Operation Libero

05. Dezember 2017 16:05; Akt: 05.12.2017 17:14 Print

«Das Crowdfunding für die SRG ist kein Selbstläufer»

Die Operation Libero will im Kampf gegen «No Billag» mindestens 285'000 Franken sammeln. Geht die Rechnung auf?

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Die No-Billag-Initiative hat noch einen Gegner mehr: Die Operation Libero sieht in der Vorlage einen «Anschlag auf die Demokratie». Der Verein plant nun eine «schlagkräftige Kampagne» – via Crowdfunding will er mindestens 284’981 Schweizer Franken und 59 Rappen sammeln. Das wäre der grösste Betrag, der auf diesem Weg je für ein politisches Anliegen in der Schweiz gesammelt wurde.

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Die rund 285’000 Franken standen der Operation Libero und ihren Mitstreitern auch im Abstimmungskampf zur Durchsetzungsinitiative zur Verfügung, als sie der SVP mit einer Social-Media-Kampagne das Fürchten lehrten. «Wir nehmen die Initiative sehr ernst. Es braucht wie bei der Durchsetzungsinitiative alle, damit die Bombe nicht explodiert», sagt Co-Präsidentin Laura Zimmermann.

Medienprojekt sammelte 3,4 Millionen Franken

Zimmermann ist optimistisch, dass die Sammelaktion durch die Decke geht: «Das Geld wird zusammenkommen. Viele Leute sind bereit, einen Beitrag für eine starke und ausgewogene Medienlandschaft zu leisten.» Seit dem Start am Dienstagmorgen sicherten Spender auch schon rund 50’000 Franken zu (Stand 16.00 Uhr).

Zuversicht gibt der Operation Libero, dass ein Medienprojekt, das Onlinemagazin «Republik», im Frühling 3,4 Millionen Franken sammelte – ein Weltrekord. Zudem sprudeln die Spendengelder auch beim Verbandskomitee «Nein zum Sendeschluss»: Es hat bereits 520'000 Franken eingenommen.

«Über 80 Prozent der Spenden bewegen sich zwischen 50 und 500 Franken. Das sind unzählige Privatpersonen, denen der Kampf gegen die Initiative ein Anliegen ist», freut sich Diego Yanez, Ex-Chefredaktor des Schweizer Fernsehens. Die Zivilgesellschaft engagiere sich «in der ganzen Breite». «Grossspender haben wir keine, auch keine Parteien, die uns unterstützen.»

«Es bleibt ein Kampf David gegen Goliath»

Auch die Billag-Gegner bauen auf Kleinspenden. Sie backen allerdings kleinere Brötchen: Nachdem sie von der Plattform Wemakeit verbannt wurden, haben sie in einem Monat rund 85’000 Franken gesammelt.

Laut Andreas Kleeb vom Verein No-Billag sollen bis zum Abstimmungstermin 160’000 Franken aus dem Crowdfunding zusammenkommen. Dass die Operation Libero in den Ring steigt, beeindruckt Kleeb nicht. «Es ist einfach ein Gegner mehr. Wir lassen uns davon nicht einschüchtern. Es ist schon jetzt ein Kampf David gegen Goliath, unabhängig davon, ob das Crowdfunding der Gegner ein Erfolg wird.» Er verweist darauf, dass auch das Gegenkomitee «Nein zum Sendeschluss» über viel Geld verfüge.

Der ehemalige Präsident der FDP Zug sagt, viele hätten sich ihre Meinung ohnehin schon gebildet. «Es entbehrt aber nicht der Ironie, dass ausgerechnet eine angeblich liberale Bewegung Geld für die Rettung der Zwangsgebühr sammelt.»

«Erfolg von Operation Libero nicht garantiert»

Laut Politologe Louis Perron haben Crowdfunding-Aktionen gute Chancen, einen Schneeballeffekt auszulösen, wenn der Absender cool und sympathisch ist, Bewegungscharakter hat und eine gewisse Emotionalität transportiert. «Die Operation Libero hat etwa mit ihrem Kampf gegen die Durchsetzungsinitiative und für die erleichterte Einbürgerung ihre Schlagkraft bewiesen.»

