel Naupold)

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Seit über einer Woche greifen unbekannte Kriminelle die Websites diverser Schweizer Firmen mit massiven DDoS-Attacken an, legen immer wieder die Server lahm und verursachen damit einen wirtschaftlichen Schaden, der sich kaum beziffern lässt. Digitec, SBB, Galaxus, Interdiscount, Microspot, Micasa und Melectronics waren betroffen.

Die Attacken hören nicht auf. Digitec war am Sonntag immer noch zeitweise offline. Auch der grösste Schweizer Online-Marktplatz Ricardo.ch war betroffen und sporadisch nicht erreichbar. «Es gab drei grössere DDoS-Angriffe bei Ricardo.ch und Autoricardo.ch», sagt Simon Marquard, Digital Communication Manager von Tamedia zu 20 Minuten. Zwar sei die Auktionsplattform eigentlich gut geschützt, doch die Attacken hätten ein «ungewöhnlich hohes Ausmass» angenommen. Mittlerweile habe man die «Sicherheitsmassnahmen deutlich ausgebaut», so Marquard.

Erpresser oder politisch motivierte Hacker?

Als Ricardo.ch und Autoricardo.ch am Donnerstagabend erstmals betroffen waren, ging «etwa zur gleichen Zeit ein Erpresser-Schreiben ein», sagt Marquard. Man sei mit den Behörden, etwa der Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (KOBIK), in Kontakt. Im Fall von technischen Problemen, bei denen der Handel nicht mehr oder nur stark eingeschränkt möglich ist, werden betroffene Auktionen automatisch um 24 Stunden verlängert. «Aufgrund des Angriffs vom Donnerstag konnten die Angebote, die zwischen 21 und 23 Uhr Zeit ausgelaufen sind, jedoch nicht mehr verlängert werden», so Marquard. «Die betroffenen Verkäufer wurden informiert, dass sie, falls sie von ihrem Verkauf vom Donnerstag zwischen 21 und 23 Uhr zurücktreten, sämtliche im Zusammenhang mit der Transaktion anfallenden Gebühren gutgeschrieben erhalten.»

Es sind demnach Cyberkriminelle mit erpresserischen Absichten am Werk. Laut «NZZ am Sonntag» sprach auch Digitec/Galaxus-CEO Florian Teuteberg nun von «mehreren Erpresserschreiben». Vergangene Woche hatte eine Gruppe von Hackern angegeben, nicht nur die SVP-Website gehackt, sondern auch für die DDoS-Attacken verantwortlich zu sein. «Es hat sich einfach so ergeben, da wir die Schweiz so ‹wachrütteln› und sicherer machen wollen», so die Hacker zu Inside-IT. Trifft die These zu, es handle sich bei ihnen nur um Trittbrettfahrer (oder womöglich um Nachahmer im Fall der jüngeren Attacken auf Ricardo und Digitec/Galaxus), dann haben sie der Schweizer Wirtschaft erstmal einen Bärendienst erwiesen.

(gbr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Steph am 21.03.2016 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wer soll sie stoppen?

    Klar gehen die Attacken unvermindert weiter. Wer soll sie stoppen? Die Politik oder Polizei? Dafür müssten die Länder zusammenarbeiten. Das wird aber sicher nie klappen.

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  • FiM am 21.03.2016 15:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja

    Endlich wird Jedem klar was für eine Macht das Internet hat!

  • ChrisT am 21.03.2016 15:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Moment scheint es gerade swiss

    Zu treffen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Aeschbi10 am 21.03.2016 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    E-Banking ??

    Wie sieht es aus mit e-Banking ?

  • Hugowitsch am 21.03.2016 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    Spam

    Hat auch einen Vorteil. Seit den Attacken sind auch die Werbe Spams der betroffenen Firmen zurückgegangen. Finde aber trotzdem dass solche Sachen sehr hart bestraft werden sollten, wenn man die Täter findet.

  • Tron am 21.03.2016 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    Ach Staatstrojaner

    Vielleicht wäre es schlauer wenn der Staat statt Trojaner in Auftrag zu geben, den Netzzugang nur dann erlaubt wenn der Nutzer einen Sicherheitskurs gemacht hat und fehlbare Rechner sofort vom Netz genommen werden.

  • Steve O am 21.03.2016 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Ricardo kann ich seit Samstag nur mit dem Smartphone aufrufen!?

  • Geissenpeter am 21.03.2016 16:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ricardo ist K.O.

    ich will seit Tagen etwas auf ricardo verkaufen aber schaff es nicht mal zum Benutzerkonto. Immer wieder "Seite kann nicht geladen werden" Langsam nervt es echt!

    • G.V. am 21.03.2016 17:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Geissenpeter

      Bei mir funktioniert Ricardo ohne Probleme.

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