«Fünfte Schweiz»

24. März 2012 22:30; Akt: 24.03.2012 23:12 Print

Auslandschweizer empört über die Banken

Die Schweizer Banken geraten in die Kritik der im Ausland lebenden Schweizer. Für sie sei es kaum mehr möglich, eine erschwingliche Kontoverbindung in der Schweiz zu unterhalten.

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Teilnehmende am 89. Auslandschweizer-Kongresses in Lugano finden sich am Samstag, 27. August 2011, im Kongresszentrum ein. (Bild: Keystone)

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Die Auslandschweizer empören sich über die Banken in der Schweiz. Diese ermöglichten es Auslandschweizern nur noch gegen viel Geld, ein Konto in der Schweiz zu unterhalten, kritisierte der Auslandschweizerrat (ASR) an seiner Frühlingssession.

Die Teilnehmer der Session am Samstag in Bern verabschiedeten deshalb eine Banken-Resolution. Es sei «inakzeptabel», dass Menschen, die in ihrem Wohnsitzland regulär Steuern bezahlten und ihre Guthaben deklarierten, in der Schweiz keine Bankbeziehungen mehr unterhalten könnten oder nur noch zu überhöhten Gebühren, heisst es darin.

Aufruf an Banken und Behörden

Der ASR rief Banken und Behörden auf, «Lösungen zu unterbreiten, welche es unseren Mitbürgern im Ausland, die sich an die Steuergesetze halten, ermöglichen, in der Schweiz Bankbeziehungen zu vernünftigen Bedingungen zu pflegen».

ASR-Präsident Jacques-Simon Eggly sagte gemäss der Mitteilung, die in den USA wohnhaften Auslandschweizer seien «schockiert» gewesen, «über die Art und Weise, wie sie von den Banken über die Schliessung ihrer Konten informiert wurden, nämlich häufig von einem Tag auf den anderen».

Auch Auslandschweizer in anderen Ländern müssten teilweise für die Eröffnung eines Schweizer Kontos eine Mindesteinlage von 50 000 Franken tätigen. Viele könnten sich dies gar nicht leisten. Eggly kritisierte weiter den Bundesrat, der erklärt hatte, er könne den Banken in diesem Fall nicht hineinreden.

E-Voting für alle

An ihrer Session im Berner Rathaus diskutierten die Auslandschweizer noch weitere Probleme, die ihnen unter den Nägeln brennen. Sie erneuten die Forderung nach einer raschen Einführung von E-Voting für alle, damit Auslandschweizer besser an politischen Entscheiden in ihrer Heimat teilnehmen können.

Weiter forderte die «Fünfte Schweiz» ein Auslandschweizergesetz. Zudem wurde der Umbau des Konsulat-Netzes der Schweiz diskutiert. Wegen der Schliessung von Konsularabteilungen müsse das E-Government per Internet rasch ausgebaut werden, fordert der ASR.

Abbau bei den Konsulaten

Die Pläne der Konsularischen Direktion des Eidg. Departments für auswärtige Angelegenheiten (EDA) für mehr E-Government begrüsste der ASR ebenso wie die Pläne für eine rund um die Uhr erreichbare Helpline.

Allerdings seien beide Bereiche «oft technisch nicht auf dem neusten Stand». Sie könnten zudem einen «bürgernahen konsularischen Service nicht ersetzen», schreibt der ASR in seiner Mitteilung.

Das EDA hatte im vergangenen Jahr in 14 Ländern die Konsularabteilungen auf Botschaften geschlossen. In diesem Jahr sollen fünf weitere dichtmachen.

Konsulate übernehmen im Ausland die Tätigkeiten einer Gemeindekanzlei. Sie stellen beispielsweise Pässe aus. Zudem stehen sie Schweizern im Ausland bei, unter anderem wenn diese verhaftet werden oder einen Unfall haben.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • David Fehlmann am 25.03.2012 04:16 Report Diesen Beitrag melden

    Auslandschweizer

    Einige Kommentaren scheinen nicht zu verstehen, dass es Auslandschweizer gibt, die als Entsandte ihres CH-Arbeitgebers im Ausland leben - und vielleicht noch Lohnbestandteile in der Schweiz beziehen und weiterhin der Sozialversicherungspflicht in der Schweiz unterliegen. Solange ich einen Schweizer Pass habe, sehe ich keinen Grund warum mir die Schweizer Banken Steine in den Weg legen sollten, wenn ich mein Vermögen weiterhin in der Schweiz verwalten möchte.

