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«Wir markieren Präsenz»
28. Mai 2012 22:42; Akt: 29.05.2012 07:55 Print
Bürgerwehr beobachtet Asylbewerber
von Janko Skorup - Eine Gruppe von verärgerten Bürgern aus zwei St. Galler Gemeinden verfolgt Asylbewerber auf Schritt und Tritt. Nun reagieren die Behörden.

Hans Thoma an der Gründungsversammlung der Bürgerwehr. (Bild: SRF)
«Sexuelle Belästigung, Vandalismus, Lärm und Drogenhandel sind beinahe an der Tagesordnung», beklagt sich Hans Thoma in der SF-Sendung «Reporter» über Asylbewerber des Asylzentrums Landegg in Eggersriet SG. Deshalb hat er gemeinsam mit dem Nachbardorf eine Art Bürgerwehr gebildet. «Wir markieren Präsenz, dokumentieren das fehlbare Verhalten der Asylbewerber fotografisch und melden es der Polizei», so Thoma.
Gefährliche SelbstjustizAngehörige der «Informationsrunde Wienacht-Tobel/Schwendi bei Heiden» verfolgen in Wienacht AR ansässige Asylbewerber (siehe Text). Das ist nicht die einzige Art einer Bürgerwehr der Schweiz: Im Zürcher Oberland geht gemäss «Zürcher Oberländer» ein Patrouillendienst gegen Einbrecher vor. In Genf machten Anwohner Jagd auf Trickbetrüger, worauf es zwischen ihnen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam. Deshalb warnt Beat Flach, Jurist und GLP-Nationalrat, vor Selbstjustiz: «Nur schon ‹Präsenz markieren› ist juristisch grenzwertig, die Gefahr einer Eskalation ist gross.»
Nun hat der Kanton reagiert: Jürg Wernli, Vorsteher des Departements Inneres und Kultur von Appenzell-Ausserrhoden, hat am Montag erste Massnahmen angekündigt – mehr Stellenprozente im Asylzentrum, Extrabusse für Asylbewerber und Sicherheitsdienste an Bahnhöfen. Diese und weitere Massnahmen sollen im Interesse der Anwohner des Asylzentrums umgesetzt werden – trotz «deutlichen Mehrkosten für den Kanton», so Wernli. Dies wertet Thoma als «Erfolg für unser Engagement».
Doch Stella Jegher von Amnesty International warnt: «Solches Vorgehen wie das der Gruppe um Thoma könnte ins Diskriminierende, sogar Rassistische kippen, wenn damit eine Art Vorverurteilung bestimmter Gruppen verbunden ist.»
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Alle 169 Kommentare

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Politiker
An alle, die an die Politiker schreiben: Es gibt genug, die Versuchen, etwas zu unternehmen. Motzen kann jeder... Und was macht Ihr?
Kein Rassismus
Was passiert, wenn der Staat nicht gewillt oder fähig ist, seine Bürger zu schützen? Der Bürger schützt sich selbst. Das hat nichts mit Rassismus zu tun, der Bürger kann nichts dafür, dass die Gruppen vor denen er sich fürchtet hauptsächlich Ausländer sind. Vermutlich muss es hier tatsächlich zu einer Eskalation kommen wobei einige böse Dinger passieren werden. Dauert es wirklich bis zum ersten Toten, bis unsere lausigen Politiker endlich aufwachen?
Schneller als gedacht.
Bürgerwehr die Erste!! Die sind schneller als ich gedacht habe. Mit so etwas habe ich erst in 4-5 Jahren gerechnet. Leider musste es so weit kommen, weil die Regierung schläft. Handelt endlich in Bern, bevor`s zu spät ist.