Instagram-Star

02. Februar 2017 05:42; Akt: 02.02.2017 05:42 Print

Netz feiert Schweizerin für ihren Körper

von Laly Zanchi - Auf Instagram sind Fotos von perfekten Körpern weitverbreitet. Eine Schweizerin gibt Gegensteuer und stellt dort ihre Rundungen zur Schau.

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Ein Foto, das viele Frauen niemals auf Instagram stellen würden, doch für Morena Diaz symbolisiert es ihre Lebensphilosophie. Die Aargauer Bloggerin und Primarlehrerin hat sich ganz der Body-Positivity verschrieben. Mit ihren Fotos möchte die 24-Jährige jenen Selbstvertrauen vermitteln, die nicht den gängigen Schönheitsidealen entsprechen. Dabei wollte Diaz vor drei Jahren, als sie ihren Blog gegründet hat, genau so sein wie die durchtrainierten Fitness-Models: «Es sollte eigentlich ein Fitness-Blog werden, denn ich war völlig im Instagram-Fitness-Trend gefangen.» Schliesslich schlitterte Sie in eine Essstörung. «So wurde mein Blog zu einer Art Tagebuch für meinen Kampf mit der Essstörung.» Damit war Diaz eine der Ersten, die in Europa die Body-Positivity-Bewegung repräsentierten. Schon bald wurde Diaz von Nachrichten anderer junger Frauen überschwemmt. Inzwischen hat die über 42'000 Follower auf Instagram. Mittlerweile gibt es auch viele andere Frauen, die auf Social Media ihre Kurven feiern. So erobert derzeit der Hashtag #foodbaby das Netz. Soll heissen: Ich bin nicht schwanger, sondern habe ein Bäuchlein vom Essen. Diaz freut sich über den Trend: «Das zeigt, dass man auch entspannt und humorvoll mit dem Essen und dem eigenen Körper umgehen kann.» In den USA hat Body-Positivity schon früher Fuss gefasst. «Einige der Blogger dort sind stark übergewichtig und erregen mehr Aufmerksamkeit als jemand wie ich mit einer normalen Figur», sagt Diaz. Sie sieht auch die Gefahr, dass solche Personen auf der Kehrseite Übergewicht verharmlosen könnten. Da steuere sie gegen, indem sie Sport treibe und auf eine ausgewogene Ernährung achte. Diaz' Ansicht nach haben aber auch stark übergewichtige Blogger ihren Platz in der Body-Positivity-Sphäre: «Wenn auch sehr dicke Menschen ihren Körper akzeptieren und sich nicht mehr so stark unter Druck gesetzt fühlen, können sie ebenfalls entspannter mit dem Thema Abnehmen umgehen.» So verurteilt sie auch die Tendenz gewisser Blogger, sich abschätzig über sehr schlanke oder sportliche Menschen zu äussern: «Wenn man jemandem sagt, dass er oder sie ein Klappergerüst sei, dann ist das genauso unfair und verletzend.» Den Vorwurf, dass die Body-Positivity-Bewegung allen vorschreiben wolle, was sie schön zu finden haben, weist sie ebenfalls zurück. «Ich finde ja auch nicht jeden schön, aber ich mache dann einfach mal den Mund zu, statt mich abschätzig zu äussern», sagt Diaz. «Denn jeder hat das Recht sich schön zu fühlen», so Diaz. Urs Kiener, Jugendpsychologe bei Pro Juventute, begrüsst es, dass junge Menschen auf den sozialen Medien für ein realistisches Schönheitsideal einstehen. «Solche Blogger können viel für die Prävention von Essstörungen leisten.» Laut Kiener sei «Prävention leider oftmals langweilig. Wenn die Jungen selbst mit etwas Humor eine positive Nachricht verbreiten, kommt das besser an.» Kiener warnt aber ebenfalls davor, den Trend ins Gegenteil kippen zu lassen. «Es darf nicht zu einer Verherrlichung von Übergewicht führen.» Die Probleme, die mit Übergewicht einhergehen, gehörten nämlich weiterhin zu den wichtigsten Themen im Gesundheitswesen.

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Sie sitzt im Schmetterlings-Pyjama auf dem Sofa und isst ein Stück Schokolade. Das kurze Oberteil gibt den Blick auf zwei kleine Bauchröllchen frei. Ein Foto, das viele Frauen niemals auf Instagram stellen würden, doch für Morena Diaz symbolisiert es ihre Lebensphilosophie. Die Aargauer Bloggerin und Primarlehrerin hat sich ganz der «Body-Positivity» verschrieben. «Für mich heisst das: Ich akzeptiere meinen Körper so, wie er ist, mit all seinen angeblichen Makeln», sagt die 24-Jährige. Mit ihren Fotos möchte sie jenen Selbstvertrauen vermitteln, die nicht den gängigen Schönheitsidealen entsprechen.

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Dabei wollte Diaz vor drei Jahren, als sie ihren Blog gegründet hat, genau so sein wie die durchtrainierten Fitness-Models. «Es sollte eigentlich ein Fitness-Blog werden, denn ich war völlig im Instagram-Fitness-Trend gefangen.» Diaz bezahlte sogar 120 Franken für die Fitness-DVDs eines US-Instagram-Models, wie sie dem Magazin «Surprise» erzählte. Schliesslich schlitterte Sie in eine Essstörung. «So wurde mein Blog zu einer Art Tagebuch für meinen Kampf mit der Essstörung. Und als ich sie überwunden hatte, wurde er zu einem positiven Ort, der Motivation und Kraft geben soll.»

