Direktzahlungen

03. März 2017 20:25; Akt: 03.03.2017 20:34 Print

Bauern erhalten vom Bund bis zu 582'000

61 Grosslandwirte haben Riesen-Zahlungen aus Steuergeldern erhalten. Die kleinen Betriebe kommen zu kurz und sind frustriert.

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582'000 Franken zahlte der Bund 2015 als Direktzahlungsbeitrag an Bauern. 14 Höfe erhielten hingegen keine 500 Franken – fast 1200-mal weniger, wie Tagesanzeiger.ch/Newsnet schreibt. Das Ausmass dieser Spannweite bestätigt Kritiker in ihren Befürchtungen: Die neue Agrarpolitik (AP 14-17) verschärft den Gegensatz zwischen flächenmässig grossen und kleinen Betrieben.

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Braucht es eine Obergrenze bei den Subventionen?
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2013 haben noch 223 Höfe zwischen 200'000 und 300'000 Franken erhalten, zwei Jahre später waren es 357 (+60 Prozent). 34 Betrieb bekamen 2013 mehr als 300'000 Franken, 2015 waren es 61 (+79 Prozent). Insgesamt hat der Bund zwischen 2013 und 2015 um die 2,6 Milliarden Franken ausgeschüttet.

Tierschützer und Kleinbauern protestieren

«Die Auswüchse nach oben sind problematisch, sie gefährden die gesellschaftliche Akzeptanz der Direktzahlungen», sagt Regina Fuhrer, Präsidentin der Kleinbauern-Vereinigung. Indem der Bund grosse und reiche Betriebe fördere, unterstütze er die industrielle Landwirtschaft. Das neue Direktzahlungssystem setze den falschen Anreiz, mehr Fläche zu bewirtschaften. Derzeit verschwinden pro Jahr etwa 900 Höfe.

Seit 2014 sind die Direktzahlungen nach oben nicht mehr limitiert. Kleinbauern und Tierschützer fordern einen Plafond von 150'000 Franken. Zu den Folgen der neuen Agrarpolitik muss sich nun auch der Bundesrat äussern. Nationalrat Louis Schelbert (Grüne) will mit einem Vorstoss wissen, ob der Bundesrat angesichts der aufgezeigten Entwicklung die «breite Akzeptanz» des Direktzahlungssystems gefährdet sehe.

Übernommen von Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Bearbeitet von 20 Minuten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ivo am 03.03.2017 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Teure Landwirtschaft

    Als KMU bekommt man lediglich mehr Bürokratie von Bern!!!!

  • Paddington4450 am 04.03.2017 07:16 Report Diesen Beitrag melden

    Nur so eine Frage

    Könnte es sein, also ich will da niemandem etwas unterstellen, dass die 61 Betriebe die am meisten erhalten haben deren Landwirte eventuell im Parlament sitzen?

    einklappen einklappen
  • Ein Bauer am 03.03.2017 22:18 Report Diesen Beitrag melden

    Geldgierig

    Ich bin selber Landwirt und bin für eine Obergrenze der Direktzahlungen weit unter 100000.-, denn vor allem den Grossbetrieben wird das Geld Wort wörtlich nachgeworfen. Ich bin auch überzeugt das der Neid unter den Bauern abnehmen würde und die Akzeptanz in der Bevölkerung steigen würde.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Verfasser am 04.03.2017 08:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Subventionen für die Großbauern

    Es ist wie überall, wer hat dem wird gegeben, wer nichts hat den bestraft das Leben

  • davec2k am 04.03.2017 08:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und die anderen?

    Wie wird mein Unternehmen subventioniert???

  • Nikinio am 04.03.2017 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was los?

    Diese Subventionen sind nichts anderes als Sozialabgaben mehr nicht. Zum Glück für euch habt ihr die SVP im Rücken welchen solchen Mist durchboxt. In einer logischen Welt kann man keinen Betrieb führen welcher keinen Gewinn abwirft. Wieso werden hier Mios in die Tonne getreten?

  • Rene91 am 04.03.2017 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Landwirt 25gi

    Ich bin Landwirt, ich habe vor 2 Jahren den Betrieb meiner Eltern übernohmen. Zurzeit muss ich noch einer Nebentätigkeit nachgehen das ich den Betrieb überhaupt über Wasser halten kann. Die verteilung der Direktzahlungen muss unbedingt überarbeitet werde und gerecht verteilt werden und ich weiss da sind viele Berufskollegen gleicher meinung. Wenn unsere Produkte mehr gelten würden, könnten die Landwirte auch mit weniger oder ohne Direktzahlungen überleben. Sobald die Zahlungen noch mehr gekürzt werden sehe ich keine Zukunft mehr für mich in der Landwirtschaft. An alle die meinen es brauche keine Subventionen für Landwirte die lade ich gerne ein zu einer Besichtigung meines Betriebes und einer anschliesenden "diskusion". Ich wünsche allen einen schönen Tag und geniesst die von Landwirten gepflegte Natur und überlegt euch wie es aussehen würde ohne uns.

  • Mathias Ramser am 04.03.2017 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leben und Lebenlassen

    Danke allen grossen und kleinen Bauern die an die Zukunft glauben trotz immer schwierigeren Rahmenbedingungen und geringem Einkommen. Danke 20' für den reißerischen Artikel mit grossen Zahlen ohne Hintergrundinformationen. Dank ihnen können viele frustrierte Menschen hier gezielt ihren Frust deponieren.