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Chatroom
15. Januar 2009 15:47; Akt: 15.01.2009 16:41 Print
«43 Sekunden bis zum ersten Sexangebot»
von Katharina Bracher - Die Polizei weiss: Drei Minuten dauert es durchschnittlich, bis Kinder und Jugendliche in Chatrooms sexuell belästigt werden. Eine CVP-Nationalrätin wollte es genau wissen: Barbara Schmid-Federer gab sich im Chat als 13-jähriges Mädchen aus. Resultat: Nach wenigen Sekunden meldete sich der erste Interessent. Über ihren Selbstversuch sprach sie mit 20 Minuten Online.
20 Minuten Online: Sie haben den Selbstversuch unternommen, sich als
Barbara Schmid-Federer: Ich muss vorausschicken: Ich habe nicht nur einen, sondern mehrere Selbstversuche mit immer demselben Ergebnis unternommen. Zu diesem Schritt hat mich ein Vortrag von Martin Boess bewogen. Er ist Geschäftsleiter der Schweizerischen Kriminalprävention und hat uns erzählt, was sich da alles so in Chaträumen, in denen sich unsere Kinder aufhalten, tummelt. Ich kann nur sagen: Alle Eltern, die seine Ausführungen hörten, waren im Nachhinein schockiert. Sie hatten das Thema wie ich unterschätzt.
Gab sich im Internet als 13-Jährige aus: Nationalrätin Barbara Schmid-Federer
Ihre Selbstversuche endeten immer mit demselben Ergebnis.
Ja, und zwar wurden mir immer innert kürzester Zeit eindeutige Angebote gemacht. Beim ersten Selbstversuch dauerte es gerade mal 43 Sekunden, bis mir jemand direkt ein Sexangebot machte. Er schrieb mir seine E-Mail-Adresse auf, damit ich mich mit ihm verabreden könne. Der Mann war 20 Jahre älter. Ein anderer bot sich an, per Webcam mit mir zu kommunizieren. Er sei gerade eben aus der Dusche gekommen.
Wie reagierten Sie auf das Angebot?
Ich war natürlich angewidert! Der Mann war nach eigenen Angaben 36 Jahre alt!
Gab es auch User, die sich jünger ausgaben, als sie es aller Wahrscheinlichkeit nach sind?
Auf jeden Fall. Das merkt man vor allem an der Sprache. Ganz Junge haben eine eigene Art wie sie in Chatrooms kommunizieren, das kenne ich von meinem Sohn. Wenn ein angeblich 14-Jähriger ganz ohne Emoticons oder andere gängige Symbole der Internetsprache auskommt und noch dazu vollständige Sätze schreibt, ist das schon verdächtig. Übrigens kommt es häufig vor, dass sich eine erwachsene Person im Chat als gleichaltrige weibliche Userin ausgibt und sich so versucht das Vertrauen der Mädchen zu erschleichen.
Sie sind selbst Mutter von zwei Kindern. Hatten Ihre Erfahrungen im Selbstversuch Konsequenzen im Umgang mit dem Thema Internet bei Ihnen zu Hause?
Meine Kinder sind 11, respektive 14 Jahre alt. Vor allem für den Älteren, der sich schon auskennt mit Chatten im Internet, haben wir Regeln eingeführt. Der Computer steht nicht im Kinderzimmer, beim Chatten muss die Tür offen sein, so haben wir die Möglichkeit, ab und zu vorbeizuschauen. Vor allem aber gilt eines: Keine privaten Verabredungen mit Leuten, mit denen man nicht schon im realen Leben bekannt ist.
Sie haben als Nationalrätin bereits zwei Vorstösse zum Thema Jugendschutz und Internet lanciert. Bisher ohne grosse öffentliche Resonanz. Wo liegt das Problem?
Der politische Wille ist noch nicht richtig spürbar. Wie immer, wenn zu wenig medialer Druck zu einem Thema existiert. Erst wenn die Medien vermehrt über ein Problem berichten, handelt die Regierung.
Warum ist das Parlament untätig?
Das Parlament ist nicht untätig. Ich habe vor kurzem eine Motion eingereicht, die verdeckte polizeiliche Ermittlungen auch zur Prävention von Straftaten erlaubt. Die Polizei könnte - so wie ich es getan habe - mit falscher Identität Tätern im Internet auf die Spur kommen. Ein zweiter Vorstoss zielt allgemein auf den besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet. Ich bin überzeugt, dass mein Vorschlag von links bis rechts Zustimmung im Rat findet.
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Alle 35 Kommentare






























Ihr dummer schweizer!!!
Letstens habe ich in der Zeitung gelesen, dass einer 18 Buben missbraucht hat, doch der bekommt nur 3 Jahre!!! So ist das in der Schweiz, macht das einer in Russland, wird er im Gefängniss umgebracht, und jetzt kommt mir nicht mit den Menschenrechten!!
Selbstversuch
dabei ist fest zu halten, es ist egal ob man sich als 11 jährige oder 20 jährige ausgibt, erste angebote erhält man, wenn man den chat betritt. Erschreckend! Vorallem bei Bluewin-Chat von Swisscom ist dies der Fall. Swisscom sollte ihre Chats besser kontrollieren und der Polizei melden!!!
Politiker-Inkompetenz und Zensurgeilheit
- das zusammen mit profilierungssüchtigen Bieder-Frauen und -Männern sind die Geisseln des 21. Jahrhunderts! Aufklärung und Bildung ist angesagt.