Juso-Forderung

15. September 2010 23:12; Akt: 16.09.2010 00:03 Print

Primarschüler sollen Pornos sehen

von Désirée Pomper - Die Juso fordern, dass bereits 10-Jährige in der Schule Pornos schauen sollen - um den verantwortungsvollen Umgang damit zu lernen. Die Forderung löst bei den Schulbehörden Empörung aus.

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Die Juso fordern «einen neuen Umgang mit dem Thema Pornografie». (Bild: afp)

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Die Juso arbeiten derzeit an einem Positionspapier, indem sie «einen neuen Umgang mit dem Thema Pornografie» fordern. Dazu gehört auch, dass bereits 10- bis 12-Jährige im Sexualkundeunterricht Pornos schauen sollen. Und zwar nicht Softpornos à la «Schulmädchenreport», sondern solche, «die Kinder auch tatsächlich auf ihren Handys auf dem Pausenplatz konsumieren», sagt Tanja Walliser, Zentralsekretärin der Juso. Nur so würden die Kinder zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden lernen. «Sonst glauben Buben, sie müssten den grössten Penis haben, und Mädchen, sie müssten immer verfügbar sein.»

Support erhalten die Juso von der Co-Präsidentin der SP-Frauen, Julia Gerber-Rüegg: «Indem man Pornografie thematisiert statt tabuisiert, verliert sie bei Kindern an Attraktivität.» Es sei allerdings problematisch, wenn sich Lehrer noch mit Pornos herumschlagen müssten. Laut 20-Minuten-Sexualpädagoge Bruno Wermuth ist es wichtig, «dass Schüler mit Hilfe von Fachleuten die Pornokompetenz entwickeln». Das Mindestalter für Pornolektionen müsse aber bei 12 liegen.

Pornos im Schulunterricht – das ist für Anton Strittmatter vom Lehrerverband «Wichtigtuerei und blanker Unsinn, der Richtung Nötigung» gehe: «Den Schülern soll doch nicht gezeigt werden, wie Frauen von Männern gewaltvoll unterdrückt werden.» In die gleiche Kerbe schlägt Martin Wendelspiess, Leiter des Volksschulamtes Zürich: Abgesehen davon, dass man Schulen nicht dazu nötigen könne, unter 18-Jährigen Pornos zu zeigen, könne dies für einzelne Kinder «traumatisierende Folgen» haben. Wendelspiess: «Um Kinder auf die Pornoproblematik zu sensibilisieren, muss man ihnen keine Pornos zeigen – es reicht, darüber zu sprechen.»

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus Künzli am 19.09.2010 22:33 Report Diesen Beitrag melden

    Warum?

    Warum nötigt mich meine Partei dazu, den Austritt in Betracht zu ziehen?

  • Werner K. Rüedi am 19.09.2010 20:16 Report Diesen Beitrag melden

    Vor 40 Jahren war es schlimmer.

    Vor 40 Jahren gab es Revoluzzer (u.a. Daniel Cohn-Bendit) welche Kinder im Kindergarten schon zu sexuellen Aktivitäten aufforderten. Auch gab es damals von den 67ern beeinflusste Lektüre und Werke mit "aufklärerischen" Inhalten in denen Kinder bei sexuellen Spielen und Tätigkeiten das Thema sind. Da ich über eines dieser Werke verfüge, werde ich es Frau Tanja Walliser zu senden versuchen, bevor ich wegen des Besitzes von Kinderpornos verhaftet werde. Meiner Auffassung nach ist es völlig abstrus, den Kindern in der Schule Pornos zu zeigen. Sexuelle Aktivitäten sind Privatsache der Schüler.

  • hottinger am 17.09.2010 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    pornos anschauen in der schule

    ich finde das absolut unnötig und nicht gut.ich würde mich weigern meine tochter in eine solche stunde zu schicken. ich finde es wichtig dass wir eltern mit unseren kindern offen auch über solche themen sprechen. offen dafür sein ist wichtig..die kinder holen sich jedoch meist ihre info dort wo es für sie stimmt und wo sie sich verstanden fühlen.

  • joli am 17.09.2010 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    schlau

    in der heutigen zeit brauchen wir den kindern solche sachen nicht mehr zu erklären oder zeigen das finden sie alles von selber am PC..Schlaue kits

  • Michi am 17.09.2010 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Gesetz

    Art. 197 Strafgesetzbuch "Wer pornografische Schriften, Ton- oder Bildaufnahmen, Abbildungen, andere Gegenstände solcher Art oder pornografische Vorführungen einer Person unter 16 Jahren anbietet, zeigt, überlässt, zugänglich macht oder durch Radio oder Fernsehen verbreitet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft."

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