Uni Zürich

19. Januar 2015 12:55; Akt: 20.01.2015 12:03 Print

Poroschenko während Rede als «Mörder» beschimpft

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat am Montag eine Rede an der Uni Zürich gehalten. Er wurde mehrmals unterbrochen und beschimpft.

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Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko ist überzeugt, dass Europa und die Welt sicherer werden, wenn die Ukraine in ihrem Kampf gegen Russland unterstützt wird.

Er sei ein Präsident des Friedens und nicht des Krieges und kämpfe für Werte wie Freiheit, Demokratie und Toleranz, sagte er am Montagabend in Zürich.

Diese für Europa zentralen Werte seien durch den Krieg bedroht. Deshalb sei die Unterstützung so wichtig - wichtig für Europa, aber auch für die Ukraine, die sich mitten in einem Transformationsprozess befinde. Diesen Prozess, der die Ukraine an Europa heranführe, wolle Russland unterbinden, sagte Poroschenko weiter.

Burkhalter verspricht Unterstützung

Bundesrat und Aussenminister Didier Burkhalter zeigte sich besorgt über die neuesten Entwicklungen in der Ukraine. Die Schweiz werde das Land aber weiterhin unterstützen, versicherte er dem ukrainischen Staatspräsidenten.

Burkhalter und Poroschenko folgten einer Einladung des Europa Instituts an der Universität Zürich. Poroschenko wird am Wirtschaftsforum WEF in Davos erwartet und legte in Zürich einen Zwischenstopp ein. Der Anlass fand vor vollbesetzten Rängen und unter grossen Sicherheitsvorkehrungen statt. Die Rede musste wegen des Ansturms in drei Säälen übertragen werden. Während der Rede wurde Poroschenko durch einige Zwischenrufe gestört und unter anderem als «Mörder» bezeichnet.

Demonstranten versammelten sich mit Transparenten

Burkhalter, der sich bereits im vergangenen Jahr in seiner Funktion als Vorsitzender der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) um eine Lösung des Konflikts bemüht hatte, hob in seiner Rede hervor, dass eine Stabilisierung der Situation im Interesse des ganzen Kontinents und der Welt liege.

Die Schweiz unterstütze den notwendigen Reformprozess in der Ukraine seit 1997 und werde dies auch weiterhin tun - bilateral sowie eingebunden in die Bemühungen der OSZE. Insgesamt sei es wichtig, eine politische und nicht eine militärische Lösung zu finden, sagte Burkhalter.

Vor Beginn versammelten sich zwischen 30 und 40 Demonstranten mit Transparenten vor dem Haupteingang Haupteingang der Universität und riefen Anti-Kapitalismus-Parolen. Unter ihnen waren zahlreiche Studenten, aber auch prorussische Aktivistinnen, die Flyer verteilten. Die Studenten verschwanden bereits nach 15 Minuten wieder.

(ced/pat/sda)