Armeechef Blattmann

16. März 2009 08:27; Akt: 16.03.2009 12:01 Print

Junge «Leftis» müssen länger abverdienen

Gruppenführer und Zugführer der Schweizer Armee müssen spätestens vom nächsten Jahr an wieder länger praktischen Dienst leisten.

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«Spätestens ab 2010 wird wieder länger abverdient», sagt der neue Armeechef in einem Interview in der Montagausgabe der «Neuen Zürcher Zeitung». Blattmann denkt dabei in erster Linie an die Gruppen- und Zugführer. Das seien die wichtigsten Funktionen, bei denen die Armee gegenüber der Privatwirtschaft einen klaren Mehrwert ausweisen könne.

«Diesen Stufen gilt es Sorge zu tragen. Sie müssen wieder zusammen mit den Rekruten in ihre jeweiligen Aufgaben einsteigen.» Während einiger Zeit sei mit dem Abverdienen zu spät begonnen worden. «Junge Kader mussten ihre ersten Gehversuche zu einem Zeitpunkt unternehmen, zu dem sich die Rekruten bereits 'positioniert' hatten.»

Wirtschaft kann profitieren

Blattmann ist überzeugt, dass die Wirtschaft vom Nutzen einer Führungsausbildung in der Armee überzeugt werden kann. Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Ausdauer – all diese Eigenschaften hätten auch in den Unternehmen wieder an Bedeutung gewonnen. Blattmann hat dabei namentlich die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Visier.

Allgemein will der seit dem 1. März als Armeechef amtierende Blattmann das Vertrauen der Schweizer Bevölkerung in die Armee wieder herstellen. Die Anliegen der Armeereform XXI und des Entwicklungsschrittes 2008/2011 seien nicht richtig vermittelt worden. Das habe zu Verunsicherungen geführt.

Logistikprobleme und Flugzeugbeschaffung

Im Bereich Logistik herrscht nach Feststellungen Blattmanns Aufbruchstimmung. «Spätestens ab 2010 müssen die Kommandanten wieder auf einen kompletten Materialbestand zählen können.»

Es könne aber nicht mehr jeder Wunsch der Truppe erfüllt werden. «Begehren, die nicht die Kernkompetenz des Verbandes betreffen, können wir mit den noch verbleibenden Mitteln nicht mehr erfüllen.»

Vor der Schweizerischen Offiziersgesellschaft hatte Verteidigungsminister Ueli Maurer letzten Samstag in Frauenfeld der Armee ein fehlendes Kostenbewusstsein vorgeworfen. Man sei zwar in Kleinigkeiten knauserig, mache sich aber im Ganzen zu wenig Gedanken über Kosten und Folgekosten.

Zum Fahrplan bei der Beschaffung eines neuen Kampfflugzeuges als Tiger-Teilersatz sagt Blattmann, er wolle dem Entscheid des Bundesrates nicht vorgreifen.

Die Gestaltung des Zeitplans stehe in einem Zusammenhang mit der Initiative der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) für ein Kriegsmaterial-Exportverbot sowie mit dem neuen Sicherheitsbericht. Zu diesem hat Bundesrat Ueli Maurer bis Ende April eine breite Vernehmlassung eingeleitet.

Bundesrat Maurer hat den Anbietern eines Tiger-Ersatzes zudem mehr Zeit für die Ausarbeitung ihrer Offerten gegeben: Der Abgabetermin (17. April) sei für einen Teil der Offerte um sechs Wochen hinausgeschoben worden, bestätigte VBS-Sprecher Jean-Blaise Défago am Montag eine Meldung im «SonntagsBlick».

(dapd)

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