Krawalle in Hamburg

10. Juli 2017 10:01; Akt: 10.07.2017 17:55 Print

Gegen 51 Chaoten wird ein Verfahren eingeleitet

Die Haftrichter haben für 51 Chaoten U-Haft angeordnet. Ihnen wird versuchter Mord, schwerer Landfriedensbruch oder gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

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In Hamburg sitzen nach den Krawallen 51 Verdächtige in Untersuchungshaft, darunter mindestens ein Schweizer: Radikale Demonstranten am Freitag in Hamburg. (7. Juli 2017) Bild: Thomas Lohnes/Getty «Sie sind verachtenswerte gewalttätige Extremisten, genauso, wie Neonazis das sind und islamistische Terroristen»: Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sprach am Montag in Berlin über die Krawalle. (10. Juli 2017) Die Polizei hat mehrere Krawalltouristen aus dem Ausland festgenommen. (8. Juli 2017) Wasserwerfer standen pausenlos im Einsatz. (8. Juli 2017) Darunter befinden sich Linksautonome aus der Schweiz. (8. Juli 2017) Einzelne Demonstranten zielten mit Laserpointern auf die Augen von Polizisten. In einem Fall wurde der Pilot eines Polizeihelikopters geblendet. Dem dafür verantwortlichen Demonstrant wird der Prozess gemacht. (7. Juli 2017) In den Strassen brannten Barrikaden. (8. Juli 2017) Es gab verletzte Polizisten. (8. Juli 2017) Beurteilt das Ausmass an Gewalt als «ganz schrecklich» und «bedrückend»: Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz steht während des Partnerprogramms des G-20-Gipfels im Rathaus in Hamburg. (8. Juli 2017) «Grenzenlose Solidarität statt G-20»: Rund 15'000 Demonstranten zogen friedlich durch die Innenstadt. (8. Juli 2017) Der Morgen nach der Krawallnacht: Putzequipen räumen in Hamburg auf. (8. Juli 2017) Ein demolierter Bancomat. Diese Gegenstände wurden von den Randalierern angezündet. Ein neues Ausmass an Hass und Gewalt erlebt: Polizisten führen im Schanzenviertel mehrere Menschen ab. (7. Juli 2017) Polizei setzt Rammbock ein: Unter anderem mit Steinschleudern und Molotowcocktails bewaffnete Demonstranten haben sich in einem Haus verschanzt. Einsatzkräfte haben das Gebäude geräumt. (7. Juli 2017) Spezialeinheiten haben das Viertel gestürmt. (7. Juli 2017) Rund um das Gemeinschaftszentrum der linksautonomen Szene «Rote Flora» brannte es in den Strassen. Im Schanzenviertel brannten Barrikaden. Die Hamburger Polizeiführung hat Hundertschaften aus anderen Bundesländern zur Unterstützung angefordert. Insgesamt sollen mehr als 20'000 Beamte im Einsatz sein. (7. Juli 2017) Demonstranten haben Geschäfte geplündert. Beim Sturm auf das Schanzenviertel stehen auch SEK-Beamte mit Maschinenpistolen im Einsatz. (7. Juli 2017) Demonstranten hatten ausgerufen, das Schanzenviertel sei eine «polizeifreie Zone». A barricade is set on fire during a protest against the G-20 summit in Hamburg, northern Germany, Friday, July 7, 2017. The leaders of the group of 20 meet July 7 and 8. (AP Photo/Michael Probst) Es kam zu Plünderungen. Radikale Demonstranten haben einen Drogeriemarkt und einen Lebensmittelladen zerstört. Krawalle in Hamburg: G-20-Gegner liefern sich Scharmützel mit der Polizei. (7. Juli 2017) Die Demonstranten und die Polizei geraten aneinander. (7. Juli 2017) Die Polizei greift durch: Sie hat mindestens 70 Demonstranten festgenommen. (7. Juli 2017) Die Zugänge zur Elbphilharmonie sind abgesperrt. (7. Juli 2017) Protestierende versammeln sich in der Nähe der Landungsbrücke. Einzelne Demonstranten versuchen, zur Elbphilharmonie zu gelangen. Die Polizei hat die Zugänge jedoch abgesperrt. (7. Juli 2017) Ungewöhnliche Methode: Die Polizei geht gegen Demonstranten vor. Ein Polizist hat einen Warnschuss abgegeben. (7. Juli 2017) Polizisten rennen durch Rauchwolken. (7. Juli 2017) Die Polizei versucht, G-20-Gegner zu vertreiben. (7. Juli 2017) Die Polizei versucht mit Wasserwerfern, die Demonstranten bei der Landungsbrücke auseinanderzutreiben. (7. Juli 2017) Die Hamburger Polizei hat mindestens 70 Demonstranten festgenommen und 15 in Gewahrsam genommen. (7. Juli 2017) Gipfelgegner sitzen auf der Strasse. (7. Juli 2017) Demonstranten versuchen, die Elbphilharmonie zu stürmen. (7. Juli 2017) Die Polizei riegelt die Zugänge zur Elbphilharmonie ab. (7. Juli 2017) Die Ehefrau von US-Präsident Donald Trump ist von Demonstranten an der Teilnahme am Partnerprogramm des G-20-Gipfels gehindert worden. Die Bundespolizei in Niedersachsen, Hamburg und Bremen twitterte Bilder von beschädigten Polizeifahrzeugen mit dem Hinweis, sich von gewalttätigen Chaoten fernzuhalten. (Bild: Twitter/Bundespolizei Nord) Zwischen Demonstranten und der Polizei ist es zu Ausschreitungen gekommen. Ein Auto wurde während der Ausschreitungen angezündet. Krawalle in Hamburg: Die Einsatzkräfte mussten sich auch um diesen brennenden Mülleimer kümmern. Wurfgegenstände werden auf dem Weg eingesammelt. Seifenblasen vs. Wasserwerfer. Mehr als 19'000 Polizeibeamte stehen zurzeit in Hamburg im Einsatz. Dieser Pizzalieferant scheint unberührt von den ihn umgebenden Strassenschlachten. Die Demonstranten warfen Flaschen und andere Gegenstände gegen die Einsatzkräfte. Ein Demonstrant mit klarer Geste gegen die Polizei. Sanitäter tragen einen Verletzten weg. Fertig lustig: Die Bereitschaftspolizei setzt Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. Die Polizei stürmt die Demo. Die Polizei umzingelt die Demo mit Wasserwerfern. Die Polizei eskortiert die Anti-G-20-Demo durch Hamburg. Ein gigantischer aufblasbarer schwarzer Block wird am Marsch mitgetragen. Teilnehmer des Protests «Welcome to Hell». Man protestiert zu Livemusik. Die Polizei in Hamburg hat alle Kräfte am Fischmarkt vor Beginn des Protests mobilisiert. «Fähren, nicht Frontex»: Mit Bannern und Schildern versammeln sich Tausende. Die Polizisten stehen in Hamburg mit einem Grossaufgebot für allfällige Scharmützel der Demonstranten bereit. Teilnehmer warten auf den Start der Demonstration. Am Fischmarkt sind die ersten Demonstranten eingetroffen. Die Polizei vermutet Brandstiftung im Zusammenhang mit dem G-20-Gipfel: Im Stadtteil Eidelstedt brannten in der Nacht acht Luxusautos auf dem Gelände eines Porschehändlers. (6. Juli 2017) Policemen shoot pepper spray on a demonstrator who has climbed onto an armored vehicle of the police during a protest on July 7, 2017 in Hamburg, northern Germany, where leaders of the world's top economies gather for a G20 summit. Protesters clashed with police and torched patrol cars in fresh violence ahead of the G20 summit, police said. German police and protestors had clashed already on Thursday (July 6, 2017) at an anti-G20 march, with police using water cannon and tear gas to clear a hardcore of masked anti-capitalist demonstrators, AFP reporters said. / AFP PHOTO / DPA / Boris Roessler / Germany OUT

