Surfen bei der Arbeit

11. März 2015 16:21; Akt: 11.03.2015 16:34 Print

Mit Internet-Filtern Angestellte disziplinieren

Statt zu arbeiten, verbringen Angestellte viel Zeit mit privatem Surfen im Netz. Immer mehr Firmen setzen darum auf eingeschränkten Zugang. Dafür setzt es Kritik.

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Statt zu arbeiten noch schnell onlien Ferien buchen, das Sofa verkaufen oder ein paar Fotos auf Facebook stellen - dies geschieht öfter als den meisten Arbeitgebern lieb ist, darum installieren immer mehr Filter gegen das private Surfen. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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In der Luzerner Verwaltung belegen private Nutzungen 60 Prozent des Datenverkehrs. Mehr als die Hälfte der Zeit, die die Angestellten im Netz verbringen, ist nicht geschäftlich. Damit befinden sich die Luzerner im guten Schnitt. Gemäss anderen Netz-Nutzungsstudien gehen 64 Prozent der Angestellten jeden Tag auf Websites, die nichts mit der Arbeit zu tun haben.

Der grösste Teil verbringt wöchentlich eine Stunde und weniger im Netz. Aber immerhin 21 Prozent sind rund fünf Stunden in der Woche während der Arbeitszeit privat auf dem Netz und drei Prozent sogar mehr als zehn Stunden. Am meisten Zeit verbringen die Angestellten auf Facebook, gefolgt von Linkedin und Shopping. Interessant ist auch, dass 70 Prozent aller Porno-Seiten-Besuche während der Arbeitszeit stattfinden.

«Gefilterter Zugang ist Zensur und funktioniert nicht»

Arbeitgeber haben daran keine Freude und versuchen diese Aktivitäten einzuschränken. In den letzten Jahren schossen darum vor allem amerikanische Firmen wie Pilze aus der Erde, die entsprechende Filtersoftware anbieten. Diese regelt je nach Vorgabe des Arbeitgebers individuell, welche Sites Angestellte besuchen dürfen und welche nicht – von der Sperrung von News-Sites, Porno- oder Gewaltdarstellungen bis hin zum Scannen und Untersuchen der Uploads auf soziale Netzwerke. So könne man «Risiken für die Firma minimieren und die Produktivität maximieren», verspricht etwa Software-Hersteller Sophos.

In der Schweiz haben schon zahlreiche insbesondere grössere Firmen und öffentliche Verwaltungen Filter installiert. Der Schweizer Chaos Computer Club hält nicht viel von dieser «Zensur des Netzes». Sie würden der Dynamik des Internets nicht gerecht hätten eine enorme Fehlerrate und funktionierten nicht wirklich, heisst es dort. «Das Stichwort Katze findet nebst den Tieren auch zahlreiche nackte Frauen», beschreibt Sprecher Hernani Marques das Funktionieren solcher Filter. Wenn diese auch solche Anfragen nicht erlaube, seien die Einschränkungen enorm. Zudem fände man bereits zahlreiche Anleitungen im Netz, wie die Filter umgangen werden könnten.

Wie oft surfen Sie privat im Netz während der Arbeit? Nehmen Sie an unserer Umfrage teil.

(ann)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andreas H. am 11.03.2015 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    Vermischung von Privat unf Geschäftlich

    Ich denke das ist ein geben und nehmen. wenn firmen heutzutage erwarten, dass man jederzeit erreichbar ist, dann soll man auch wärend der arbeitszeit private dinge erledigen können. also entweder eine vermischung von privatem und geschäftlichem oder eben nicht, aber nicht nur einseitg, immer erreichbar sein müssen und wärend der arbeitszeit keine privatdinge erledigen können, das geht gar nicht!

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  • Frau Fleissig am 11.03.2015 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wir schimpfen über diese Leute...

    Und lesen dies währen der Arbeitszeit... ;)

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  • Rafael am 11.03.2015 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    Risiko?

    Da fängts doch schon an. Die meisten Firmen geben jedem MA einfach Admin-Rechte auf dem Computer. Beim CRM-System hatte ich sogar Super-Admin-Rechte und konnte überall reinschauen, da ich mir die Rechte ja selbst setzen konnte. Sperren von Seiten bringt nicht viel. Die wirklich faulen Nüsse soll man identifizieren und rausschmeissen. Faulenzen kann man aber auch in der Raucherzone oder den ganzen Tag über am Kaffeeautomat.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nico Meier am 12.03.2015 05:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    privates Surfen?

    Wer sovirl Zeit zum privaten Surfen hat der hat zu wenig Arbeit. Wir dürfen soviel privat Surfen wie wir wollen aber die Arbeit muss erledigt werden. Wer die Arbeit nicht erledigt wird abgemahnt oder entlassen!

  • Bölimaa am 11.03.2015 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn es nicht anders geht

    Als ich in den 80er Jahren ins Berufsleben wechselte hatte meine Frau eine klare Anweisung, nur in Notfällen ins Geschäft anzurufen. Das passierte höchstens ein mal pro Monat. Was heute abgeht ist nicht tragbar, und ich bin für Filter und Einschränkungen.

  • j c am 11.03.2015 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arbeiter

    Ich arbeite auf dem Bau und komme mir langsam mehr als verarscht vor. Bei uns zählt mittlerweile jede Minute, überall werden Preise gedrückt und alles soll immer schneller fertig sein, usw. usw. Und dann liest man mehrfach, dass Leute während der Arbeit, Pornos schauen, im Facebook hocken, oder online shoppen. Kein Wunder wollen immer weniger Jugendliche einen Handwerklichen Beruf erlernen, wenn auf der anderen Seite besser bezahlt im Internet gesurft werden kann und man sich die Hände nicht Schmutzig macht. Ich denke nicht, aber hoffe, dass die Leute welche gemeint sind ein richtig schlechtes Gewissen haben.

    • Serviertochter am 11.03.2015 21:26 Report Diesen Beitrag melden

      Stimme zu

      Betrifft nicht nur das Handwerk, sondern auch das Gastgewerbe. Für jüngere Aushilfen ist es selbstverständlich, gleich zu Dienstbeginn das Smartphone zu nutzen um mit Freunden zu chatten. Das macht sprach - und machtlos, wenn es wie in unserem Fall die Verwandschaft der Cheffin ist. Verarscht kommen sich da einige Büzer bei uns vor. Und zwar richtig.

    • Bürogummi am 11.03.2015 22:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Yes

      Ich bin ein Bürogummi und surve nicht privat während der Arbeitszeit UND ich bin sehr dankbar dafür, dass es noch Leute gibt, die handwerklich begabt sind - Ich wäre nämlich zu doof dafür obwohl ich spass daran hätte... Ich wünschte mir, dass es in Deiner Branche massive Lohnanpassungen nach oben gäbe - Aber solange die "falschen" Bürogummis das letzte Wort haben...

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  • System Administrator am 11.03.2015 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    Geschäft=Geschäft, privat= privat

    Privates auf privatem Händy. Geschäftliches auf der Blaubeere. Internet ? Dafür habe ich garkeine ZEIT. Wer im Büro Zeit hat, im Internet zu surfen, soll sich eine 80% Stelle suchen.

    • Inet Junkie am 12.03.2015 00:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wieso 80%?

      Da verdient man doch weniger :-/

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  • James am 11.03.2015 19:39 Report Diesen Beitrag melden

    Am Arbeitsplatz

    Soll gearbeitet werden. Keine Diskussion. Man kann die Filter auch mit dem Zeiterfassungssystem koppeln. Wer ausstempelt, der darf (fast) alles ansurfen.