Aktionsplan

23. Oktober 2017 10:30; Akt: 23.10.2017 10:30 Print

Schweizer ÖV rüstet sich gegen Terror

von Jennifer Furer - Die EU trifft Massnahmen gegen Terroranschläge in Zügen. In der Schweiz bereiten sich Transportunternehmen auf den Ernstfall vor.

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Öffentliche Verkehrsmittel und Bahnhöfe geraten zunehmend ins Visier von Terroristen. So kam es beispielsweise am 15. September 2017 zu einer . Niemand wurde verletzt, der Angreifer konnte festgenommen werden. Am 15. September 2017 forderte ein 29 Verletzte. Durch den wurden mindestens 14 Menschen getötet und weitere 51 Personen verletzt. Am 22. März 2016 kam es in Brüssel zu koordinierten . Zwei Terroristen sprengten sich am Flughafen Brüssel-Zaventem und ein weiterer in der Brüsseler Innenstadt im U-Bahnhof Maalbeek/Maelbeek in die Luft. Mindestens 38 starben, 340 wurden verletzt. Am 5. Dezember 2015 wurden in der U-Bahn-Station Leytonstone drei Menschen bei einer verletzt. Die britische Polizei sprach von einem Terrorakt. Bei den kamen mindestens 56 Leute ums Leben, 700 wurden verletzt. Innerhalb kurzer Zeit kam es zu vier Explosionen in drei U-Bahn-Zügen und einem Doppeldeckerbus. Am 11. März 2004 kam es in Madrid zu einer Serie von zehn durch islamistische Terroristen verursachten Bombenexplosionen in Zügen. 191 Menschen starben, 2051 wurden verletzt. Der EU-Kommission bereitet die Sicherheit von öffentlichen Verkehrsmitteln, insbesondere von Zügen, Sorge. In einer Mitteilung heisst es: «Züge sind ein Hochrisikoziel, weil die gesamte Infrastruktur von ihrer Natur her offen ist.» Man arbeite darum an Massnahmen, um die Sicherheit von Passagieren zu erhöhen. Auch Schweizer Transportunternehmen handeln. Katharina Merkle, Sprecherin von Postauto, sagt: «Wir sensibilisieren unsere Fahrer stärker als bisher.» Auch BLS-Sprecherin Helene Soltermann sagt: «Wir tauschen uns an Sicherheitstreffen regelmässig mit der Polizei und anderen Organisationen aus.» Um die Sicherheit zu gewährleisten, setze die BLS auf Überwachungskameras. Auch stünden Mitarbeiter des eigenen Sicherheitsdienstes täglich im Einsatz. Verdächtige Gegenstände würden der Polizei gemeldet und an Grossanlässen würden Kontrollen durchgeführt. SBB-Sprecher Marc Dischoe spricht von einem engen Informationsaustausch: «Wir verfolgen und beurteilen die Lage laufend gemeinsam mit unseren nationalen und internationalen Partnern.»

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Terroristen nehmen vermehrt öffentliche Verkehrsmittel ins Visier. So beispielsweise am 15. September, als ein Sprengsatz in einem U-Bahn-Wagen an der Station Parsons Green im Westen Londons explodierte und 29 Menschen verletzte. Der Islamische Staat reklamierte den Anschlag für sich.

Der EU-Kommission bereitet die Sicherheit von öffentlichen Verkehrsmitteln, insbesondere von Zügen, Sorge. In einer Mitteilung heisst es: «Züge sind ein Hochrisikoziel, weil die gesamte Infrastruktur von ihrer Natur her offen ist.» Man arbeite darum an Massnahmen, um die Sicherheit von Passagieren zu erhöhen.

Bei Vorfall mit AKW koordiniert Postauto und SBB

Auch Schweizer Transportunternehmen handeln. Katharina Merkle, Sprecherin von Postauto, sagt: «Wir sensibilisieren unsere Fahrer stärker als bisher.» Konkret weise man sie darauf hin, das Postauto niemals unbeaufsichtigt stehen zu lassen. «So können wir vermeiden, dass jemand gefährliche Gegenstände deponiert.» Zudem seien Fahrer angewiesen, ein besonderes Augenmerk auf das Gepäck zu haben.

«Falls es zu einem Terroralarm kommt, wird unser Sicherheitsteam mit dem Piepser benachrichtigt», sagt Merkle. Für Ernstfälle hat Postauto ein Krisenszenario. «Gibt es beispielsweise einen Vorfall mit einem Atomkraftwerk, muss Postauto im ganzen Land den ÖV-Einsatz der Busbetriebe koordinieren und wenn möglich die Leute aus der Gefahrenzone evakuieren», sagt Merkle. Für den Schienenverkehr sei die SBB verantwortlich. Ernstfälle würden regelmässig mit Blaulichtorganisationen und Partnerunternehmen an Übungen geprobt.

