SBB-Notfallkonzept

27. März 2017 20:12; Akt: 27.03.2017 20:12 Print

«Aus Fällen wie Luzern lernen wir»

Nach der Zugentgleisung in Luzern griff ein Notfallkonzept der SBB. Sprecherin Masha Foursova erklärt, wie dieses funktioniert.

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Frau Foursova, woran orientiert sich die SBB in einem solchen Notfall?
Für alle Bahnhöfe existieren vordefinierte Grundkonzepte, die im Fall eines Unterbruchs angewendet und je nach Ausmass der Störung angepasst werden. Bei längeren Unterbrüchen beispielsweise nimmt die SBB Kontakt mit lokalen Verkehrsbetrieben auf, um möglichst schnell alternative Reisemöglichkeiten anzubieten. Gesteuert und überwacht wird der Verkehr aus vier Betriebszentralen. Die Fäden laufen schliesslich in den Operation Center Infrastruktur und Personenverkehr in Bern zusammen, wo alle Arbeiten koordiniert werden.

Es gibt also nicht für jeden Ereignistyp ein separates Konzept?
Im Fall von Luzern wurde vor zwei Jahren ein Buskonzept für die Situation eines Totalunterbruchs ausgearbeitet. Dieses ist nun zur Anwendung gekommen. Für viele Ereignisse gibt es vordefinierte Checklisten, die dann der individuellen Situation angepasst werden können. Natürlich lernt man aber aus Fällen wie Luzern dazu und kann die Abläufe ständig überprüfen und optimieren.

Welche Massnahmen werden bei einem Grossereignis wie Luzern in Gang gesetzt?
Wir halten uns an diese Checklisten: Es wird umgehend die Alarmierung der Kantonspolizei sowie der Blaulichtorganisationen ausgelöst. Gleichzeitig nehmen die Verantwortlichen der SBB aus den Bereichen Intervention, Betrieb, Instandhaltung, Verkehrsmanagement und Transportpolizei nach vordefinierten Abläufen miteinander Kontakt auf. Zu jedem Zeitpunkt ist auch die Konzern- und Geschäftsleitung über das Ereignis informiert. Im Fall des internationalen Zugs aus Italien informierten wir auch das Konsulat und die Botschaft Italiens umgehend.

Haben Sie dafür immer Mitarbeitende und Fahrzeuge auf Reserve?
Wir verfügen über flexibel einsetzbare Mitarbeitende, die in solchen Fällen zum Beispiel als Kundenlenker fungieren und Pendler an den Bahnhöfen informieren. Mit den verschiedenen Verkehrsbetrieben bestehen Basisverträge. Bei einem Ereignis bestellt die SBB bei diesen Busunternehmen Fahrzeuge, die nicht im Einsatz stehen und dann als Alternativen eingesetzt werden können.

Was ist in solchen Situationen besonders wichtig?
Zentral ist sicher die gute und möglichst effiziente Zusammenarbeit der involvierten Stellen. Wir verfügen über viele erfahrene Mitarbeitende und die meisten Prozesse wiederholen sich, etwas Improvisation ist aber in jedem Fall notwendig. Der Fall in Luzern hat gezeigt, dass unser System gut funktioniert.

(duf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Don Logan am 27.03.2017 21:10 Report Diesen Beitrag melden

    Kompliment

    Auch wenn solche Unfälle immer geschehen können, war alles super organisiert, mit Ersatzbussen, Orientierung, Kundenbetreuung. Kompliment an die SBB

  • Pendler am 27.03.2017 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luzern

    Ich denke, nicht der SBB gehört der Dank, sondern deren Mitarbeiter. Ich hoffe nur, die SBB dankt es auch ihnen gebührend. Sie haben ganze Arbeit geleistet und haben Anerkennung verdient

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  • marko 32 am 27.03.2017 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zug Unfall

    Es kann leider immer passieren

Die neusten Leser-Kommentare

  • SBB Reisender am 28.03.2017 21:29 Report Diesen Beitrag melden

    Noch hat nicht alles geklappt

    Am Mittwoch 17:10 Uhr hat es in Emmenbrücke noch nicht geklappt. Der RE nach Olten war der einzige Zug in die Richtung, musste die Leute von anderen Zügen mit aufnehmen. Wurde aber nur halb so lang geführt wie normal. Sind dann in Sursee spätestens einige stehen geblieben. Das war 3 Stunden nach der Entgleisung. Ist es bis dann nicht möglich, einen Zusatzzug oder zumindest einen RE in normaler Länge aufzutreiben? OK, Informationen, das hat gut geklappt.

  • Luca am 28.03.2017 11:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin mal gespannt was

    passiert, wenn der HB paar Tage geschlossen ist.

    • Seppi am 28.03.2017 12:17 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Problem

      Solange die Hardbrücke nicht einstürzt, hat ZH genug ausweich möglichkeiten. Also keine Angst, soweit wird es nie kommen. Luzern sollte den Untergrundbahnhof bauen, aber so weit wird es auch nie kommen ^^

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  • Ein Pendlet am 28.03.2017 11:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Marod

    Anstatt immer mehr die Preise zu erhöhen und das Personal abbauen, damit die Chefs noch mehr Lohn und Bonis bekommen würde die SBB lieber mal deren Löhne kürzen und die Bonis streichen, und das damit gesparte Geld in ihr marodes Bahnnetz investieren.

  • Kudi, Weggis am 28.03.2017 10:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Das ist die richtige Einstellung. Wer aus Fehlern nicht lernt ist selber schuld.

  • Tom am 28.03.2017 09:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die SBB ist sehr gut...

    ...wenn es darum geht Symptome zu bekämpfen. Von der Ursachenforschung lassen sie lieber die Finger, denn es könnte den Strategien schaden.

    • Chris am 28.03.2017 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tom

      Die Ursache wird noch untersucht. Erst wenn der Fall aufgeklärt ist kann man dort auch die nötigen Massnahmen treffen.

    • A. Meyer am 28.03.2017 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Chris

      Die Ursache war der italiensche Zug, für den die Kurve zu eng war.

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