Widmer-Schlumpfs Analyse

01. August 2012 21:52; Akt: 01.08.2012 22:03 Print

Die Schweiz hat drei Achillesfersen

Der Atomausstieg, die Zuwanderung und die Finanzkrise: Dies sind die Probleme, die der Schweiz am meisten zu schaffen machen. Zumindest, wenn es nach Bundespräsidentin Eveline Widmer Schlumpf geht.

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Die Bundespräsidentin hatte einen langen Tag: Bevor Eveline Widmer-Schlumpf ihre Rede in Märstetten hielt, besuchte sie unter anderem einen Bauernbrunch. (Bild: Keystone/Arno Balzarini)

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Ob Atomausstieg, Zuwanderung oder Finanzkrise: Die Schweiz müsse sich auf ihre Werte besinnen und ihre Prinzipien hochhalten, sagte Bundespräsidentin Eveline Widmer- Schlumpf am Mittwochabend vor 700 Personen an der Bundesfeier auf dem Ottenberg in Märstetten TG.

Eveline Widmer-Schlumpf nahm Bezug auf die Geschichte der Schweiz. Wie beim Rütlischwur und später bei der Gründung des Bundesstaates müsse die Schweiz auch heute ihre Werte und Prinzipien hochhalten, um Probleme anzupacken. Widmer-Schlumpf nannte drei Herausforderungen, die Gesellschaft und Politik zur Zeit stark beschäftigen: Atomausstieg, Zuwanderung und Finanzkrise.

Damit der Atomausstieg gelinge, müsse die Schweiz ihr gesamtes Potenzial an erneuerbarer Energie ausschöpfen und den Verbrauch mittels einer ökologischen Steuerreform senken. «Wir müssen machen, was wir können und nicht auf Länder wie die USA oder China schielen, die ein schlechtes Beispiel geben», sagte die Bundespräsidentin.

Acht Millionen Einwohner

Eine weitere Herausforderung sei die Zuwanderung. In den nächsten Tagen werde die Schweiz auf acht Millionen Einwohnerinnen und Einwohner angewachsen sein. Die starke Zuwanderung sei zwar wichtig für die Wirtschaft, führe aber zu Problemen - zum Beispiel bei der Raumplanung. «Wir müssen uns ganz neutral die Frage stellen, für wieviele Menschen die Schweiz Platz hat», sagte die Bundespräsidentin.

Selbstbewusstsein brauche die Schweiz auch bei den Verhandlungen über das Bankgeheimnis, sagte Widmer-Schlumpf. Die Schweiz wolle keine Steuerhinterzieher oder -betrüger anziehen. Deshalb habe man den Verhandlungspartnern rechtsstaatlich korrekte und faire Verträge angeboten. Wenn sie diese nicht akzeptieren wollten, gelte weiterhin das alte Recht. «Auf keinen Fall wird sich die Schweiz mit gestohlenen Steuerdaten erpressen lassen», sagte die Bundespräsidentin.

Einladung für alle Fälle

Der Besuch der Bundespräsidentin in der kleinen Landgemeinde im Thurtal zog rund 700 Gäste an. Das seien vier Mal soviel, wie üblicherweise in der 2500-Seelen-Gemeinde feiern, sagte Gemeindeammann Jürg Schumacher gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Widmer-Schlumpf gab sich volksnah und sang nach ihrer Ansprache zusammen mit den Ottoberger Chören einige Lieder und feierte bis in die Nacht hinein mit.

Die Gemeinde Märstetten habe sie bereits im letzten Herbst angefragt und ihr garantiert, dass die Einladung auch im Fall ihrer Abwahl gelte. Später habe sie auf der Website von Märstetten gelesen, dass sie nach ihrer «überraschenden» Wiederwahl wohl eher eine grosse Stadt berücksichtigen werde. «Da habe ich mir gesagt, jetzt erst recht. Und hier bin ich», sagte Widmer-Schlumpf.

(sda)

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