Bürgerliche fordern

18. Dezember 2012 23:19; Akt: 18.12.2012 23:27 Print

An Raststätten soll man wieder bechern dürfen

von Till Hirsekorn - Die SVP-Nationalrätin Nadja Pieren will das Alkoholausschankverbot an Autobahnraststätten aufheben. Bürgerliche Politiker stimmen zu, «blödsinnig!», schimpfen Kritiker.

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Künftig soll an Autobahnraststätten wieder Alkohol ausgeschenkt und gekauft werden können, fordert SVP-Nationalrätin Nadja Pieren. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Künftig solle man in Autobahnraststätten wieder Alkohol ausschenken, kaufen und konsumieren dürfen. SVP-Nationalrätin Nadja PierenNadja
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Kaufmännische Berufsschule Emmental, Burgdorf (Schulrat)
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fordert in einer Motion, das aktuelle Ausschank- und Verkaufsverbot aus der Nationalstrassenverordnung zu streichen.

Umfrage
Sind sie für die Aufhebung des Verkaufs- und Konsumationsverbot von Alkohol an Autobahnraststätten?
52 %
48 %
Insgesamt 2644 Teilnehmer

«Raststättenbetreiber werden zu Unrecht diskriminiert. Es ist unsinnig, das Beifahrer oder Hotelgäste dort kein Glas Wein trinken dürfen», sagt Pieren. Ratskollegen der BDP und FDP unterstützen ihr Anliegen: «Das Verbot ist nicht konsequent. Ich kenne keine Studie, die besagt, dass es die Verkehrssicherheit erhöht hat», sagt Christian WasserfallenChristian
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(FDP).

...Schelte von links und Präventionsstellen

Kritiker schiessen hingegen scharf. «Schlicht blödsinnig» findet die Forderung SP-Nationalrat Max ChopardMax
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: «Während der Verkehr die Lenker immer stärker fordert, würden Anreize zum Alkoholkonsum geschaffen». Es hintertreibe das breit abgestützte Massnahmenpaket «Via Sicura» zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Marion Nolde, die Sekretärin der Eidgenössischen Kommission für Kinder- und Jugendfragen glaubt, dass eine solche Lockerung Jugendliche, die häufig am Wochenende und in der Nacht mit dem Auto unterwegs sind, besonders gefährde: «Das Risiko, dass junge Fahrer nach einem Zwischenstopp betrunken auf der Autobahn unterwegs wären, ist gross». Die neu unbegrenzten Ladenöffnungszeiten verschärften die Lage zusätzlich.
Auch Walter Liechti vom Blauen Kreuz glaubt, dass sich dadurch das Alkoholproblem verschärfen wird. Denn: «Die Einschränkung des Verkaufsangebot ist eine effektive Präventionsmassnahme».

Für Motionärin Pieren ist klar: «Man darf andere wegen ein paar schwarzen Schafen nicht diskriminieren. Wer fährt, trinkt nicht!».

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