Digital Zügeln

09. September 2017 08:49; Akt: 09.09.2017 08:49 Print

Wer umzieht, muss nicht mehr an den Schalter

In den Kantonen Aargau, Uri und Zug kann der Umzug neu online erfasst werden. Das System wird im Kanton Zürich schon rege genutzt.

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Zügeln ist anstrengend. Der ganze Hausrat muss in Schachteln und Säcke gepackt werden. Sofa und Schränke werden zerlegt und über das enge Treppenhaus nach draussen gebracht. Mit dem Schleppen von Möbeln und Schachteln ist es aber noch nicht getan. Es gibt auch noch reichlich administrativen Aufwand.

Innerhalb von zwei Wochen muss der Wohnungswechsel bei der alten und der neuen Wohngemeinde gemeldet werden. Dafür war ein Gang zum Schalter bisher unausweichlich. Jetzt kann der Umzug bequem vom Sofa aus erfasst werden. Was im Kanton Zürich und in der Stadt St. Gallen seit 2016 möglich ist, haben die Kantone Uri und Zug im August eingeführt. Im Kanton Aargau wird das System nach und nach aufgeschaltet.

System soll schweizweit eingesetzt werden

Für die Entwicklung des Online-Tools hatten sich Zürcher Gemeinden mit dem Kanton zusammengetan. Das Ziel war es, eine Verbundlösung zu realisieren, die in der ganzen Schweiz eingesetzt werden kann. Laut der Koordinationsstelle E-Government Schweiz soll das System bis 2019 in allen Kantonen eingesetzt werden.

«Der Vorteil des Services ist, dass man den Weg- und den Zuzug in einem Schritt erledigen kann», sagt Lukas Steudler, der beim Kanton Zürich für den Bereich E-Government verantwortlich ist. Im Zentrum der Entwicklung sei die einfache Bedienung gestanden. Wie die Rückmeldungen zeigten, sei das gelungen. «Ein Umzug ist in rund 10 bis 15 Minuten erledigt», so Steudler.

Zürcher nutzen das System rege

Von April 2016 bis August 2017 seien im Kanton Zürich bereits über 17'000 Umzüge digital erfasst worden. Die Umzüge innerhalb der Stadt Zürich sind dabei nicht eingerechnet, weil dort noch ein anderes System im Einsatz ist. «Wir sind mit der Nutzung sehr zufrieden», sagt Steudler. Der Service werde in städtischen und ländlichen Gebieten gleichermassen genutzt.

An das System angebunden sind neben den Gemeinden auch das Gebäude- und Wohnungsregister des Bundes und die Krankenversicherer. Damit kann das System zum Beispiel prüfen, ob die umziehende Person die obligatorische Grundversicherung abgeschlossen hat.

Dienstleister sollen informiert werden können

Später soll auch die Möglichkeit zur Verfügung stehen, die Adressänderung nach Wunsch an Dritte wie die Post, den Versicherungen und Banken weiterzugeben. «Das soll die umziehenden Personen davon entlasten, überall einzeln die neue Adresse bekannt zu geben», sagt Steudler.

Um einen Umzug digital zu melden, braucht es kein Benutzerkonto. Es braucht nur die Identitätskarte, der AHV-Ausweis, der Mietvertrag, die Karte der Krankenversicherung und eine Kreditkarte, um die allfälligen Gebühren zu begleichen. Nach der Freigabe des Wegzugs durch die alte Wohngemeinde erfasst die neue Wohngemeinde den Zuzug automatisch.

(tam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • so gseit am 09.09.2017 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wohnsitzbescheinigung

    Das finde ich super, vorallem finde ich es schlimm das man überall die Wohnsitzbescheinigung vorlegen muss. Das könnte man doch auch irgendwie auf der AHV Nummer ablegen. Und ich denke auch die Anmeldefragen könnte man vereinfachen, vieles was auf dem Blatt steht geht die Gemeindeverwaltung nichts an.

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  • Simba74 am 09.09.2017 09:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine Kisten schleppen!

    und ab wann geht das gesamte Zügeln per App?