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Über 90 Chaoten hat die Hamburger Polizei festgenommen gegen die in den letzten Tagen strafprozessuale Massnahmen geprüft wurden. 85 von ihnen wurden den Haftrichtern vorgeführt. Diese ordneten laut Hamburger Staatsanwaltschaft in 51 Fällen eine Untersuchungshaft an. Darunter befindet sich mindestens ein Schweizer. Dabei geht es um so schwere Delikte wie versuchter Mord, schwerer Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung oder Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Dem Schweizer werden Widerstand gegen die Staatsgewalt und versuchte gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, wie Sprecherin Nana Frombach von der Hamburger Staatsanwaltschaft sagt.

Bis zu zehn Jahre für gefährliche Körperverletzung

Kann man ihm diese Straftaten nachweisen, kommt der Beschuldigte wohl nicht so schnell wieder zurück in die Schweiz. Denn: Allein schon der Widerstand gegen die Staatsgewalt wird in Deutschland mit bis zu drei Jahren Haft bestraft. Dabei muss der Beschuldigte sich nicht einmal körperlich gewehrt haben, eine Drohung gegen die Vornahme einer Diensthandlung genügt.

Dem Schweizer wird aber zudem noch gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Von gefährlicher Körperverletzung redet man gemäss deutschem Strafgesetzbuch beim Werfen von Steinen oder einer Körperverletzung mit einem anderen gefährlichen Gegenstand oder einer Waffe. Diese Straftat wird mit mindestens sechs Monaten und maximal zehn Jahren Haft bestraft.

Vorwiegend männliche Beschuldigte unter 30

Die deutsche Polizei hat gegen einen Gegen einen 27-jährigen Deutschen einen Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen. Dem Mann wird vorgeworfen den Piloten eines Polizeihelikopters mit einem Laser gezielt und stark geblendet zu haben.

Bei den Festgenommenen handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um überwiegend männliche Beschuldigte unter 30. Nebst zahlreichen Deutschen befinden sich auch Staatsbürger aus Frankreich, Italien, Spanien, Russland, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich in Haft.

Neun Schweizer festgesetzt – gegen einen wird ermittelt

Insgesamt befanden sich zu Anfang neun Schweizer in Haft. Darunter waren vier Personen, die nur in Gewahrsam genommen worden waren. Das heisst, sie wurden aus Sicherheitsgründen in die Gefangenensammelstelle Harburg gebracht, weil man sie als gefährlich einstufte. Sie wurden schon am Sonntag mit einem Platzverweis wieder freigelassen. Fünf weitere Schweizer wurden festgenommen. Mindestens zwei von ihnen wurden dem Haftrichter vorgeführt. Gegen einen wird nun ermittelt.


(ann)