Dass die neue Kampagne gegen die No-Billag-Initiative zum Selbstläufer werde, sei aber nicht garantiert. Bei den anderen Kampagnen habe der Verein vom Reiz des Neuen profitieren können und damit eine grosse Medienberichterstattung ausgelöst. «Die vorherigen Erfolge ohne diesen Reiz zu toppen, wird eine Herausforderung.»

Das traditionelle Fundraising stütze sich vor allem auf ältere Spender ab. Beim Crowdfunding spendeten hingegen Leute aus allen Lebensbereichen und Altersgruppen aus Überzeugung. «Die Herausforderung der Operation Libero ist, unter 40-Jährige zu einem Nein zu bewegen, da junge Menschen eine kleinere emotionale Verbindung zur SRG haben.»

(daw/bz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Käfer am 05.12.2017 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bessere idee

    Eine crowdfinding-aktion für die ahv wäre sinnvoller

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  • Paul am 05.12.2017 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wozu

    Die SRG hat ja genug Geld Wahlkampf zu machen...

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  • Leser am 05.12.2017 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Lustig

    Nennen sich Operation "Libero" (Operation Freiheit) und fordern Unterstützung für Zwänge (Zwangsgebühren, Zwangsmitgliedsschaften...)

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • P.Ka am 06.12.2017 13:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung!! No-Billag!!!!!

    Das ist schonmal ein Zeichen dafür, dass viele Schweizer noch hinter der SRG stehen. Innerhalb von einem Tag 125000.- CHF für die Gegner der No-Billag Initiative. Meiner Meinung sollten die verbissenen SRG Kunden ihren freiwilligen Spendenbeitrag jährlich leisten und jene die absolut nichts mit der SRG zu tun haben wollen von den lästig hohen Gebühren befreien. Eine Umstrukturierung würde der SRG gut tun. Gefühlte 2000 verschiedene TV und Radiosender!! Ich bin für die No-Billag Initiative würde aber ein SRG Packet abonnieren. Befreit die Menschen von den hohen Kosten und geht mit der Zukunft

  • Walter Ma am 06.12.2017 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Mal auf den Punkt

    Liebe No Billag Gegner. Es ist nun mal so: Diese selbsternannte Bande konnte den Hals nicht voll genug bekommen, obwohl es bei den Normalos längst brodelt. Dann wurde noch eine äusserst fragwürdige Masche dem Volk verkauft, um die Einnahmen zu steigern. So! Es reicht jetzt und mit dieser Volksabstimmung habe ich erstmals die Möglichkeit diese Sauerei endgültig abzustellen. Weitere Abstimmungen zur Abschaltung jeglicher Deppengebühren und Abgaben werden folgen. Und auch denen geht es an den Kragen.

  • Kinta Kunte am 06.12.2017 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Kontraproduktive Hyperaktivität

    Jede Aktion der SRG Aktivisten führt nur noch zu mehr Befürwortern der No Billag Initiative. Die verdrehten Argument werden halt durchschaut. Macht weiter so danke! Die Demokratie wird siegen! Grüsse von den Sklaven des Staates.

  • Dani S. am 06.12.2017 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    Abschaffen

    Abschaffen die SRG. Viel zu viele Sender! Auch in Deutschland und Österreich. Abzocke pur! Es reicht ein deutschsprachiger TV und ein Radiosender für DE, CH und Österreich! Auch Postfilialen gibt es noch viel zu viele. Eine pro Kanton ist genug! Weg auch mit den Schulen, Spitälern und Bahnhöfen! Wer braucht Kirchen? Weg damit viel zu teuer! Ich schaue Nachrichten auf Youtube und brauche nur Strassen. Alles andere sollen die bezahlen die es brauchen! Wir müssen endlich sparen!

  • Swissman73 am 06.12.2017 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst sie doch machen

    Operation Libero. Oder zu Deutsch: Operation letzter Mann. Wann drehen denn die Feministinnen wieder wegen diesem Namen durch? Aber egal: Ich finde es gut, dass die Operation Libero wieder mitmischt. Da kommen sicher noch mehr "No Billag" BefürworterInnen dazu. Also die komische Organisation hilft noch bei der Abschaffung der Zwangssteuern. Was wollen wir mehr? Ah ja, Danke sagen..