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  • Elvira am 09.09.2017 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    Bedingt

    Ausser man hat Hunde! Ich musste für meine 2 kleinen, inzwischen alten Hunde mehr Papierkram einreichen als für mich selbst!!!!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Andy Maeder am 09.09.2017 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    An die Reklamierer

    Die Leute die hier oder anderswo viel über die Behörden reklamieren sind die, die am Schalter merken, dass sie ihren Mietvertrag nicht dabei haben, das Portemonnaie im Auto liegen lassen haben, eine halbe Stunde nach dem vereinbarten Termin auftauchen etc. So zumindest meine Erfahrung.

  • H. Keller am 09.09.2017 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    Ich ziehe auch bald um

    aber weiter weg in Richtung Süden, ich möchte einfach wieder in einem Land zuhause sein, wo man zufriedene, glückliche Schweizer auf der Strasse antrifft.

    • Glücklich im Osten des Landes. Noch. am 09.09.2017 16:36 Report Diesen Beitrag melden

      ????

      Verstehe ich jetzt nicht ganz. In den Süden. Ins Tessin? Da sind sie aber auch nicht mehr so felice. Oder noch weiter in den Süden. Italien? Mallorca? Africa? Wieviele Schweizer trifft man da? Höchstens noch ins Bündnerland.

    • H. Keller am 09.09.2017 17:35 Report Diesen Beitrag melden

      @Glücklich im Osten des Landes. Noch.

      2 Meiner Brüder wohnen bereits schon in Spanien, meine Schwester ist in Portugal, ich besuche alle 3 des öfteren. Sie glauben gar nicht wieviele Schweizer man dort antrifft, meist sind es Rentner, Leute, die wissen was mit dem Geld anfangen, auch ich lasse mich nicht mehr länger von der Schweiz ausnehmen, muss leider noch 11 Mon. arbeiten.

    • Remi,Bünzli am 10.09.2017 03:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @H. Keller

      Ich gehe in die Philippinen! Die Schweiz hat ausgedient, nur noch abzocke!

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  • grüezi wohl am 09.09.2017 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch schon lange so

    hab ich schon lange so gemacht. Sogar die neuen Autonummer beim Kantonswechsel werden nach Hause gesendet

    • Walter am 10.09.2017 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @grüezi wohl

      Nein, das ist eben nicht schon lange so. Mit der Autonummer hat dies nichts zu tun.

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  • lore am 09.09.2017 13:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    meine frau

    arbeitet auf der fremdenpolizei und migrationsamt. die haben gar keine zeit mehr um die neuankömmlinge persönlich zu begrüssen. was mich nachdenklich macht, dass die auf dem amt bis zu 2,5h wartezeiten haben wegen den zum teil ilegalen eingewanderten hier zu lande! tönt wieder hart aber ist so! mir tun nur die schalterarbeiterInnen leid, die von früh bis spät am arbeiten sind.

    • Efrim M. (Anonym) am 09.09.2017 13:49 Report Diesen Beitrag melden

      Ich selbst

      Und wenn man ehrlich ist die Forderungen die sie geltend machen ist der Hammer. Aber ihr dürft ruhig weiter schlafen viel Spaß beim Erwachen.

    • möögg am 09.09.2017 13:59 Report Diesen Beitrag melden

      Am Schalter

      muss man sich am als Einheimischer besten Anmelden. Sonst muss man wirklich lange warten. In der Stadt Bern so. Aber da wo wir jetzt sind auf dem Lande, haben die Schalter sehr kurz offen. Immer dann wenn alle eh arbeiten müssen. Ist das andere Problem. Von 10-12 bin ich selber bei der Arbeit!

    • erik am 09.09.2017 14:49 Report Diesen Beitrag melden

      Hhmmm?!

      "...die von früh bis spät am arbeiten sind."? Echt jetzt?! Wozu sind diese Leute sonst da, wenn nicht zum arbeiten?! Keine Ahnung was Sie so beruflich machen, aber alle anderen werden dafür bezahlt, dass und weil sie ARBEITEN:-)

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  • Meine Meinung am 09.09.2017 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Anonym bzw Gesichtslos

    Ich würde schon noch gerne sehen, welch komischer Kauz in unsere Gemeinde zieht.