Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Gemeinsames Sorgerecht
10. Februar 2011 22:30; Akt: 11.02.2011 07:37 Print
Tonnenweise Pflaster-Steine für Sommaruga
von Désirée Pomper - Dicke Post für Bundesrätin Sommaruga: Weil die Einführung des gemeinsamen Sorgerechts vertagt wird, schicken ihr verärgerte Väter tonnenweise Steine.

Pflastersteine für Bundesrätin Simonetta Sommaruga: Oliver Hunziker, Marcel Enzler, Stephan Brunner. Simonetta Sommaruga (kleines Bild). (Keystone)
Tausende Pflastersteine – 3,6 Kilogramm pro Stück – liegen bereit für die grösste Aktion, die die Schweizerische Vereinigung für gemeinsame Elternschaft GeCoBi jemals durchgeführt hat. Bestimmt sind sie für Bundesrätin Simonetta Sommaruga. «Die Justizministerin soll erfahren, wie es ist, wenn einem so viele Steine in den Weg gelegt werden», sagt Oliver Hunziker, Präsident der GeCoBi, der 13 Väterorganisationen angehören. Beigelegt werden den Paketen auch Kerzen, «damit ihr endlich ein Licht aufgeht». Letzten Monat gab Sommaruga bekannt, dass die seit 2005 aufgegleiste Vorlage für ein gemeinsames Sorgerecht als Regelfall bei Trennungen um ein Jahr verzögert wird (siehe Info-Box). «Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Väter, die sich seit Jahren für das gemeinsame Sorgerecht einsetzen», sagt Hunziker. Das Leid unzähliger Väter und Kinder werde so völlig unnötig verlängert.
Gemeinsames Sorgerecht: Neue Regel vertagtJustizministerin Simonetta Sommaruga hat Mitte Januar informiert, dass sich die Botschaft zur Gesetzesrevision der gemeinsamen elterlichen Sorge erneut um ein Jahr verzögert. Bislang wird in der Schweiz die elterliche Sorge entweder der Mutter oder dem Vater übertragen. In den meisten Fällen aber verlieren die Väter ihre Rolle als Erzieher. Die Begründung der Bundesrätin: Mit der Revision müsse nicht nur das gemeinsame Sorgerecht eingeführt, sondern müssten auch unterhaltsrechtliche Fragen neu geregelt werden. Ziel sei es, die Situation jenes Elternteils zu verbessern, der trotz gemeinsamer elterlicher Sorge das Kind hauptsächlich betreue. De facto sind dies vor allem die ledigen und geschiedenen Mütter.
Um dies zu verhindern, ruft Hunziker dazu auf, auf der Internetseite SchickEnStei.ch einen Pflasterstein zu bestellen, der an die Bundesrätin persönlich adressiert ist. Stein und Versand sind gratis. «Durch Spenden der rund 2000 Mitglieder sind inzwischen
Bereits einen Pflasterstein bestellt hat Stephan Brunner, Präsident des Vereins Vaterverbot Schweiz: «Wenn mein vierjähriger Sohn erwachsen ist, soll er sehen, dass ich mit allen Mitteln für ihn gekämpft habe – sogar mit Steinen.»
«Ich nehme die Steine gerne entgegen»
Frau Bundesrätin Sommaruga, man will Ihnen tonnenweise Pflastersteine schicken. Verstehen Sie die Wut der Väter?
Simonetta Sommaruga: Ich verstehe ihre Enttäuschung. Das fehlende gemeinsame Sorgerecht für Väter kann zu dramatischen Situationen führen. Ich nehme aber auch die Sorgen der Mütter ernst. Sie sind bei den Unterhaltszahlungen oft schlechter gestellt.
Die Väter argumentieren, die Verknüpfung des gemeinsamen Sorgerechts und der unterhaltsrechtlichen Fragen sei willkürlich und verzögere eine fairere Sorgerechtspraxis unnötig. Was war dabei Ihre Absicht?
Ich möchte, dass Väter und Mütter in allen Bereichen gleiche Rechte und Pflichten haben. Ich werde die Vorlage bereits in der zweiten Hälfte dieses Jahres in die Vernehmlassung schicken. Dieser Zeitplan ist ehrgeizig, von einer Verzögerung kann also keine Rede sein.
Was machen Sie mit der schweren Post?
Ich nehme die Steine gerne entgegen. Ich werde mit den Vätern aber auch das direkte Gespräch suchen.
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
-
Alle 158 Kommentare






























quelle dommage
schade hier so viele negative, frustrierte und teilweise massiv sexistische kommentare zu sehen. ich kann das nicht verstehen dass man kinder in die welt setzt und diese dann als "verhandlungsargumente" benutzt. wie kann man seinem kind mutwillig einen elternteil (egal ob mutter oder vater) vorenthalten? ich kann so etwas nicht verstehen.
Alles muss vom Gericht geregelt werden
Es darf einfach nicht sein das Papis die ganze Woche arbeiten müssen um zu zahlen um dann am Wochenende für die Kinder das sein zu dürfen und somit keine Freizeit führ sich haben. Ich vermisse meine zwei Zwillingsmädchen die ganze Woche sooo sehr, dass mir nichts anderes übrig bleit.Möchte auch unter der Woche für sie da sein (mit übernachtung)Ich verlange nur Gleichberechtigung.
Sorgerecht und Eltern/Kind-Beziehung
Es gibt seit Tagen einen exemplarischen Fall, der in den Medien breitgewalzt wird ohne die wesentlichen ursächlichen Fakten dieses Dramas zu kennen. Ein wesentlicher Punkt ist die Verweigerung des gemeinsamen Sorgerechtes seitens der Ehefrau und deren "Besitzanspruch" auf die Kinder, wie wenn diese ihr "Eigentum" seien. Die Äusserung von Gerichtspsychiater Josef Sachs bezüglich "Besitz" der Kinder liegt hier und in vielen anderen Fällen um genau 180 Grad falsch.