Todesursachen

18. Januar 2016 20:30; Akt: 18.01.2016 21:17 Print

Männer sterben öfter durch Gewalt als Frauen

von Nikolai Thelitz - In jungen Jahren sterben die Menschen meist bei Unfällen oder wegen Gewalteinwirkung, im Alter rächt sich der Konsum von Alkohol, Tabak und fettigem Essen.

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Die Todesursachen unterscheiden sich nach Alter und Geschlecht stark. (Symbolbild) (Bild: Colourbox.com)

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So aussergewöhnlich David Bowies Leben war, so typisch war sein Tod. Im Alter von 69 Jahren ist Krebs die häufigste Todesursache. Wäre er wie seine Berufskollegen Kurt Cobain oder Amy Winehouse schon mit 27 von uns gegangen, so wäre ein Tod durch externe Einflüsse wahrscheinlicher gewesen. Wie wir sterben, unterscheidet sich nach Altersgruppe stark.

Die Zahlen des Bundesamtes für Statistik sprechen eine deutliche Sprache: In den frühen Lebensphasen sind Todesfälle vielfach auf sogenannte äussere Einflüsse wie zum Beispiel Unfälle, Gewalt, oder Suizid zurückzuführen. In späteren Lebensphasen liegt ein Ableben häufig an Krankheiten. Sind es in mittlerem Alter vor allem verschiedene Krebsarten, so führen ab dem Pensionsalter Herz- und Kreislaufleiden sowie Demenz zum Tod.

Männer sterben gewaltsamer

Die Statistik zeigt auch, dass Männer und Frauen sehr unterschiedlich sterben. So werden doppelt so viele Männer wie Frauen Opfer von Unfällen, Gewalt oder Suizid. Dass Männer so oft in Gewalt oder Unfälle verwickelt sind, liegt laut Catherine Cossy vom Bundesamt für Gesundheit am Alkoholkonsum: «Männer trinken deutlich mehr als Frauen. Dies steigert das Unfallrisiko und die Gewaltbereitschaft.» Gewalt, die im Zusammenhang mit Alkohol auftrete, würde zu einer grossen Mehrheit von Männern ausgeübt.

Heisst die Todesursache Krebs, lautete die Diagnose bei Frauen am häufigsten Brustkrebs, bei Männern Lungenkrebs. Während die Zahl der Männer, die an Lungenkrebs sterben, seit Jahren abnimmt, gibt es aber immer mehr Frauen, die daran sterben. «Dies hat damit zu tun, dass bis 2ooo die Frauen mehr geraucht haben als die vorherige Frauengeneration. Grund dafür war beispielsweise die Emanzipationsbewegung», so Cossy. Diese Entwicklung schlage sich nun zeitversetzt in der Sterbestatistik nieder.

In westlichen Ländern sind es oft Zivilisationskrankheiten, die zu den meisten Todesfällen führen, also Krankheiten die auf einen gewissen Lebensstil zurückzuführen sind. Wie die «Global Post» herausfand, sterben zum Beispiel Mexikaner am häufigsten an einer alkoholbedingten Leberzirrhose. In Europa, Nordamerika und im arabischen Raum sind Lungenkrebs und Herzkrankheiten die häufigsten Todesursachen. «Rund die Hälfte dieser Erkrankungen könnten mit einem gesunden Lebensstil vermieden oder zumindest verzögert werden», so Cossy. Wer sich ausgewogen ernähre, sich genügend bewege, nicht übermässig Alkohol trinke und nicht rauche, wirke einer Erkrankung entgegen.

In Asien und vor allem Afrika sind es hingegen Infektionskrankheiten wie Tuberkulose und Aids, die am häufigsten zum Tod führen.

Haiattacken, Terror und Blitzschlag

Andere Todesursachen treten vergleichsweise seltener auf, finden aber umso mehr mediale Beachtung. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang etwa Terrorattacken: 2014 starben weltweit 32'000 Personen durch Terrorattacken – ein neuer Rekord. Jeder 1750. Todesfall ging in diesem Jahr auf das Konto von Terroristen.

Blitzeinschläge sind für schätzungsweise 24'000 Tote jährlich verantwortlich. Geht man von einer Zahl von 56 Millionen Todesfällen weltweit pro Jahr aus, ist also einer von 2333 Todesfällen auf einen Blitz zurückzuführen. Wesentlich geringer ist das Risiko, bei einer Haiattacke ums Leben zu kommen. Gemäss dem Shark Research Institute ereignen sich pro Jahr rund zehn solche Todesfälle. Auf das Konto von Haien geht also einer von 5,6 Millionen Todesfällen.

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