Morena Diaz führt in ihren Instagram-Videos ihre Tanzkünste vor.

Viele hatten dasselbe durchgemacht

Damit war Diaz eine der Ersten, die in Europa die Body-Positivity-Bewegung repräsentierte. «Ich kehrte dem ganzen Fitness-Wahn den Rücken und schwamm gegen den Strom.» Schon bald wurde Diaz von Nachrichten anderer junger Frauen überschwemmt. Viele hatten dasselbe durchgemacht wie sie und lobten Diaz für ihren Mut. «Das motivierte mich weiterzumachen.» Inzwischen hat sie über 42’000 Follower auf Instagram.

Mittlerweile gibt es auch viele andere Frauen, die auf Social Media ihre Kurven feiern. So erobert derzeit der Hashtag #foodbaby das Netz. Will heissen: Ich bin nicht schwanger, sondern habe ein Bäuchlein vom Essen. Diaz freut sich über den Trend: «Das zeigt, dass man auch entspannt und humorvoll mit dem Essen und dem eigenen Körper umgehen kann.»

#foodbaby

Stark Übergewichtige erregen Aufmerksamkeit

In den USA hat Body-Positivity schon früher Fuss gefasst. «Einige der Blogger dort sind stark übergewichtig und erregen mehr Aufmerksamkeit als jemand wie ich mit einer normalen Figur», sagt Diaz. Sie sieht auch die Gefahr, dass solche Personen auf der Kehrseite Übergewicht verharmlosen könnten. Da steuere sie gegen, indem sie Sport treibe und auf eine ausgewogene Ernährung achte. Es sei ihr aber wichtig, auf ihren Körper zu hören und sich ab und zu etwas zu gönnen. Diaz' Ansicht nach haben aber auch stark übergewichtige Blogger ihren Platz in der Body-Positivity-Sphäre. «Wenn auch sehr dicke Menschen ihren Körper akzeptieren und sich nicht mehr so stark unter Druck gesetzt fühlen, können sie ebenfalls entspannter mit dem Thema Abnehmen umgehen.»

So verurteilt sie auch die Tendenz gewisser Blogger, sich abschätzig über sehr schlanke oder sportliche Menschen zu äussern: «Wenn man jemandem sagt, dass er oder sie ein Klappergerüst sei, dann ist das genauso unfair und verletzend.» Den Vorwurf, dass die Body-Positivity Bewegung allen vorschreiben wolle, was sie schön zu finden haben, weist sie ebenfalls zurück. «Ich finde ja auch nicht jeden schön, aber ich mache dann einfach mal den Mund zu, statt mich abschätzig zu äussern», sagt Diaz, «denn jeder hat das Recht, sich schön zu fühlen.»

Urs Kiener, Jugendpsychologe bei Pro Juventute, begrüsst es, dass junge Menschen auf den sozialen Medien für ein realistisches Schönheitsideal einstehen. «Solche Blogger können viel für die Prävention von Essstörungen leisten», weil Jugendliche unter Gleichaltrigen nach Vorbildern suchen würden. «Prävention ist leider oftmals langweilig. Wenn die Jungen selbst mit etwas Humor eine positive Nachricht verbreiten, kommt das besser an.» Kiener warnt aber ebenfalls davor, den Trend ins Gegenteil kippen zu lassen. «Es darf nicht zu einer Verherrlichung von Übergewicht führen, dieses ist nämlich weiterhin ein grosses Problem im Gesundheitswesen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kushi am 02.02.2017 06:23 Report Diesen Beitrag melden

    Jedem das Seine

    Wieso muss man heute eigentlich immer alles zur Schau stellen?

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  • Kölbi am 02.02.2017 06:00 Report Diesen Beitrag melden

    Rundungen wo ?

    "Rundungen" ? Auch hier ist die Wahrnehmung immernoch verschoben. Ich finde nicht das sie jetzt mehr Rundungen hat.

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  • Beller Schorsch am 02.02.2017 06:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ich sehe keine Rundungen

    Welcher Rundungen? das ist ein mehr als perfekter Körper!. Die Spargeln wachsen im Boden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Josef der Zimmermann am 04.02.2017 00:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Selbstwergefühl

    Das ist also Selbstwertgefühl. Aha. In allen Sozialmedia um Anerkennung buhlen. Nur traurig.

  • Tomm am 03.02.2017 23:21 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Freundin ist schön schlank

    Schön, dass sie sich gut in ihrem Körper fühlt. Mir gefallen Frauen mit Speckrollen nicht...

  • Crigs am 02.02.2017 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    LEBENSFREUDE & SCHOKOLADE

    Super Girl ! So hat meine Frau ausgesehen. Sie war eine Sportlehrerin. Leider verstarb sie mit 43 Jahren an Brustkrebs. Bitte kein Alkohol, kein Rauchen und keine Drogen. Nur der Hausarzt kann bei Problemen helfen !

  • Dr House am 02.02.2017 12:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was nützt der schönste Körper

    Wenn im Oberstübchen nix los ist. Dieser Körperkult wird immer ätzender und Menschen werden darauf basierend bewertet dick gleich dumm und lustig dünn gleich erfolgreich. Schwachsinn ist doch das.

  • Wakka am 02.02.2017 11:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinder

    Kinderspeck, in paar jahren siehts wieder "dramatisch" anders aus. Was mich erstaunt.. welches Netz feiert sie?