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Schweizer Spitäler
06. Januar 2011 12:09; Akt: 06.01.2011 12:43 Print
Die Griechen sind die neuen Deutschen
von Joel Bedetti - Immer weniger deutsche Ärzte bewerben sich an Schweizer Spitälern. Dafür künden sich die osteuropäischen Doktoren an - allen voran die Griechen.

Mangelware: Halbgötter in Weiss.
Nach den Deutschen kommen jetzt die Osteuropäer: «Wenn wir Stellen ausschreiben, flattern seit einiger Zeit haufenweise Bewerbungen aus Osteuropa ein, aus Ungarn, Polen, Rumänien, auch aus der Ukraine», sagt Urs Graf, Direktor des Regionalspitals Linth in Uznach ZH.
Kontinentaler Wettbewerb: Bernhard Wegmüller, Direktor H+
Gleichzeitig bewerben sich immer weniger deutsche Ärzte um Stellen im Spital Linth. Deren Anstellungsbedingungen in der Heimat hätten sich verbessert, so Graf. «Wir haben deshalb vermehrt Osteuropäer eingestellt.» Mittlerweile arbeiten sechs Assistenzärzte aus Polen, Ungarn und der Ukraine im Spital, das 71 Doktoren beschäftigt.
Patienten verunsichert
Die Osteuropäer seien in der Regel gut ausgebildet, sagt der Spitaldirektor. «Und wir nehmen nur Bewerber, die gut deutsch sprechen. Einige haben bereits in Deutschland gearbeitet.» Trotzdem käme es bisweilen zu Verständigungsschwierigkeiten, «gerade mit älteren Patienten aus ländlichen Gebieten.» Sie würden sich nicht trauen, nachzufragen und würden damit verunsichert.
«Auf Kongressen ist die Zunahme von osteuropäischen Ärzten immer wieder ein Thema», berichtet Urs Graf. Die Statistik der Ärztegesellschaft FMH, basierend auf Erhebungen des Bundesamts für Migration, belegt seine Beobachtung. Verglichen mit den deutschen Ärzten sind ihre osteuropäischen Kollegen immer noch eine Minderheit, aber ihr Aufstieg ist rasant.
Die Griechen kommen
2003 praktizierten 775 ausländische Ärzte in der Schweiz, davon 563 aus Deutschland und 18 aus Osteuropa. 2009 stammten von 1323 ausländischen Ärzten 862 aus Deutschland und 103 aus Osteuropa. Sie stammen oft aus Polen oder Rumänien - vor allem aber aus Griechenland. 2003 praktizierten sieben griechische Ärzte in der Schweiz; 2009 waren es bereits 56. Damit bilden sie nach den Deutschen, Österreichern und Italienern die grösste Diaspora.
In anderen Spitälern hat sich der Zuwachs noch nicht gross niedergeschlagen, wie 20 Minuten Online auf Anfrage erfuhr. Trotzdem kündet sich die Entwicklung an: «In den letzten Jahren haben wir zwar einzelne Bewerbungen aus Osteuropa und Griechenland erhalten», sagt Christa Bächtold vom Spital Biel. Gleichzeitig versiegt der Nachschub aus dem Norden. «Es wird aber schwieriger, deutsche Ärzte zu rekrutieren, die wir so dringend brauchen. Wir müssen sehen, woher wir künftig Ärzte nehmen sollen», sagt Andreas Kohli, Direktor des Spitals Langenthal.
Europäischer Kreislauf
Bernhard Wegmüller, Direktor des Spitalverbandes H+, ortet das Problem darin, dass die europäischen Länder zu wenig Ärzte ausbilden würden. Das löse einen kontinentalen Wettbewerb um die Damen und Herren in den weissen Kitteln aus. Wegmüller erklärt: «Die Schweiz ist mit ihren hohen Gehältern zurzeit in einer guten Position. Sie holt die Ärzte aus Deutschland. Die Deutschen holen die Ärzte aus der Ukraine, die Ukrainer holen ihre Ärzte aus Moldawien, dem Armenhaus Europas.»
Diese Reihenfolge sei nicht festgesetzt. «Wenn Deutschland seine Anstellungsbedingungen für Ärzte verbessert, was zum Teil schon geschehen sei, ist heute die Schweiz auf andere Länder angewiesen - zum Beispiel aus dem Osten.» Deshalb fordere man schon seit langem, mehr Ärzte in der Schweiz auszubilden.
Ethische Frage
Jaques de Haller, Präsident der Schweizer Ärztevereinigung FMH, ist derselben Meinung: «Wir müssen doppelt so viel Ärzte ausbilden als bisher, also rund 1200 pro Jahr». Ausländische Ärzte seien zwar gut qualifiziert. «Aber sie sprechen unsere Sprache nicht und sind mit den Eigenheiten unseres Systems, beispielsweise der Spitex, nicht vertraut.» Für de Haller ist die Ausbildung eigener Ärzte aber auch eine ethische Frage: «Es kann doch nicht sein, dass arme Länder wie Ungarn für teures Geld Spezialisten ausbilden, die dann in die Schweiz abwandern.»
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Alle 170 Kommentare






























So krank ist kein Volk ...
Man/frau rechne: 7.5 Mio Zwangs-Versicherte bei durchschnittlich CHF 300.- Prämie/mtl. plus Jahres-Franchise, plus Selbstbehalt, plus Zusatzvers. macht Suma sumarum +/- CHF 2.5 Mrd/mtl oder 30 Mrd p.a. !!! Wer hat dieses Geld ? So (teuer) krank kann ein Volk von 7.5 Mio Nasen gar nicht sein! Zuviele verdienen sich eine "goldene" Nase ...!
Chrüsimüsi
Die FDP will nur noch die Besten aus dem Ausland. Die Banken wollen möglichst viel Gewinn auch mit Devisenspekulationen erzielen. Besonders die Wirtschaft jubelte die Personenfreizügigkeit hoch. Nun haben wir eine Frankenstärke. Fazit SECO: "Arbeitslose als Preis des Frankens"...
Arzt-Löhne + KK-Kosten müssen runter
damit mehr Schweizer-Ärzte ausgebildet werden können, somit müssen wir auch nicht mehr auf ausländische Kräfte angewiesen sein. BR Burkhalter FDP, soll entlich am richtigen Ort sparen, und nicht beim Schweizer-Volk Abzocken.
Arzt-Löhne
Absoluter Blödsinn. Die Löhne sind gemessen an der Arbeit & Verantwortung miserabel. Aber anscheinend ist den Schweizern (wie den meisten Mitteleuropäern) die Behandlung ihres Geldes mehr wert (in Form von Managerboni) als die Behandlung ihrer Kranken!
Arzt-Löhne...
Lieber Franz. Als Assistenzarzt mit einer 50 Stunden Arbeitswoche inklusive Nacht-, Abend- und Wochenenddiensten verdiene ich zur Zeit brutto 38.- Franken in der Stunde. Und das mit 4 Jahren klinischer Erfahrung. Ist das wirklich übertrieben viel? Geld sparen kann man lediglich mit Leistungskürzungen, was dann aber niemand ernsthaft will.