Drogenhandel

05. Dezember 2011 21:28; Akt: 06.12.2011 08:55 Print

Schweizer Schmuggler wird nicht begnadigt

von Andy D. Veraguth - Acht Jahre sitzt ein in Thailand verurteilter Schweizer Drogenkurier schon im Gefängnis. Doch obwohl die Schweiz sein Delikt viel milder bestrafen würde, wollte ihn der Zürcher Kantonsrat nicht begnadigen.

storybild

Der in Thailand verurteilte Schweizer Drogenkurier sitzt zurzeit in der Strafanstalt Saxerriet. (Key)

Zum Thema
Fehler gesehen?

8500 Thaipillen wollte der heute 43-jährige Schweizer 2003 aus Thailand in seine Heimat schmuggeln. Die Thailänder erwischten ihn und verurteilten den Drogenkurier zu 25 Jahren Haft. 6 Jahre davon sass er in Klong Prem, dem berüchtigten Hochsicherheitsgefängnis Bangkoks. Seit März 2009 ist er jetzt in Schweizer Strafanstalten, zurzeit im sankt-gallischen Saxerriet. Da er in der Schweiz für dieses Delikt laut dem Zürcher Oberstaatsanwalt höchsten 2 Jahre hinter Gitter gekommen wäre, stellte er beim Zürcher Regierungsrat ein Begnadigungsgesuch. Dieser nahm das Gesuch an. Der Zürcher Oberstaatsanwalt und das Obergericht befürworteten eine Freilassung und selbst die thailändischen Behörden hatten gegen eine Begnadigung nichts einzuwenden. Doch die bürgerliche Mehrheit des Kantonsrats lehnte die Begnadigung gestern definitiv ab.

«Wer sich ins Ausland begibt, unterwirft sich den dortigen Rechtsnormen, sonst muss er nicht dorthin», sagte etwa Claudio Schmid (SVP). Die SP führte dagegen ins Feld, der Mann habe in Thailand äusserst harte Haftbedingungen erlitten und sei teilweise in Ketten gelegt gewesen. Und angesichts der mehr als zwölf Mal geringeren Strafe für ähnliche Delikte in der Schweiz sei es an der Zeit, dem Mann die Reintegration zu ermöglichen. Doch nun bleibt er bis auf weiteres in Saxerriet – 2 bis 5 Jahre Minimum.

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Justi am 06.12.2011 07:41 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig

    jeder weiss dass es verboten ist Drogen zu schmuggeln ob in der Schweiz oder sonst wo. Beim Thai-Urteil zeigt sich einmal mehr die Diskrepanz anderer Länder zu unserer Kuscheljustitz. Dass ihm in der Schweiz nicht viel passieren würde hat er wohl gewusst. Mit der Härte in Thailand hat er vermutlich nicht gerechnet.

  • Knuzerich am 06.12.2011 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Suuuper...

    ... und der typische Schweizer Kinder-Vergewaltiger kommt mit 30 Monaten davon...

  • Thomas Anderegg am 05.12.2011 23:44 Report Diesen Beitrag melden

    Alles was recht ist

    Ich verfolge auch eine HARTE LINIE, doch was wir in der Schweiz versäumen sollten andere nicht büssen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Aufrechter Bürger am 06.12.2011 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo, sehr gut gemacht

    Ein grosses Bravo dem Kantonsrat. Der Kerl wurde zu 25 Jahren verurteilt und soll diese auch abhocken. Schade ist nur, dass er das in einem CH-Ferienlager tun darf und nicht in einem thailändischen Knast. Leider hat es immer noch Leute, die mit Verbrechern noch Mitleid haben.

  • Arthur Gubler am 06.12.2011 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Diskriminierung

    Pech, dass er Schweizer ist.

  • Tommy Ton am 06.12.2011 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sie wissen was sie tun

    Midnight Express lässt grüssen. Die Dealer wissen genau was sie da machen und welches Risiko sie da eingehen. Er kann aufatmen, dass er nicht mehr in Thailand seine Haft absitzen muss.

  • Robert Schöni am 06.12.2011 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kuschelrock und bedingt

    Vor ca. 25 Jahren gab es ca. 12000 Schwerstabhängige und heute über 30000! Ich glaube es ist an der Zeit, dass sich die SChweizer Justiz der Thailändischen anpassen könnte! Jeder weiss in Thailand wenn er etwas kriminelles Macht, gibt es haue, das es weh macht. Nicht der Kuschelrock und 200 Jahre bedingt!

  • Falscher Film... am 06.12.2011 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Augen auf, Justitia..!!!

    "Ein Bodenleger hat sich an einem 7- und einem 13-jährigen Mädchen sexuell vergangen. Jetzt wurde er zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt. Sechs Monate soll er verbüssen..." Was ist denn schlimmer? 2 zerstörte Frauenleben oder 8500 mal Spass haben zu wollen... Solche Entscheide sind für mich einfach nicht zu begreiffen.

Immobilien

powered by

Immobilien finden

PLZ
Preis bis
Zimmer bis

Nachmieter finden? Jetzt bei homegate.ch inserieren