Fiese Masche

09. Dezember 2013 18:11; Akt: 09.12.2013 18:11 Print

Falsche Polizei zockt Internet-User ab

von Vroni Fehlmann - Betrüger geben sich als Bundespolizisten aus und drohen mit einer Strafverfolgung, falls ihr Opfer kein Geld zahlt. Was plump klingt, beschert ihnen seit Jahren Erfolg.

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Mit dieser Seite versuchen Betrüger ahnungslosen Opfern Angst einzujagen. (Bild: Screenshot)

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«Warnung! Zugang von Ihrem Browser wurde vorläufig aus den unten aufgelisteten Gründen gesperrt.» Diese Nachricht erscheint in einer Betrügermeldung, die seit Jahren im Netz auftaucht. Zurzeit sind die Gauner wieder besonders aktiv. Mehrere 20-Minuten-Leser haben sich gemeldet, weil sie auf die gefälschte Seite gestossen sind. Der Trick: Die Drahtzieher geben sich als Bundespolizei (Fedpol) aus und verwenden gar ein Foto von Bundesrat Ueli Maurer. So wollen sie Glaubwürdigkeit erzeugen. Dann drohen sie den Opfern mit einer strafrechtlichen Verfolgung - es sei denn, sie bezahlen einen Betrag von 150 Franken.

Den Opfern wird unterstellt, dass sie pornografisches Material verbreitet, das Urheberrecht verletzt, unbefugt auf Staatsakten zugegriffen und Spam verbreitet hätten. Aus diesem Grund sei der Browser vorübergehend gesperrt worden. In der Tat lässt sich das Fenster der Seite nicht einfach so schliessen. Doch die Gesetzesartikel, gegen die man angeblich verstossen hat, haben nichts mit den genannten Verbrechen zu tun.

«Vermutlich» gegen Gesetz verstossen

Die Betrüger drohen beispielsweise mit einer Freiheitsstrafe von 5 bis 8 Jahren, weil man angeblich unbefugt auf geheime Staatsakten zugegriffen habe. Dabei berufen sie sich auf den Artikel 215 des Strafgesetzbuches. Wer diesen allerdings nachschlägt, merkt schnell, dass es bei diesem Artikel um etwas ganz anderes geht, nämlich um das Verbot der Bigamie.

In einem weiteren Punkt wird das Opfer beschuldigt, gegen das Urheberrecht verstossen zu haben, indem es raubkopierte Musik, Videos oder «unlizenzierte» Software heruntergeladen hat. «Auf diese Weise haben Sie vermutlich Artikel 148 des Strafgesetzbuches der Schweizerischen Eidgenossenschaft verletzt.» Vermutlich? Vermutlich nicht. Denn der besagte Artikel befasst sich mit Check- und Kreditkartenmissbrauch.

Chancen für erfolgreiche Ermittlungen sind gering

Umso weniger überrascht es, dass es auf der Internetseite nur so von Rechtschreib- und Grammatikfehlern wimmelt. Trotzdem gibt es laut Fedpol-Sprecherin Danièle Bersier Leute, die aus Angst vor strafrechtlichen Konsequenzen den Betrag bezahlen. «Ich bekomme täglich Meldungen von Leuten. Meistens am Morgen, nachdem die Betroffenen in der Nacht beim Surfen auf die Seite gestossen sind.» Da sich die Betrüger in der Regel im Ausland befinden, seien die Chancen auf erfolgreiche Ermittlungen gering. Diese würden ohnehin von den kantonalen Polizeistationen geführt.

Bersier rät, den geforderten Betrag auf keinen Fall zu zahlen. «Hat jemand bereits gezahlt, sollte er sich an den nächsten Polizeiposten wenden und Anzeige gegen unbekannt erstatten.» Wer einmal auf der Seite gelandet sei, sollte umgehend prüfen, ob sich ein Virus eingeschlichen hat.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani am 10.12.2013 00:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Qual der Wahl

    150.- oder 5-8 Jahre Knast?! Ich würde mich für die Haftstrafe entscheiden. Im besten Fall 8 Jahre Schweizer Luxushaft mit Sondersetting...

  • Besser Wisser am 09.12.2013 18:16 Report Diesen Beitrag melden

    Man merke

    Rechnungen, Mahnungen, Zahlungsbefehle gibt es nur per Post. Sowie auch Schreiben von der Bank, da e-Mail und Internetseiten einfach leicht gefälscht und geknackt werden können.

    einklappen einklappen
  • manu am 09.12.2013 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dumm

    Wer auf eine solche seite reinfällt ist doch einfach dumm. Wieao sollte man, fals man nicht 150.- zahlt 5 Jahre in den Knast Kommen? Ich denke: Wer darauf reinfällt ist selbst schuld.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Baptiste am 10.12.2013 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm...

    wenn man nicht mehr ruhig auf Pornoseiten gehen kann. So macht das Internet ja keinen Sinn mehr.

  • ÎT-ET am 10.12.2013 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Augen schmerzen,

    wenn ich diese Lösungsvorschläge lese. PC neu aufsetzen? Nein! Ctrl+Alt+Del - Taskmanager starten - Den Internet Explorer anwählen - "Task beenden" klicken.

    • Martin am 10.12.2013 16:25 Report Diesen Beitrag melden

      haha

      du hatest wohl den Virus nicht auf deinem PC?

    • Pascal.Keller am 10.12.2013 18:53 Report Diesen Beitrag melden

      @ IT-ET

      geht aber nicht immer. Einige Varianten sind so zäh das ausser dieses Bild nichts mehr anderes kommt. Aber habs mit ner Kapersky boot CD wegbekommen.

    einklappen einklappen
  • Bob der Baumeister am 10.12.2013 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    So funktioniert's!

    An alle, die das Problem haben und keine Lösung finden: Auf Youtube das Problem "PC gesperrt Bundespolizei" eingeben und dann erklärt einem ein 12-jähriger, wie man das Problem löst. Hab's selber gemacht und geht ca. 10 min. Voraussetzung ist, man hat noch anderswie Zugang zum Internet aber die meisten haben ja ein Handy :-)

  • Marco Jeger am 10.12.2013 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Lösung bei gesperrten PCs

    Den Virus hab ich mir vor ein paar Tagen auch eingehandelt, dnan kommt diese Meldung am Anfang und nichtsmehr geht.. Nach einigem ausprobieren hab ich es geschafft. Probiert mal die Windows-Taste auf der Tastatur zu drücken wenn die Meldung nach dem Start erfolgt, wenn die Leiste unten wider auftaucht, könnt Ihr das Fenster mit einem rechtsklick schliessen, dann AntiViren Software deinstallieren und neu installieren und PC überprüfen. Hoffe ich konnte einigen helfen. Bei mir hats geklappt.

  • T G 7 am 10.12.2013 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wie dem Problem entgehen?

    Ich hatte dieses Problem auch vor etwa einem Jahr und habe dann halt gezahlt, da ich keinen anderen Ausweg kannte. Ich konnte wirklich gar nichts machen ausser de Code für die PaySafe Card eingeben. Würde mich noch interessieren was man dagegen machen soll. Ich fand es ein bisschen komisch, da ich eh gegen keines dieser Dinge verstossen habe.