«Im Ereignisfall ist es entscheidend, schnellstmöglich Schritte einzuleiten»

«Postauto ist gut mit verschiedenen Bundesstellen vernetzt und daher auf dem Laufenden über die aktuellen Entwicklung der Terrorbekämpfung», sagt Merkle weiter. Auch BLS-Sprecherin Helene Soltermann sagt: «Wir tauschen uns an Sicherheitstreffen regelmässig mit der Polizei und anderen Organisationen aus.» Um die Sicherheit zu gewährleisten, setze die BLS auf Überwachungskameras. Auch stünden Mitarbeiter des eigenen Sicherheitsdienstes täglich im Einsatz. Verdächtige Gegenstände würden der Polizei gemeldet, und an Grossanlässen würden Kontrollen durchgeführt.

Bei den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ) gehören laut Sprecherin Daniela Tobler Schulungen zu den wichtigsten präventiven Massnahmen. «Im Ereignisfall ist es entscheidend, schnellstmöglich Schritte einzuleiten und die Fahrgäste bestmöglich zu informieren.» Für den Ernstfall gebe es sowohl auf städtischer Ebene als auch VBZ-intern Massnahmen, die abgerufen werden. Bei einer terroristischen Bedrohungslage arbeite man eng mit den Sicherheitsbehörden zusammen.

«Wir verfolgen und beurteilen die Lage laufend»

Auch bei der Zentralbahn müssen Mitarbeiter regelmässig Präventionskurse besuchen, wie Sprecher Thomas Keiser sagt. «Monatlich findet zudem ein Meeting statt, in dem unter anderem die SBB, Immobilienvertreter und die Securitrans dabei sind.» Aus der Lagebesprechung würden Massnahmen abgeleitet.

SBB-Sprecher Oliver Dischoe bestätigt den engen Informationsaustausch: «Wir verfolgen und beurteilen die Lage laufend gemeinsam mit unseren nationalen und internationalen Partnern.» Über die konkreten Massnahmen hält sich die SBB aber bedeckt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heimat am 23.10.2017 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Zu machen.

    Die Prävention gegen Terror beginnt an der Grenze.

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  • Flitzpiepe am 23.10.2017 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    bedenklich

    schon traurig dass der Terror um sich greift. In dem Kontext verstehe ich einmal weniger, weshalb mit Hasspredigern ünd dessen Anhänger so nachlässig verfahren wird...

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  • Defend Europe am 23.10.2017 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Katz & Maus Spiel

    ist ja alles sicher vieel günstiger als die Grenzen dicht machen. Früher in denn 80ern haben Grenzkontrollen ja auch funktioniert und es wahr anscheinend Nicht zu teuer.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Coach am 23.10.2017 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grenzen besetzen

    Die Granzen müssen von allen Ländern wieder besetzt werden. Wenn ich genau weiss, wie ich nach Frankreich, Deutschland oder Österreich, über die Grenze komme ohne mein ID zu zeigen, dann zeigt sich, dass es an der Grenze grosse Lücken gibt. Aus meiner sicht, muss jede Grenzstation 24h besetzt sein und alle Personen samt ihrem hab und gut Kontrolliert werden. An Flughäfen und Bahnhöfen müssen auch mehr Kontrollen statt finden. Mal schauen, wer dann noch alles über die Grenzen geht.

  • Rüebli am 23.10.2017 15:49 Report Diesen Beitrag melden

    Wirklichkeit

    Wie gut ein Unternehmen wirklich ist, merkt man erst im wirklichen Ernstfall, wenn ein GAU geschieht. Die Sache schönreden können alle, aber nicht auch danach handeln. Jedoch hoffe ich, dass wir das nie erleben müssen, ob die Sicherheitsbestimmungen der Unternehmen wirklich funktionieren.

  • Romina am 23.10.2017 15:18 Report Diesen Beitrag melden

    Teurere Billets

    Hauptsache das Billet wird teuerer... irgendeinen Grund findet das Topmanagment immer um ihre Gehälter aufzupolieren...

    • K. Brocken am 23.10.2017 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Romina

      Hat damit nichts zu tun. Mal ein bisschen Nachdenken statt nur jammern, könnte nicht schaden.

    • dä zfriede Lokführer am 23.10.2017 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Romina

      ... aber ihr wollt ja auch den 15 Minutentakt in jede Pampa , so ein Kreuzungsbahnhof wächst nicht einfach aus dem Boden - nur mal so am Rande;)

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  • Laus am 23.10.2017 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    Die Gefahr lauert woanders

    Und alle Vorsichtsmassnahmen werden nichts bringen, solange wir Menschen gewähren lassen, die unsere Kultur, unseren Glauben und unsere Werte missachten. Noch immer gibt es zu viele Personen, die glauben, jeder Mensch wäre gut und man könne aus einem Teufel einen Engel machen. Einfach nur naiv. Es gibt nun mal einfach Individuen , die durch ihr Verhalten und Tun einen Verbleib bei uns verwirkt haben.

  • Sigi am 23.10.2017 14:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Am Thema vorbeigeschossen...

    Der Westen sollte sich mal fragen warum Terrorismus entsteht. Eigentlich gehts doch immer um das selbe. Der eine hat alles und unterdrückt denjenigen der nichts hat und beutet diesen auch noch aus. Vielleicht sollte die Gesellschaft da mal ansetzen anstatt die Mauern immer höher zu bauen.

    • Luchs am 23.10.2017 16:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sigi

      Du sprichst dass Richtige aus doch wer merkt es.....

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