An Walpurgisnacht

30. April 2013 20:49; Akt: 30.04.2013 20:49 Print

Heute tanzen Hexen den Winter weg

von Arno Meili - Zauberhafte Nacht: Traditionell am letzten Tag des Aprils feiern Hexen und Hexer den Sommerbeginn. Dabei lassen sie alte Rituale wieder aufleben.

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Am 30. April feiern Hexen auf der ganzen Welt Walpurgisnacht. Auch in der Schweiz zelebrieren viele Hexen und Hexer das Ende des Winters. (Bild: Keystone/urs Flueeler)

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Sie trommeln, tanzen und begrüssen den Sommer mit purer Lebensfreude: Seit Jahrhunderten feiern Hexen in der Nacht vom 30. April Beltane - besser bekannt unter dem Namen Walpurgisnacht. Das Fest leitet den Sommeranfang ein und steht im Zeichen der Lebenslust und der Fruchtbarkeit. Auch in der Schweiz machen Hexen und Hexer an Beltane die Nacht zum Tag.

Einer von ihnen ist Wilhelm Haas aus Luzern. Er will mit einigen anderen Hexen und Hexern in einem Wald ordentlich feiern. «Wir machen ein Feuer, singen und tanzen. Wir zelebrieren einfach Lebensfreude.» Im Unterschied zur mittelalterlichen Fruchtbarkeitsfeier läuft bei den Luzernern aber alles komplett jugendfrei ab. «Denn Fruchtbarkeit kann auch Kreativität bedeuten», sagt Haas mit einem Lachen. Einen ganz besonderen Moment in der Nacht stellt ein Ritual dar, bei dem die Feiernden mit einem Stab die Hochzeit der Götter symbolisieren. Danach reichen sie in der Runde einen Kelch zum Trinken weiter – dieser ist zwar nicht mit einem Trank, dafür aber mit süssem Honigwein gefüllt.

«Eine öffentliche Hexe zu sein ist wahrlich kein Zuckerschlecken.»

Etwas anders begeht Wicca Meier-Spring das Fest. Zwar ist die Walpurgisnacht auch für sie eines der bedeutendsten Ereignisse im Jahr. Die Leiterin des Hexenmuseums Schweiz in Auenstein feiert aber wesentlich ruhiger mit Feuer entfachen, Maibaum aufstellen und Blumenkränzen flechten. «Wir huldigen der Natur und vertreiben die Wintergeister. Alles sehr traditionell», so Meier-Spring.

Wenn sie gerade nicht feiert, arbeitet die weisse Hexe an der «Richtigstellung von verklärten okkulten Ansichten» zur modernen Hexerei in Europa. Dafür gibt sie Seminare und Referate im In- und Ausland, an Universitäten und bei historischen Veranstaltungen. Dies kostet enorm viel Zeit: «Eine öffentliche Hexe zu sein ist wahrlich kein Zuckerschlecken.»

Viele Einzelhexen in der Schweiz

Eine Hexe werden kann indes jeder. Denn es bedeutet laut Haas, sich zwischen verschiedenen Wahrnehmungsebenen und Realitäten hin- und herbewegen zu können. Er selbst ist schon als Kind zum Hexentum gekommen: «Ich habe mich schon als kleiner Junge mit Stimmen unterhalten und mit Magie auseinandergesetzt.» Sein Kindheitstraum war es deshalb, einen Esoterikladen zu eröffnen. Heute führt er einen Laden für Hexerei – Esoterik ist ihm zu bunt geworden.

Als Hexer beschäftigt sich Haas mit verschiedenen Ritualen. So zündet er sich im Alltag oft Kerzen an und nimmt mithilfe von Meditation Kontakt mit Göttern und Göttinnen auf. Wicca Meier-Spring übt ähnliche Praktiken aus. «Ich meditiere regelmässig, mache Chakra Clearing und Balancing und räuchere mein Haus mit reinigenden Harzen und Kräutern aus. Lichtvolle Kerzenrituale mag ich auch sehr und die Magie mit Tarotkarten», so die Hexe.

Weltweit ist die moderne weisse Hexerei ein Bestandteil der Gesellschaft. Am jährlichen internationalen Hexentreffen in London nehmen jeweils rund 5000 bis 7000 Hexen teil. In der Schweiz findet man laut Meier-Spring eher kleinere Gruppen, dafür aber viele Einzelhexen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eine Heidin am 01.05.2013 09:00 Report Diesen Beitrag melden

    Beltane

    Ich wünsche allen Heiden hier ein schönes Beltane-Fest! Schön, dass diese Bräuche und das Eins-sein mit der Natur noch von so vielen Menschen geschätzt und ausgelebt wird.