  • remo h. am 24.03.2012 23:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht in der schweiz wohnhaft

    wen ihr im ausland wohnt, dan gibts ein konto in dem jeweiligen land.

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  • Kathrin am 25.03.2012 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Die anderen können die Fehler ausbaden

    Diese Diskussion zeigt einmal mehr, wie kleinkariert einige Schweizerbürger/innen sind. Genau diesen würde es gut tun, einmal in ihrem Leben einige Zeit im Ausland zu verbringen! Zudem möchte ich festhalten, dass das Bankenproblem nicht durch die USA oder die EU ausgelöst wurde, sondern durch gierige Schweizerbanken/-banker, welche ausländischen Bankkunden geholfen haben Steuern zu hinterziehen und dabei selber gehörig profitiert haben. Einmal mehr werden Fehler anderer auf dem Buckel ehrlicher Bürger ausgebadet.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Herr Meier am 27.03.2012 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    2 Sachen

    Wenn ich all die Beiträge lese, dann kommen hier 2 Dinge zum Vorschein: 1. die hohen Kosten für ein CH-Bankkonto wenn man im Ausland wohnt, und 2. das Stimm/Wahlrecht für Auslandschweizer (was das hier zu tun hat versteh ich nicht). Also, all jenen, die sagen, Auslandschweizer sollen nichts mehr zu sagen haben: ihr seid also dafür, politische Rechte vom Wohnsitz abhängig zu machen, ja? Dann bitte schön sofort auch für in der CH wohnhafte Ausländer. Ansonsten hat eure Argumentation einfach keinen Sinn. Ich hör schon euren Aufschrei. Dann so Begriffe wie "Fahnenflucht", aber echt, he..

  • keller peter am 26.03.2012 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    globalisierte Schweiz

    Seid froh, dass ihr nicht mehr in dieser "modernen" Schweiz leben müsst.

    • Marie am 27.03.2012 09:26 Report Diesen Beitrag melden

      Global kaputt

      Ist überall "modern". Mein Bruder ist mit einer Inderin verheiratet. Beim letzten Besuch dort sagte er, zum Glück kannte ich nocht das nicht "moderene Indien"

    • Evolutionist am 27.03.2012 12:46 Report Diesen Beitrag melden

      Newsflash

      Die Welt verändert sich seit anbeginn der Zeit ständig , wer damit nicht zurecht kommt, ist hier falsch.

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  • Meier Hans am 25.03.2012 23:06 Report Diesen Beitrag melden

    Besser begleitet PostFinance

    Bei der Postfinance sind Auslandschweizer herzlich willkommen, für was 40 Gebühren bezahlen..... Ab einem Set-Vermögen von 25 000.- kann man bei der Postfinance auch im Ausland kostenlos Geld beziehen... Eröffnet man das Konto bis Ende März und die AHV oder einen Lohn kommt auf das neue Konto erhält man noch 100.- Franken geschenkt.

  • André Gubelmann Brasilien am 25.03.2012 21:17 Report Diesen Beitrag melden

    Postfinance

    Ich habe sehr gute Erfahrung mit Postfinance gemacht.Keine Probleme wie bei den Banken.

  • Hans Stöckli Philippinen. am 25.03.2012 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    44 Jahre Kunde...

    Seit die Credit Suisse weiss, das ich im Ausland lebe, haben Sie meine verarbeitungsgebühren im Monat auf 40 Fr, angehoben. Danke liebe Credit Suisse, für 44 Jahre Kunden treue.

    • Alfons Gegensack am 25.03.2012 19:44 Report Diesen Beitrag melden

      Nur 40 Franken?

      Was ist daran so schlimm, Herr Stöckli? Ich beispielsweise finde es auch nicht richtig, das viele Schweizer mein sauer verdientes Geld, das ich der AHV überweise, im Ausland verputzen und unserer Wirtschaft damit schaden.

    • Hans Stöckli am 25.03.2012 20:12 Report Diesen Beitrag melden

      Herr Gegensack

      40.- im Monat, lieber Herr Gegensack, zudem beziehe ich keine AHV.

    • Peter in Kastelbell am 25.03.2012 20:15 Report Diesen Beitrag melden

      Ihr Geld Alfons?

      Geschätzter Alfons, ich lebe auch seit meiner Pensionierung im ausland und behziehe die AHV über ein Schweizer Bankkonto. Nicht mehr bei der CS, da andere Banken wie z.B. die RAIFFEISEN diese Gebühr nicht verrechnen. Und jetzt stellen Sie sich vor, ich habe über 40 Jahr brav meine AHV-Beiträge abziehen lassen. Wieso schade ich jetzt der Wirtschaft?

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