Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Kursen droht Aus
27. November 2012 08:28; Akt: 03.12.2012 18:01 Print
Gegner des Neulenker-WK geben Gas
von Jessica Pfister - Die Weiterbildungskurse für Neulenker sind gemäss einer Studie praktisch wirkungslos. Nun wächst selbst bei den Linken die Unterstützung für eine Abschaffung dieser zwei Kurstage.

Die zwei Wiederholungskurse, die Neulenker in ihrer dreijährigen Probezeit absolvieren müssen, nützen in punkto Sicherheit kaum etwas. (Bild: Keystone)
Der FDP sind sie seit Monaten ein Dorn im Auge: Die zwei Wiederholungskurse, die Neulenker seit 2005 während ihrer dreijährigen Probezeit absolvieren müssen. FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen
Christian
Wasserfallen
FDP-Liberale, BE
NationalratVerbunden mit
Aktion für vernünftige Energiepolitik Schweiz (AVES), Bern
weitere Verbindungen anzeigen forderte im Juni, diese «viel zu teure Sippenhaft» abzuschaffen. Nun erhält diese Forderung Auftrieb. Grund ist ein Evaluationsbericht der Beratungsstelle für Unfallverhütung (Bfu). Dieser zeigt: Die Kurse haben so gut wie keinen Nutzen.
«Die zentralen Elemente der Kurse scheinen keinen Einfluss auf den künftigen Fahrstil der Neulenkenden zu haben», heisst es im Bericht der Bfu. Auch die Auswirkungen auf die Sicherheit konnten nicht nachgewiesen werden. So habe sich weder die Gefahreneinschätzung noch die Selbstreflexion verbessert. Das deutliche Fazit: «Die Kurse konnten nicht den erhofften Beitrag zur Unfallreduktion der Neulenker leisten.»
Inhalte schon bei Ausbildung behandeln
Wasserfallen fühlt sich durch diese Erkenntnisse bestätigt: «Nun haben wir den klaren Beweis, dass obligatorische Neulenkerkurse für diejenigen, die sich korrekt verhalten, überhaupt nichts bringen.» Die Theorie in der Verkehrskunde und ein seriöser praktischer Fahrunterricht als Reifeprüfung würden absolut genügen. Unterstützung erhält Wasserfallen von SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner
Ulrich
Giezendanner
SVP, AG
NationalratVerbunden mit
Rollbeton Giezendanner AG, Rothrist
weitere Verbindungen anzeigen. «Die Kurse sind absolut unnötig.»
Skeptisch ist man selbst bei den Linken, die sich im Juni noch hinter die Neulenker-WK gestellt hatten. «Statt dass man die Neulenker zwei Tage von der Arbeit oder aus dem Studium für solche Kurse abzieht, sollte man deren Inhalte besser schon bei der Fahrausbildung behandeln», sagt SP-Nationalrätin Edith Graf
Edith
Graf
SP, TG
NationalratVerbunden mit
Förderverein Pädagogische Hochschule Thurgau, Kreuzlingen
weitere Verbindungen anzeigen-Litscher.
Kürzung auf einen Kurstag denkbar
Bei der Bfu will man zwar nicht von einer Abschaffung sprechen, doch für Rolf Moning ist klar: «Die Kurse müssen überdacht und neu konzipiert werden.» Eine Kürzung auf nur noch einen Kurstag könne sich die Bfu durchaus vorstellen. «Dafür muss der Austausch zwischen Fahrlehrer und jener Privatperson, die jeweils mit dem Neulenker fahren übt, verbessert und institutionalisiert werden», fordert Moning. Ausserdem müsse man die Ausbildung der Kursleiter hinterfragen. «Heute erhalten Fahrlehrer in zehn Tagen eine Schnellbleiche und sind dann Kursleiter.»
Für Peter Kupferschmied, Geschäftsführer beim Verkehrssicherheitszentrum Mittelland und Vorstandsmitglied im Schweizerischen Fahrlehrerverband, liegt das Problem nicht bei den Kursleitern. «Die Einstellung der Neulenker zu optimieren, ist grundsätzlich eine Herausforderung.» So sei nicht nur die Zusammensetzung der Kursbesucher sehr vielfältig, sondern die Lernschritte der Teilnehmer völlig individuell.
«Erster Kurstag muss früher erfolgen»
Für Kupferschmied sind es deshalb in erster Linie die Rahmenbedingungen, die sich ändern müssen. Dabei spricht er unter anderem den Zeitpunkt der Kursbesuche an. «Die Neulenker müssen den ersten Kurs zwingend in den ersten sechs bis zwölf Monaten nach der Fahrprüfung absolvieren.» Dann sei das Unfallrisiko erwiesenermassen am höchsten und man könne mit den Kursen noch viel korrigieren. Heute besuchen die Neulenker gemäss Bfu den ersten Kurstag durchschnittlich erst nach 16 Monaten.
Das Bundesamt für Strassen (Astra) möchte ebenfalls beim Zeitpunkt der Kurse ansetzen. «Eine Vorschrift soll diesen künftig festhalten», sagt Sprecher Guido Bielmann. Ausserdem sollten gewisse Elemente in den Kursen wie beispielsweise das Bremsverhalten in die Fahrschulphase übertragen werden. Von einer Kürzung des Neulenker-WK auf nur einen Tag oder eine generelle Abschaffung will das Astra zur Zeit jedoch nichts wissen.
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 391 Kommentare

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt



















mexico
Im Mexico gibt es keine Fahrschulen geschweigeden Kurse und trotzdem liegen nicht reihenweise tote am Strassenrand. Am besten mit dem ganzen Misst auhören.
Verkehrssicherheit kontra Wählergunst
Bitte lest den Bericht der bfu. Der Bericht wurde von den Gegnern erzwungen,obwohl von Anfang an klar war,dass der Bericht nicht aussagekräftig ausfallen kann.Die Zeit seit der Einführung der Kurse ist schlechthin zu kurz.Die Umfragen und Daten sind nicht repräsentativ (wird auch in der Studie oft erwähnt).Die Kosten für diesen bestimmt mehrere 100'000Fr. teuren Bericht,haben wir Steuerzahler zu berappen. Erschreckend was sich Politiker einfallen lassen, um in die Gunst der jungen Wählenden zu kommen.
Einen RICHTIGEN Schleuderkurs besuchen!!!!!
Besser einen richtigen Schleuderkurs besuchen. Dort lernt man mit dem EIGENEN Auto wie man reagieren muss. Kostet rund 100.- und man hat spass dabei....