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  • Stefan Becker am 30.04.2013 22:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schönes Beltane

    Euch ein schönes Beltane Bless you

  • Töpflihexe am 30.04.2013 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gebt alles!

    liebe Hexen gebt alles! ich habe genug vom Winter, der Nässe und Nebel!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kein Hexer am 01.05.2013 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geltungsdrang

    Wenn man etwas besonderes sein will, oder sich von der Masse abheben muss wird man also Hexe? Humbug, mehr nicht!

  • Futurist am 01.05.2013 11:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Humbug

    Wohl zuviel Fliegenpilz genascht? Dass es in der zivilisierten Welt immer noch so viele Menschen gibt, die von sich selbst glauben Hexer und Magier zu sein bringt mich zum Lachen! Solange sie niemandem wehtun soll es mir recht sein, aber vielleicht hilft eine Psychotherapie, die verschobene Wahrnehmung wieder ein bisschen zurechtzurücken...

  • Eine Heidin am 01.05.2013 09:00 Report Diesen Beitrag melden

    Beltane

    Ich wünsche allen Heiden hier ein schönes Beltane-Fest! Schön, dass diese Bräuche und das Eins-sein mit der Natur noch von so vielen Menschen geschätzt und ausgelebt wird.

    • Auch eine Heidin am 02.05.2013 09:43 Report Diesen Beitrag melden

      Vielen Dank

      Danke, das wünsche ich Ihnen auch! Ein wundervoller Brauch! :-)

    • Beelzebub am 02.05.2013 19:19 Report Diesen Beitrag melden

      Danke

      Da ich nicht an Gott glaube, fühle ich mich angesprochen. Jedoch sollten Sie in Erwägung ziehen, erst mal mit sich selber eins zu sein, denn wir sind und bleiben immer ein Teil der Natur, egal was wir tun.

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  • Hexer am 01.05.2013 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Magie

    Mir wird immer speiübel wenn ich etwas wie weisse oder schwarze Magie lese. Wicca sind Heiden, keine Christen - gut und böse ist immer relativ. Wer anders denkt hat unser Weltbild falsch verstanden oder ist komplett in den Fängen der scharlatanischen Esoterik Industrie. An die andern: Geniesst Beltane, seit wachsam und vergesst nie was die Fanatiker unseren heidnischen Vorfahren angetan haben.

    • Aura am 01.05.2013 08:08 Report Diesen Beitrag melden

      Ja klar, aber...

      Wer behauptet denn so einen Stuss? oO

    • Skeptiker am 01.05.2013 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Hexe mal was, du Hexer...

      Wohl zuviel Herr der Ringe geschaut, gell?

    • Heidin am 02.05.2013 09:49 Report Diesen Beitrag melden

      Schöner Kommentar!

      @ Hexer: Ich verstehe Sie voll und Ganz! Man braucht halt eine gewisse Intelligenz um das alles zu verstehen, welche leider vielen Menschen nicht gegeben ist. ;)

    • Beelzebub am 02.05.2013 19:31 Report Diesen Beitrag melden

      @Heidin

      Mit solchen Aussagen disqualifizieren Sie sich nur selber und Schaden dem Ruf der Esotheriker. Sie haben nicht verstanden, was Hexer meint, er will sagen, die Welt ist nicht schwarz und weiss, er lehnt den christlichen Dualismus ab. Soweit so gut, nur nennt Ihr Euch nun Heiden (gut), um euch gegen die Christen abzugrenzen, die Fanatiker sind und Euren Vorfahren übles angetan haben (böse). Offenbar habt Ihr Eure eigene Philosophie nicht verstanden.

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  • natimiez am 01.05.2013 06:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hmmm nachdenken erlaubt...

    Hej ich weiss nicht wieso Hexerei nur immer mit tot und schrecken in verbindung gebracht werden. ich selbst werde 29 Jahre alt, habe absolut freude wenn sollch Feste friedlich verlaufen. warum auch nicht? wieviele tote gibts durch andere Friedliche Feste? wieviele Tiere werden täglich sinnlos zutode gequält? ich habe selbst Tattoos die für viele Satanistisch erscheinen,bin ich desswegenschlecht oder tu jemandem weh? nein ich arbeite sogar im Pflegeheim. willkommmmen im 2100 Jahrhundert. lasst die Leute feiern und spass haben die tun keinem was . fegt vor der eigenen Haustüre. oder schaut mal die Nachrichten und macht euch Sorgen was Tag täglich geschieht anstatt euch wegen Heutzutags friedlichen Festen künstlich zu nerven.

    • Dr. Gabber am 01.05.2013 08:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Natimiez

      das ist leider das Problem der Schweiz. um sich von den eigenen Problemen abzulenken spielen viele den Privat-Polizisten. wie heisst es doch, "Wir achten bei anderen besonders auf die Fehler, die wir bei uns selbst ignorieren."

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